Wettbewerbskommission

Zusammenschluss von Ticketcorner mit Starticket untersagt

Die Weko hat gesprochen: Tamedias Starticket darf keine 100-Prozent-Tochter von Ringiers Ticketcorner werden.
Die Weko hat gesprochen: Tamedias Starticket darf keine 100-Prozent-Tochter von Ringiers Ticketcorner werden.
Die Wettbewerbskommission (Weko) untersagt das Zusammenschlussvorhaben zwischen Ticketcorner und Starticket. Der Grund: Das neue Unternehmen hätte eine verstärkte marktbeherrschende Stellung erhalten und damit den wirksamen Wettbewerb im Fremdvertrieb von Tickets beseitigt.
Die Weko erteilt Tamedia und Ringier eine Abfuhr: Ihre Ticktingservices Ticketcorner und Starticket dürfen sich nicht unter dem Dach von Ticketcorner zusammenschliessen. In ihrer Begründung zeigt die Weko zunächst das Geschäftsmodell der zwei Anbieter auf: Demnach bieten die beiden Portale den Veranstaltern von Konzerten, Shows usw. den Ticketvertrieb an. "Diese Dienstleistungen umfassen den physischen und Online-Vertrieb von Tickets (Fremdvertrieb) sowie die Vermarktung von Veranstaltungen (wie Werbung in Medien und Präsenz in sozialen Netzwerken)", schreibt die Weko. Anderseits stellen Ticketcorner und Starticket Veranstaltern auch Software-Lösungen zur Verfügung, um den Ticketvertrieb selber vorzunehmen (Eigenvertrieb). Durch den Zusammenschluss hätte Starticket eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Ticketcorner werden sollen.

Die vertiefte Prüfung der Weko habe aber ergeben, dass zwar auf dem Markt für Eigenvertrieb keine Probleme vorliegen würden. "Hingegen bestehen auf dem Markt für Fremdvertrieb deutliche Anhaltspunkte, dass Ticketcorner bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt über eine marktbeherrschende Stellung verfügt. Das geplante Zusammenschlussvorhaben hätte es den beiden Unternehmen erlaubt, den Schweizer Markt für Fremdvertrieb von Tickets zu kontrollieren und den wirksamen Wettbewerb zu beseitigen." Zudem hätte die Anbindung der beiden Unternehmen an die zwei grossen Mediengruppen Ringier und Tamedia die Stellung des neuen Unternehmens auf dem Markt verstärkt ("konglomerate Effekte").

Weit und breit niemand, der Tamedia und Ringier "diszipliniert"

Im Rahmen der Analyse blickte die Weko durchaus auch über die Landesgrenzen hinaus: Sie habe die Stellung der zurzeit auf dem Markt tätigen Unternehmen geprüft sowie potentielle Markteintritte von neuen Unternehmen berücksichtigt , schreibt sie. Ferner habe sie die Marktentwicklung und die Rolle von Unternehmen wie Spotify, Facebook und Google analysiert. "Die Weko ist zum Schluss gelangt, dass die aktuellen und potentiellen Mitbewerber, trotz technologischen Entwicklungen, nicht im Stande gewesen wären, eine hinreichend disziplinierende Wirkung auf das Verhalten der beiden Unternehmen zu bewirken." Die Weko habe auch "keine zielführenden Auflagen" gefunden, die erlaubt hätten, das Zusammenschlussvorhaben zu genehmigen. Demzufolge hat die Weko den geplanten Zusammenschluss untersagt.

Gegenwärtig gehört die Ticketcorner AG der Ticketcorner Holding, welche durch die Ringier-Gruppe und die CTS-Eventim-Gruppe gehalten wird. Starticket befindet sich im Eigentum der Tamedia AG.

Der Entscheid der Weko kann an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden.






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