Verkehrsmittelwerbung

BernMobil kündigt demnächst Vertrag mit APG und plant eine Ausschreibung

BernMobil schreibt die Verkehrsmittelwerbung schon bald aus. Die APG bleibt aber mindestens noch bis Ende 2017 dafür zuständig.
© BernMobil
BernMobil schreibt die Verkehrsmittelwerbung schon bald aus. Die APG bleibt aber mindestens noch bis Ende 2017 dafür zuständig.
Die APG besorgt für BernMobil die Verkehrsmittelwerbung in und an den Fahrzeugen. Noch bis Ende 2017. Denn die Berner Verkehrsbetriebe haben angesagt, den Vertrag per Ende 2017 zu kündigen und voraussichtlich im Frühjahr 2017 eine Ausschreibung durchzuführen.
Auf 5 Tramlinien, 3 Trolley- und 16 Buslinien transportiert BernMobil auf ihrem Liniennetz jährlich über 100 Millionen Fahrgäste. Gemäss Website sind dafür 57 Trams und 140 Busse im Einsatz. Davon sind seit Ende September auch 21 neue Hybridbusse (Diesel/Elektro) im Einsatz, derzeit die schweizweit grösste Hybridbus-Flotte.

Diese Hybridbusse sind die ersten Fahrzeuge von BernMobil, die auch mit Bildschirmen für die Fahrgastinformation ausgerüstet sind. Darum hat BernMobil schon im Sommer über simap.ch einen Testbetrieb angekündigt, bei dem das Einspeisen von Informationen und Werbung getestet werden soll. "Der Werbe- und Medieninhalt wird durch den bestehenden Vertragspartner basierend auf den bestehenden Verträgen geliefert", hiess es damals. Anders gesagt: Die APG ist – zumindest was die Werbeeinspeisung anbelangt – in den Testbetrieb involviert. Doch weiter es hiess damals auf simap.ch: "Je nach Ausgang des Testbetriebs wird BernMobil die neu zu benötigenden Leistungen im ersten Quartal 2017 ausschreiben."

Letzteres ist nun offenbar fix. Auf Anfrage bestätigt Marketingleiter Marcel Jakob, dass er der APG zumindest mündlich die Kündigung per Ende 2017 schon kommuniziert habe, "nur den Brief haben wir noch nicht abgeschickt." Dafür sei noch Zeit bis Ende Dezember. Und voraussichtlich im nächsten Frühjahr werde die Ausschreibung stattfinden. "Es ist nicht so, dass wir mit der APG unzufrieden wären, im Gegenteil!", betont Jakob. Vielmehr handle es sich bei der Auschreibung um einen "normalen Prozess", auch deshalb, weil sich mit der neuen Fahrgastinformation das Gesamtangebot im Werbebereich verändere. "Die APG ist auf jeden Fall eingeladen, erneut zu offerieren", sagt Jakob. Noch offen sei, ob BernMobil die Verkehrsmittelwerbung, die Hängekartons in Fahrzeugen und an Fensterscheiben, Werbung auf den digitalen Screens, aussen bemalte Trams und Busse sowie Aussenwerbung auf dem Dach der Fahrzeuge umfasst, als Ganzes oder als Teilbereiche ausschreibt.

Neben der APG, die mit ihrer Tochter APG Traffic für verschiedene Verkehrsbetriebe (inklusive Postauto) die Verkehrsmittelwerbung besorgt, könnte beispielsweise auch die Firma PassengerTV am Auftrag von BernMobil interessiert sein. Mancherorts, etwa in den beiden Basel oder in der Westschweiz sind die Verkehrsbetriebe selbst – über eine eigens gegründete Tochterfirma – ins Werbegeschäft eingestiegen. Die Verkehrsbetriebe von Lausanne und Genf haben dazu kürzlich ihre Verkaufsabteilungen sogar zur Firma "TP Pub" zusammengelegt (HORIZONT Swiss berichtete). In diesem Zusammenhang machte Jean-Claude Schmalz,  Leiter von TP Pub eine interessante Anmerkung: Im Communiqué bezeichnete er die neue Allianz "als ersten Schritt hin zu einer gemeinsamen Werbeplattform für die öffentlichen Verkehrsbetriebe der wichtigsten Schweizer Städte". In diesem Sinn sei die Annäherung Genf-Lausanne "ein Test in Originalgrösse". Eine Werbeplattform für Schweizer Städte – ist das auch ein Projekt, an dem BernMobil interessiert ist? "Als Möglichkeit schliessen wir das nicht aus", sagt Jakob, "aber aktuell sind wir noch nicht so weit."




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