Wirz

Ein passionierter Nerd für Ikea Schweiz

Wirz schickt Torbjörn Lundberg ins Rennen, um den neuen Ikea-Katalog zu promoten
© Wirz
Wirz schickt Torbjörn Lundberg ins Rennen, um den neuen Ikea-Katalog zu promoten
Themenseiten zu diesem Artikel:
Jedes Jahr das Gleiche - in Teilen sogar das Selbe: Format, Umfang, Anbieter, Veröffentlichungstermin: der neue Ikea-Katalog ist da. Eine echte Aufgabe für eine Agentur, die aus dieser Geschichte mehr als Routine herausholen will. Wirz hat das geschafft und Torbjörn Lundberg erfunden.

Lundberg ist "furniture impersonator", also Möbel-Darsteller. Dank ihm, dem laut der betreuenden Agentur Wirz "Assistenten von Weltrang", beziehungsweise seiner leidenschaftlichen Darstellung unter anderem von "Billy", "Hektar", "Möckelby" und "Stornäs" sieht der Ikea-Katalog so perfekt nach Ikea-Katalog aus, wie in jedem Jahr. Torbjörn selbst versteht sich als Schauspieler, der in die Rolle von Regalen, Lampen, Tischen und Stühlen schlüpft - ein "Method Actor", sagt er selbst im dreieinhalbminütigen, nicht ganz ernst gemeinten Dokumentarfilm zur Entstehung des Ikea-Katalogs 2017, den sich die Zürcher Agentur Wirz ausgedacht hat.

Schräg und gleichzeitig herzerwärmend kommt Torbjörn, 34 Jahre alt, wohnhaft in Malmö, daher, wenn er erklärt, dass es nicht reicht, so zu tun, als sei er ein Regal, wenn es darum geht, das Licht für den Fotografen zu messen. "Ich muss Billy werden. Ich muss Billy sein", stellt er fest. Die Kreative bei Wirz um CCO Livio Dainese und Regisseur Björn Rühmann inszenieren Torbjörn dabei als liebenswertes Klischee eines Außenseiters, der in der Schule immer als letzter in die Mannschaft gewählt wurde, der bei der Arbeit nicht von seiner Freundin sondern der Mutter angerufen wird, eine Handy-Tasche am Gürtel trägt und in der Kantine alleine sitzt - ganz nebenbei parodieren Kunde und Agentur mit dem Spot die selbstverliebten Stars in Hollywood, die gerne mal in epischer Breite davon berichten, wie sie über Wochen in Rollen geschlüpft sind, um diese authentisch darzustellen, Method Acting eben.

Mal ist Torbjörn ein Tisch, mal ein Stuhl, mal ein Regal
© Wirz
Mal ist Torbjörn ein Tisch, mal ein Stuhl, mal ein Regal
Unglaublich, wie viel Begeisterung Torbjörn in die Feststellung  legt, wie wichtig sein Job ist, dass ohne ihn kein Ikea-Katalog, immerhin ein Produkt, das in einer Auflage von 211 Millionen Exemplaren weltweit verteilt wird, erscheinen kann. Und das, obwohl weder die unglaublich coolen Hipster-Kollegen ihn wahrnehmen, von Respekt ganz zu schweigen, noch seine Mutter versteht, was er eigentlich macht. Aber Ikea versteht ihn und seine Kollegen - so zumindest die Message am Schuss des Spots, als der Möbelkonzern im letzten Satz mitteilt, dass Torbjörns Job wichtig ist, genau wie der von vielen Kollegen weltweit, die einen ebenso passionierten Job machen wie er. ems




stats