Worte von Hanspeter Lebrument (Folge II)

"Wenn das Misstrauen untereinander zunimmt, ist Gefahr im Anzug"

Hanspeter Lebrument an der diesjährigen Dreikönigstagung.
Markus Knöpfli, knö.
Hanspeter Lebrument an der diesjährigen Dreikönigstagung.
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Da Hanspeter Lebrument Ende Jahr als Präsident des Verbands Schweizer Medien zurücktritt, wird er keine präsidiale Rede mehr zur alljährlichen Dreikönigstagung halten. Deshalb blickt HORIZONT Swiss zurück und zitiert aus Lebruments Reden – in mehreren thematischen Folgen.
Heute fahren wir fort mit einer Zitatenserie zur jeweils aktuellen Situation im Verband Schweizer Medien.

Dreikönigstagung 2009: "Das Klima (im Verband; Anmerkung der Redaktion) ist rauh geworden und verbal tragen die Auseinandersetzungen gelegentlich kriegsähnlichen Charakter."

Dreikönigstagung 2009: "Wenn Medienkonzentration und Misstrauen untereinander zunehmen und sich die Branche selbst nur noch schwerlich zu helfen weiss, ist Gefahr im Anzug. Die sich jetzt abspielenden scharfen Auseinandersetzungen tun nicht gut und nähren im Staat die Verlockung, auch in der vierten Gewalt eine grössere regulatorische Rolle zu übernehmen."

Dreikönigstagung 2009: "
Die weitsichtigeren Köpfe in diesem Verband haben dann wenig später den branchenweiten Gesamtarbeitsvertrag abgeschafft, den kleineren Verlagen Entlastungen gebracht und damit die Verlegerschaft vor weiteren Zerreissproben und möglichen staatlichen Interventionen bewahrt."

Dreikönigstagung 2014: "Ich bin dezidiert anderer Meinung als der letztjährige Bundespräsident Ueli Maurer. Es gibt weder ein flächendeckendes noch ein mehrheitsfähiges Meinungskartell oder Nachschreibepotential in den Medien. In einer Medienlandschaft, die von Lokal- und Regionalmedien beherrscht wird, also vor allem publizistische Unikate veröffentlicht, ist dies auch nicht möglich... Aber ich entschuldige mich, dass eine Branche, die mit dem Wort ficht, zu unartikulierten Misstrauensausbrüchen gegen den letztjährigen Bundespräsidenten greift."

Dreikönigstagung 2014: "Wir sollten die Grösse haben, dass Mitglieder der Landesregierung, die wir während eines ganzen Jahres regelmässig durch unsere Journalisten begleiten und bewerten lassen, auch einmal im Jahr bei uns empfangen, und ihnen zuhören, wenn sie Gelegenheit haben, zu sagen, wie sie unsere Arbeit beurteilen. Wir haben ganzjährig die Möglichkeit ihre Arbeit zu beurteilen."

Dreikönigstagung 2014: "Wir sind bis heute den Beweis schuldig geblieben, dass wir tatsächlich einen wichtigen Branchenanlass machen können, der ähnlich wie die Landwirtschaft, die sich am OLMA-Eröffnungstag bei allen Unterschiedlichkeiten trifft, auf grosse Resonanz stösst."

Dreikönigstagung 2016: Dieser Verband ist über 100 Jahre alt. Ringier hat immer dazu gehört. Und es gab schon andere Unternehmen, die ausgetreten sind und einen Ausflug gemacht haben. Deshalb meine ich: Wenn in diesem Joint Venture (gemeint ist Admeira; Anmerkung der Redaktion) vielleicht eine Lösung gesucht wird, bei der alle Willigen mitmachen können, dann meine ich, gibt es vielleicht eine Chance, dass es wieder zu einem Frieden oder zu einem Wiedereintritt von Ringier kommt."


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