Vom grössten Sonntagsblatt zur Regionaltitel

Philippe Pfister wird neuer Chefredaktor beim "Zofinger Tagblatt"

Behäbiger Lokaljournalismus statt angriffiger Boulevard: Philippe Pfister wechselt von der Grossstadt in die Provinz.
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Behäbiger Lokaljournalismus statt angriffiger Boulevard: Philippe Pfister wechselt von der Grossstadt in die Provinz.
Philippe Pfister, langjähriger stellvertretender Chefredaktor des SonntagsBlick, wird neuer Chefredaktor ZT-Newsroom. Die Funktion beinhaltet die publizistische Führung aller Print- und Digitalmedien des "Zofinger Tagblatts". Er übernimmt seine neue Aufgabe am 1. Januar 2017.
"Ich freue mich ausserordentlich, diese anspruchsvolle, vielfältige und spannende Aufgabe bei der ZT Medien AG übernehmen zu dürfen", sagt Philippe Pfister in einem Communiqué der Zofinger Tagblatt AG. Und weiter: "Die traditionsreiche regionale Verankerung, die Unabhängigkeit sowie der Ehrgeiz des Verwaltungsrats und der Unternehmensleitung, die Print- und Digitalmedien erfolgreich in die Zukunft zu führen, spornen mich an. Am meisten freue ich mich auf den ZT-Newsroom – und das motivierte Team dort."

Pfisters Wechsel beinhaltet gleich mehrere "Brüche": Vom nationalen Sonntagsblatt, das mit einer verbreiteten Auflage von 184.000 Exemplaren lange das Führende war, geht er zu einer Regionalzeitung mit 11.800 Exemplaren. Den frechen Boulevardtitel tauscht er mit der freundlichen Lokalzeitung aus. Statt einmal wöchentlich publiziert er nun sechsmal wöchentlich. Von der (fast) Weltstadt Zürich wechselt er ins Privinzstädtchen Zofingen und vom weltweit tätigen Medienkonzern Ringier zum KMU Zofinger Tagblatt AG. Auch die Redaktionsgrösse und vieles mehr dürften sich deutlich unterscheiden.



Philippe Pfister (52) wuchs in Altishofen LU auf und studierte in Zürich Geschichte und Publizistikwissenschaft. Seine ersten journalistischen Erfahrungen sammelte er beim "Willisauer Boten", später war er für verschiedene Luzerner Tages- und Lokalzeitungen tätig. Zwischen 1994 und 1999 war er erst Reporter, später Chefreporter beim "Blick", danach wechselte er zur "Sonntagszeitung", wo er fünfeinhalb Jahre das Nachrichtenressort leitete. 2007 war er massgeblich an der Lancierung der Pendlerzeitung "News" beteiligt, die er als Chefredaktor leitete. Zwischen April 2009 und August 2016 war er stellvertretender Chefredaktor des "SonntagsBlick". Mehrmals hatte er dort auf den Posten des Chefredaktor aspiriert, letztmals vor wenigen Wochen, als bekannt wurde, dass Wolfgang Büchner nach nur einem Jahr den SoBli verlässt. Ringier-CEO Marc Walder hat aber den jüngeren Christian Dorer als neuen Chefredaktor vorgezogen.


Berufsbegleitend absolvierte Philippe Pfister zwischen 2004 bis 2009 den Nachdiplomstudiengang "Philosophie + Management" an der Universität Luzern, den er mit einem Master abschloss. Pfister ist verheiratet und lebt in Zürich.
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