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DACH-Decker sitzen mitten in Europa

Stefan Kuhlow, CEO Werbe Weischer
Werbe Weischer
Stefan Kuhlow, CEO Werbe Weischer
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Die DACH-Region. Mitten in Europa, wirtschaftlich stark und voller Eigenheiten. HORIZONT hat Management- und Marketingentscheider befragt, was sie an Deutschland, Österreich und Schweiz schätzen.
Deustche, Österreicher und Schweizer sind Nachbarn, Freunde und auch Gegner. Sie lieben sich, ja und manchmal hassen sie sich auch. Aber sie können nicht ohne einander. Für die Wirtschaft ist die DACH-Region ein interessanter Raum, wenn man seine Eigenarten zu nehmen weiß, die Menschen und es versteht die Kunden genau anzusprechen. Sich einfach eine DACH-Bezeichung an die Visitenkarte zu kleben, reicht hier definitiv nicht. Warum das so ist, das verraten acht DACH-Entscheider aus unterschiedlichen Branchen. Die aber alle eines gemeinsam haben: viel Sympathie für den Wirtschaftsraum.

Alexandra Kolleth, Mitglied der Geschäftsleitung für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Linkedin

Alexandra Kolleth, Direktorin für den Bereich Marketinglösungen und Mitglied der Geschäftsleitung für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Linkedin
Alexandra Kolleth, Direktorin für den Bereich Marketinglösungen und Mitglied der Geschäftsleitung für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Linkedin (© Linkedin)
Was ist für Sie die Besonderheit an der DACH-Region? In unserer Region sind viele führende Unternehmen aus einer Reihe von Industrien – von FMCG über Automobil bis hin zu Schwerindustrie – angesiedelt. Das macht Marketing hier so spannend, da Ziele und Marketingprogramme von Kunde zu Kunde unterschiedlich sind. Es ist jeden Tag für mich eine neue, spannende Herausforderung den verschiedenen Anforderungen zu entsprechen und passende Empfehlungen und Marketingaktvitäten zusammenzustellen.


Welche strategische Bedeutung hat die Region für Ihr Unternehmen? Unseren Schätzungen nach kann LinkedIn im deutschsprachigen Raum circa 25 Millionen Mitgliedern erreichen. Seit Oktober 2016 haben wir neun Millionen Mitglieder, was uns noch viel Luft nach oben lässt. Daraus können Sie auch ersehen, wie wichtig die Region für uns ist: In anderen Ländern sind bereits um die 80 Prozent der arbeitenden Bevölkerung auf LinkedIn. Dort ist ein derartiges Wachstum natürlich nicht mehr möglich. Wir wachsen übrigens seit Februar 2015 sehr konstant in der Region um eine Million Mitglieder alle sieben Monate. Dies wird getrieben durch Innovationen für Nutzer und Kunden: So haben wir erst im Dezember 2015 unsere On-Demand-Lernplattform LinkedIn Learning vorgestellt.

Welche Orte in der DACH-Region muss man unbedingt gesehen haben? Aus der Marketing-Perspektive ist Köln mit der dmexco immer ein lohnenswertes Ziel, ebenso München mit der Internet World. Ich komme aus der Nähe von München, daher habe ich eine gewisse Vorliebe für den Alpenraum mit seinen Freizeitmöglichkeiten vom Wandern bis Skifahren oder auch den Wellnessangeboten. Allerdings würde ich einen Urlaub an der Nordsee auch nicht ausschlagen!

Was darf man einem Schweizer, Österreicher oder Deutschen nie sagen? Im Vergleich zu anderen Gegenden ist die DACH-Region sehr durch Effizienz und Faktenwissen geprägt. Deswegen werden hohle Phrasen und 08/15-Antworten nicht gerne gehört. Eine Frage mit "Ich weiß nicht" zu beantworten ist hier auch ein No-Go, das man lieber durch lösungsorientierte Ansätze wie "Das muss ich nochmal genauer nachprüfen" ersetzen sollte.

