Zeitversetzte Nutzung

Goldbach-CEO Frank fordert Lösung für Skipping

Michi-Frank, CEO Goldbach Group
© Goldbach Group
Michi-Frank, CEO Goldbach Group
Michi Frank, CEO von Goldbach, fürchtet, dass die steigende zeitversetzte Nutzung von TV in der Schweiz die Geschäftsgrundlage der Sender gefährdet.
Im Gegensatz zu anderen Ländern, kann die Werbung dabei übersprungen werden, was vor allem jüngere Zuschauer auch machen. Damit fehlen den Sender Werbeerlöse. „Wenn es bei Skipping keine Lösung gibt, haben die privaten Sender in der Schweiz kein Businessmodell mehr“, sagte er bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2017 heute am Unternehmenssitz in Küsnacht.
 
„Wenn kein Geld den Content finanziert, gibt es keinen Content“, warnt Frank. Er setzt sich dafür ein, dass es auch in der Schweiz einen Signalschutz geben soll, bei dem die Sender entscheiden können, wie mit ihrem Inhalt verfahren wird.
 
Die zeitversetzte Nutzung steigt in der Schweiz sprunghaft an und liegt mittlerweile bei rund 25 Prozent. Das ist eine große Herausforderung für die TV-Vermarkterinnen. Goldbach Media reagiert auf die wegfallenden Reichweiten durch Skipping durch die Aggregation immer neuer Reichweiten auf kleineren und Kleinstsendern. Mit der Vermarktung dieses Longtails „bieten wir eine Alternative zur Werbevermeidung“, sagt Alexander Duphorn, CEO der Vermarkterin Goldbach Media.
 
Mit dem Modell ist Goldbach auch 2017 gut gefahren. Die TV-Erlöse stiegen um 3 Prozent sowohl durch organisches als auch anorganisches Wachstum. Zudem hat Goldbach von der Schwäche von Admeira profitiert, die mit Umstrukturierungen und schwächeren Quoten bei den Hauptsendern ein schwereres Jahr hatten. Insgesamt schätzen Duphorn und Frank, ist der Schweizer TV-Werbemarkt 2017 rückläufig gewesen.
 
Für 2018 liefern Duphorn und Frank für TV einen positiven Ausblick. Sie gehen davon aus, dass der Markt wächst und Goldbach überproportional von diesem Wachstum profitiert. Goldbach will zudem programmatische Ansätze für die TV-Planung liefern und setzt auf eine stärkere Verkettung mit Onlinevideo. „Lineares Fernsehen funktioniert und wir glauben an die Konvergenz und die Weiterentwicklung von Video“, sagt Frank.
 
Grundsätzlich sehen die Goldbach-Manager in der Schweiz wie in anderen Märkten auch eine stärkere Verschiebung des TV-Geschäfts in die letzten Monate des Jahres. „Das 4. Quartal wird immer entscheidender“, sagt Duphorn. 2017 hatten die letzten vier Monate vor allem in Deutschland das Gesamtjahr noch herumgerissen.
 
Davon hat auch Goldbach Germany profitiert, das erstmals schwarze Zahlen schreibt und den Umsatz um 67 Prozent auf 13,6 Millionen Franken gesteigert hat. Frank ist zuversichtlich, dass Goldbach in Deutschland auch 2018 wachsen kann und zwar in allen Bereichen TV, Onlinevideo, Smart TV und Digital out of Home. pap



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