Admeira

Austritt der SRG ist dem Verlegerverband noch immer zu wenig

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Der Verband Schweizer Medien (VSM) begrüsst den Rückzug der SRG als Aktionärin aus Admeira, fordert aber Transparenz über die getroffenen Vereinbarungen und eine Text-Reduktion bei Online-Artikeln auf SRG-Sites.

Zwar attestiert der VSM zu Beginn seines Communiqués der SRG, dass sie mit der Ankündigung, in den nächsten Tagen dien 33.3 Prozent-Anteil an Admeira an Swisscom und Ringier verkaufen zu wollen, nun ihre versprochene Bereitschaft zu mehr Rücksichtnahme auf die Privaten auch umzusetze. Doch der VSM bleibt dennoch skeptisch: Die geplante Vermarktung der SRG-Werbung durch Admeira führe weiterhin zum Risiko einer Marktverzerrungen, schreibt er. "Admeira hat weiterhin exklusiven Zugang zum SRG-Werbeinventar sowie zur TV-Plattform von Swisscom, wodurch andere, unabhängige Medienhäuser benachteiligt werden."



Aus Sicht des Verlegerverbandes sei deshalb als nächstes zu prüfen, "ob der geplante Verkauf der Admeira-Aktien sowie der exklusive Vermarktungsauftrag einer Meldepflicht bei der Wettbewerbskommission sowie beim Bundesamt für Kommunikation unterliegt". Solange der Verkauf nicht vollzogen sei, laufe die vom Bundesgericht angeordnete Wiederholung des Meldeverfahrens zur Kooperation mit Admeira jednefalls unverändert weiter.

Zudem bestünde neben der Vermarktung auch in weiteren Bereichen Bedarf für klare Spielregeln: So gehe bei den Online-Aktivitäten der angekündigte Teilverzicht auf Textbeiträge nicht weit genug. "Der VSM fordert aber eine stärkere Selbstbeschränkung bei Textbeiträgen, wie dies in Deutschland ARD und ZDF mit den Zeitungsverlegern vereinbart haben." Die Öffentlich-rechtlichen konzentrierten sich dort zukünftig auf Audio- und Bewegtbildinhalte und setzen Text nur noch in ganz wenigen Fällen ein, etwa wenn es darum gehe, Ton- und Bildaufnahmen über Suchmaschinen auffindbar zu machen.


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