Michael Hähnel, General Manager DACH /Vorsitzender der Geschäftsleitung

MIchael Hähnel, General Manager DACH /Vorsitzender der Geschäftsleitung, Bahlsen
MIchael Hähnel, General Manager DACH /Vorsitzender der Geschäftsleitung, Bahlsen (© Bahlsen)
Was ist für Sie die Besonderheit an der DACH-Region? Man sollte nicht dem Irrtum unterliegen, dass nur weil alle Deutsch sprechen (und selbst das stimmt ja nur bedingt in der Schweiz), es mit „one fits all“ möglich ist, erfolgreich zu sein.So sind sowohl Werbegeschmack als auch Produktgeschmack nicht unbedingt immer gleich. Bahlsen führt in Österreich Produkte, die es in Deutschland zum Beispiel gar nicht gibt und umgedreht. Aber auch der Humor – ein großer Teil von Werbung -  ist nicht unbedingt in allen drei Ländern identisch. Entscheidend ist zu wissen, wann und wo das gleiche genutzt werden kann, etwas adaptiert werden sollte oder eigen gestaltet werden muss.

Welche strategische Bedeutung hat die Region für Ihr Unternehmen? Eine Große! Die Region DACH ist für Bahlsen nach wie vor wichtigster Markt. Als hannoversches Unternehmen sind nicht nur unsere Wurzeln deutsch, sondern auch die Produktentwicklung und ein sehr großer Teil unserer Produktion ist hier lokalisiert. In Deutschland sind wir Marktführer mit einer Markenbekanntheit von nahezu 100 Prozent. Auch in Österreich ist die Markenbekanntheit hervorragend und doch wir sehen weiteres Potential, daher wollen wir die Marktstellung der Brands weiter ausbauen. Wir beschäftigen uns aktuell sehr stark mit dem österreichischen Markt, haben hier die Organisation umgebaut und werden dort auch marketingtechnisch in 2017 angreifen.

Wie hoch ist der prozentuale Anteil der DACH-Region am Gesamtumsatz? Etwa die Hälfte des Umsatzes kommt aus der Region DACH.

Welche Orte in der DACH-Region muss man unbedingt gesehen haben? Wien (Die Zentrale von Österreich mit unglaublicher Backtradition)

St.Anton (Skifahrn – besser geht nicht)

Hannover – denn da kommt der Original Butterkeks her

Berlin – eine echte Metropole und jedes Jahr ein bisschen anders

Hamburg – unfassbar schön &meine Heimatstadt

Luzern (total unterschätzt)

Zürich – na klar – das New York der Schweiz.

Was darf man einem Schweizer, Österreicher oder Deutschen nie sagen? Deutsche hören gar nicht gerne wenn der Österreicher etwas abfällig von den "Piefkes" spricht – wer aber gerne Tatort schaut, weiss das dies wohl nicht zu vermeiden ist. Mit einem Österreicher sollte man lieber über Skifahren sprechen als über Fußball. Was der Deutsche oder der Österreicher beim Schweizer Sprachtempo als "gemütlich"oder der "hat die Ruhe weg" bezeichnen würde,  definiert der Schweizer selbst ganz anders. Er ist nicht der Meinung, dass er langsam redet, sondern dass er sich gewählt ausdrückt und das braucht Zeit.

Sarah Kolind, Head of DACH, Momondo

Sarah Kolind, Head of DACH bei Momondo
Sarah Kolind, Head of DACH bei Momondo (© Momondo)
Was ist für Sie die Besonderheit an der DACH-Region?
Die DACH-Region ist Europas größter Markt für Metasuchmaschinen, daher ist diese Region aus einer wirtschaftlichen Perspektive von großer Bedeutung für momondo. Als dänische Firma mit globalen Ambitionen bildet die DACH-Region den natürlichen ersten Schritt nach Europa. Auch dank der vielen Ähnlichkeiten der Konsumenten aus Dänemark und der DACH-Region konnten hier viele Learnings übernommen werden. Außerdem ist die Region interessant auf Grund ihrer starken Kaufkraft und ihren qualitätsbewussten Konsumenten. Natürlich ist auch die Konkurrenz hoch und daher ist das Angebot eines differenzierten Produktes ausschlaggebend für den Erfolg.

