Zürcher Plakatsubmission

Neu kommt Neo Advertising als dritter Anbieter in die Limmatstadt

Mehr Arbeit für Mediaplaner: In der Stadt Zürich werden die Plakatflächen auf öffentlichem Grund nun von drei Anbietern vermarktet..
zvg APG
Mehr Arbeit für Mediaplaner: In der Stadt Zürich werden die Plakatflächen auf öffentlichem Grund nun von drei Anbietern vermarktet..
In der Ausschreibung der Stadt Zürich für Plakatflächen auf öffentlichem Grund gibt es einen überraschenden Ausgang: Von den zwölf ausgeschriebenen Losen hat Clear Channel Schweiz (CCS) fünf Lose erhalten, drei gingen an den neuen Player Neo Advertising aus Genf und der (zahlenmässig grosse) Rest an die APG.

Anfangs Februar 2017 hat die Stadt Zürich die Ausschreibung für rund 1.800 Plakatwerbestellen auf öffentlichem Grund, davon 1.400 für den kommerziellen Bereich, lanciert. Neben 426 grossformatigen Anschlagflächen in den Formaten F200, F12 und F24 für nationale und internationale Werbekampagnen waren 954 F4-Plakate (Weltformat), die vom regionalen und lokalen Gewerbe genutzt werden, ausgeschrieben. Im Weiteren wurden – in separaten Losen – rund 52 Plakatflächen in den gängigen Formaten auf Grundstücken städtischer Immobilien sowie der Auftrag für die Bewirtschaftung der rund 420 Kulturplakatflächen für die Dauer von fünf Jahren neu vergeben.

237 kommerzielle Flächen für Neo Advertising

Gemäss den Communiqués der drei Anbieter, die in Zürich zum Zug kamen, wurden die Lose wie folgt verteilt: CCS erhielt (wie bisher) alle Plakatstellen an durchschnittlich rund 25 Bauwänden mit je zwei bis elf Flächen. Die rund 420 Kulturplakatflächen gehen ebenfalls wieder an CCS, und neu zusätzlich ein Los für klassische Plakatstellen und das Los für zehn Lichtdrehsäulen.

Neo Advertising hat von den 426 F200-, F12- und F24-Flächen für nationale und internationale Werbekampagnen deren 237 gewonnen und kann damit erstmals einen Fuss in die Deutschschweiz setzen. Und die APG erhielt 1.150 der 1.400 kommerziell ausgeschriebenen Flächen in den Formaten F4, F200, F12 und F24 zugesprochen.

Expansion in die Deutschschweiz geschafft

Die drei Anbieter äussern sich recht unterschiedlich über die gewonnen Lose. Am glücklichsten reagierte 
Christian Vaglio-Giors, CEO von Neo Advertising: Er sprach von einem "Sieg mit hohem symbolischem Wert". "Damit ist Neo Advertsing nun in den zwei grössten Städten des Landes präsent, was zeige, dass es sich auch in die Deutschschweiz ausdehnen kann."



Bei CCS liess sich Urs Zeier, Chief Development Officer, ebenfalls positiv vernehmen: "Wir sind mit diesem Ergebnis hoch zufrieden und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich." CCS habe den Zuschlag "für die Lose erhalten, die perfekt in das Portfolio passen". Damit könne CCS seine Leaderposition im Wirtschaftsraum Zürich bestätigen. Neben den nun hinzugewonnen Flächen verfügt CCS auch über 1.200 Flächen an den Haltestelen der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) sowie über alle Angebote am Flughafen Zürich.

APG: Nur "grundsätzlich zufrieden"

Am verhaltendsten äusserte sich die APG: Man sei "grundsätzlich zufrieden mit dem Entscheid", hiess es im Communiqué, man habe "die angestrebten Lose erhalten". Die APG liess durchblicken, dass sie nicht für alle Lose mitgeboten hatte. Sie habe ein "selektives Angebot" eingereicht. Patrik Denzler, Leiter Akquisition Region Ost, liess sich wie folgt zitieren: "Mit den uns zugesprochenen Losen bleibt unser Angebot rein quantitativ praktisch gleich – qualitativ können wir aber unsere Produkte verfeinern. Das ist erfreulich."


Der neue Vertrag beginnt am 1. Juli 2018 mit einer Dauer von fünf Jahren.

Stadt Zürich steigerte Einnahmen

In einem Communiqué bestätigt auch die Stadt Zürich die Vergabe an die drei Firmen. Damit habe sie die Einnahmen aus der Plakatierung um rund 3 Prozent auf rund 2,81 Millionen Franken pro Jahr steigern können, hielt sie fest. Allerdings sei der Erlös weniger markant gewachsen als bei den letzten Ausschreibungen. "Der Markt für klassische Plakate scheint gegenwärtig ausgereizt, denn der Trend geht auch in der Aussenwerbung weg von analogen hin zu digitalen Anwendungen", folgern die Behörden. So habe die Stadt Zürich im Jahr 2015 mit der Ausschreibung von zusätzlichen 10 Werbescreens sowie 20 Plakat-Leuchtdrehsäulen bedeutende neue Einnahmen von 3,6 Millionen Franken realisieren können. Und abschliessend heisst es: "Insgesamt hat die Stadt ihre Einnahmen aus der Aussenwerbung im öffentlichen Grund in den letzten zehn Jahren von 2,4 Millionen auf rund 6 Millionen Franken erhöhen können." 
knö

 

 

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