Agenturgründung

Uns scheint, da schwimme einer gegen den Strom

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Marius Maissen ist studierter Kommunikationswissenschaftler und hat eben seine eigene Agentur Maissen Consulting an den Start gebracht.
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Marius Maissen ist studierter Kommunikationswissenschaftler und hat eben seine eigene Agentur Maissen Consulting an den Start gebracht.
Ein Mann gründet eine Kommunikationsagentur. Der Schritt aus der Anstellung in die Selbstständigkeit ist seine persönliche Entscheidung. Als ehemaliger Leistungssportler setzt er sich gerne Ziele und geniesst deren Umsetzung als Prozess. Marius Maissen ist 40-jährig und wir haben den Eindruck, da schwimme einer gegen den Strom. 
Herr Maissen, darf ich Sie bitten, sich kurz vorzustellen? Ich habe vor 10 Jahren mein Studium an der Universität Zürich in Publizistikwissenschaft abgeschlossen. Seither habe ich Berufserfahrungen im Bereich Marketing und Unternehmenskommunikation gesammelt. Die letzten fünf Jahre war ich Leiter Kommunikation und Politik beim Unternehmerverband JardinSuisse. Neben meiner Agenturgründung werde ich mich im Jahr 2020 zusätzlich an der Hochschule St. Gallen im Bereich Politik weiterbilden.


Wo sehen Sie die aktuell grösste Herausforderung für die Kommunikataionswirtschaft? Firmen, Branchen und auch öffentliche Personen stehen oftmals nicht aufgrund ihrer Kerntätigkeiten im Blick der Öffentlichkeit, sondern müssen zunehmend Stellung zu ihren Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt nehmen. Dieses Bedürfnis nach Corporate Social Responsibility stellt neue und sehr hohe Anforderungen an die moderne Unternehmenskommunikation.

Sie haben eben die Agentur Maissen Consulting gegründet. Welche Dienstleistungen umfasst Ihr Angebot? Ich erstelle Kommunikationsstrategien für Unternehmen, Verbände und öffentliche Personen und unterstütze deren Umsetzung mit Hilfe meines Netzwerkes an Lieferanten aus den Kommunikationsbranchen. Dies beinhaltet die Ausarbeitung von Kernaussagen und deren Verbreitung über diverse Kommunikationskanäle unter Einbezug sämtlicher moderner Kommunikationsmittel.
„Als Agentur muss man sich klar positionieren. Dies beinhaltet auch, dass man Aufträge und Kunden, welche nicht zum Portfolio passen an andere Anbieter verweisen muss.“
Marius Maissen
Haben Sie denn eine Spezialität? Unternehmenskommunikation geht weit über das Design einer neuen Website oder dem Beantworten einer Medienanfrage hinaus. Die Grundlagen eines Kommunikationsplanes sind einerseits Issue- und Stakeholderanalysen, welche andererseits mit der Unternehmensstrategie eines Kunden abgeglichen werden müssen. Erst dann können konkrete Kommunikationsmassnahmen geplant und auch umgesetzt werden.


Wovor haben Sie jetzt am meisten Respekt? Als Agentur muss man sich klar positionieren. Dies beinhaltet auch, dass man Aufträge und Kunden, welche nicht zum Portfolio passen an andere Anbieter verweisen muss. Speziell in der Anfangsphase wird dies herausfordernd sein.

Sie haben mit JardinSuisse das SRF-Sendeformat „Hinter den Hecken“ unterstützt. Dabei besuchten zwei Reporter Schweizer Gärten und berichteten darüber. Was hat Sie dieses Format im Allgemeinen und der Blick in Schweizer Gärten im Speziellen gelehrt? Als Vertreter der Grünen Branche bestand die Herausforderung darin, den professionellen Gärtner und seine Leistungen und Expertisen – welche weit über das Rasenmähen und Rosenschneiden hinausgehen – in der Sendung zu platzieren, ohne dabei dem Laien- oder Hobbygärtner gegenüber belehrend zu wirken. Die Sendung konnte einen Marktanteil von gut 10% erreichen und erfreute sich einer steigenden Beliebtheit. Die dritte Staffel wird im Frühling 2020 auf SRF ausgestrahlt.

„Hinter den Hecken“, das führt mich zum Thema „Heckenschützen“. Also ich meine Menschen, die via Social Media angriffige Kommentare verfassen. Ihr Ratschlag im Umgang mit Shitstorms? Was raten Sie Betroffenen wie Christa Rigozzi, ich nehme an Sie kennen die Reseravations-Geschichte. Wer sich als Person der Öffentlichkeit in den sozialen Medien äussert, muss sich über die Wirkung im Klaren sein. Christa Rigozzi hat sich meiner Meinung nach mit ihrem Instagram Post geschadet. In der Öffentlichkeit hat sie das Image einer stets gut gelaunten Person, hinter welcher sich eine intelligente Geschäftsfrau verbirgt. Das Social Blaming einer hart arbeitenden Gastronomin passt nicht in dieses Bild und wurde von der Öffentlichkeit entsprechend negativ quittiert. Dass sie darauf folgend den Streit öffentlich ausgetragen und Quittungen als Beweis präsentiert hat war aus kommunikativer Sicht ungeschickt. Ich hätte ihr zu einer frühzeitigen Entschuldigung beziehungsweise zu einem schlichtenden und beruhigenden Statement geraten.

Zum Schluss: Darf ich Sie mit einer Frage langweilen? Ihr wichtigster Vorsatz fürs 2020? Neujahrsvorsätze halte ich für überbewertet. Grundsätzlich gilt es, die unternehmerischen Ziele zu verfolgen und dabei den Spass an der Arbeit und am Prozess nicht zu verlieren. Ich freue mich auf eine spannende Zeit.

Über Maissen Consulting
Unternehmenskommunikation gestaltet und führt den Austausch mit allen Stakeholdern im wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und medialen Umfeld.
Sie schafft Wissen, Verständnis und Vertrauen rund um die Geschäfte von Unternehmen und ist massgeblich ausschlaggebend für die öffentliche Wahrnehmung und das Image einer Firma. Der Ansatz der Maissen Consulting ist systematisch und zielorientiert. Sie begleitet die Kunden bei der Analyse, der Konzeption sowie der Planung und Umsetzung sämtlicher Kommunikationsmassnahmen.
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