Worte von Hanspeter Lebrument (Folge VI)

"Viele reden über 'Service public', ohne genau zu wissen, was der Begriff beinhaltet"

Hanspeter Lebrument an der diesjährigen Dreikönigstagung.
Markus Knöpfli, knö.
Hanspeter Lebrument an der diesjährigen Dreikönigstagung.
Da Hanspeter Lebrument Ende Jahr als Präsident des Verbands Schweizer Medien zurücktritt, wird er keine präsidiale Rede mehr zur alljährlichen Dreikönigstagung halten. Deshalb blickt HORIZONT Swiss zurück und zitiert aus Lebruments Reden – in mehreren thematischen Folgen.
In der sechsten und letzten Folge bringen wir Aussagen Lebruments zum Stichwort "Service public".

Dreikönigstagung 2013: "Seit dem Aufkommen des Fernsehens ist der Begriff des Service Public immer mehr zu einer kommerziellen Angelegenheit geworden. Es kommt nicht darauf an, was ein Medium will, sondern wieviel Geld einem Medium zur Verfügung steht, um Service Public zu machen."

Dreikönigstagung 2013: "Sollen die Mittel des Service Public zwischen Staatssender und Zeitungen nicht noch mehr auseinanderklaffen, so muss die Verteilung, der vom Staat beeinflussten Einnahmen für die verschiedenen Medien gerechter und ausgeglichener verteilt werden."

Dreikönigstagung 2015: "Seit der heutige Zürcher Stadtrat, der frühere Verleger Filippo Leutenegger, im Nationalrat seinen politischen Vorstoss 'Service Public' eingereicht hat, nehmen sich viele, ohne genau zu wissen, was dieser Begriff beinhaltet, diesem Thema an. Politik, Medien, Medienbeobachter und Medienwissenschafter sind daran zu definieren, was Service Public sein könnte."

Dreikönigstagung 2015: "Service Public ist, so wie wir ihn verstehen, ein Begriff neueren Datums. Er bedeutet zur Zeit, das alles was in den Medien Nutzer findet und nicht strafbar oder medienethisch verwerflich ist, Service Public ist."

Dreikönigstagung 2015: "Die Zeitungen dürfen wegen eines immer teurer werdenden Service Public für die SRG weder geschwächt noch gar geopfert werden."

Dreikönigstagung 2015: "Es scheint mir wichtig, dass die Mitglieder des Verbandes Schweizer Medien wissen, dass der nicht definierte Begriff Unterhaltung in der Bundesverfassung als Leistungsauftrag für Radio und Fernsehen festgeschrieben und damit Teil des Service Public ist."

Dreikönigstagung 2015: "Die Reichhaltigkeit des Service Public hängt von den Mitteln ab, die einem Medienunternehmen zur Verfügung stehen. Es gab Zeiten, in welchen grossen Zeitungen und der SRG ähnliche Budgets für den Service Public zur Verfügung standen. Heute hat sich dies geändert."

Dreikönigstagung 2015: "Das Geld, das die Zeitungen für ihren Service Public aufwenden können, ist rarer geworden."

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