Welche strategische Bedeutung hat die Region für Ihr Unternehmen? Besonders der Eintritt in den deutschen Markt war ein sehr großer Schritt für uns, bei welchem wir die Chance erhielten, unsere Kompetenzen voll auszuschöpfen und zu zeigen, dass es sogar kleine Firmen aus Dänemark in Deutschland schaffen können. Die gleichen Überlegungen haben wir uns zur gesamten DACH-Region gemacht, da alle Märkte durch ihre starke Konkurrenz charakterisiert sind. momondo als Unternehmen kann schneller wachsen, wenn wir das Wachstum in der DACH-Region etablieren. In der Zukunft zählen zu unseren strategischen Zielen in der DACH-Region, dass wir ein schnelleres Wachstum als unsere Wettbewerber erzielen und dass wir unsere Markenbekanntheit weiter erhöhen können.

Wie hoch ist der prozentuale Anteil der DACH-Region am Gesamtumsatz?
Leider können wir nicht bekanntgeben, wie hoch der prozentuale Anteil der DACH-Region am Gesamtumsatz ist. Allerdings können wir feststellen, dass seit der Markteinführung in Deutschland im Jahr 2008 und in Österreich und der Schweiz im Jahr 2014 in allen Märkten ein immenses Wachstum zu verzeichnen ist. Vom Jahr 2015 zu 2016 sind wir 97 Prozent in Deutschland, 225 Prozent in Österreich und 262 Prozent in der Schweiz gewachsen. Unser Ziel ist es, auch im Jahr 2017 hohe Wachstumsraten beizubehalten, die von erheblichen Marketinginvestitionen angetrieben werden, sodass wir fast ganzjährig mit unseren TV-Spots "on air" sein können.

Welche Orte in der DACH-Region muss man unbedingt gesehen haben?Als ein Unternehmen, dass die Menschen dazu ermutigen möchte, die Welt zu öffnen und all die aufregenden Orte und die Vielfalt um uns herum zu entdecken, fällt es uns nicht leicht, einzelne Orte in der DACH-Region hervorzuheben. Doch zu unseren Favoriten zählt beispielsweise der Grüne See in Österreich. Nach der Schneeschmelze füllt er sich jährlich mit kristallklarem Schmelzwasser und erstrahlt dann in seiner smaragdgrünen Farbe. In der Schweiz sollte man die Matterhorn-Spiegelung auf der Wasseroberfläche des Stellisees nicht verpassen. Man sagt, dass das Matterhorn der meistfotografierte Berg der Schweiz, vielleicht sogar der Welt, sei. In Deutschland stellt das Drei-Flüsse-Eck in Passau einen Geheimtipp dar. Es ist ein wahres Erlebnis, wenn man sieht, wie das Blau der Donau, das Grün des Inns und das Schwarz der Ilz zu einem werden.

Was darf man einem Schweizer, Österreicher oder Deutschen nie sagen?
Man darf Österreichern nicht sagen, dass sie der kleine Bruder Deutschlands sind. Einem Schweizer sollte man nicht unterstellen, dass er Franzose/Deutscher/Italiener sei und dass es ”eh das Gleiche ist”. Außerdem sollte man einem Schweizer nicht sagen, dass Käsefondue keine ausgewogene Mahlzeit ist. Einen Deutschen sollten man nicht fragen, ob er oft ein Dirdl oder Lederhosen trägt. Man sollte es auch unterlassen, das deutsche Bier als langweilig abzustempeln.

Lukas Eiselin, Head of Brand and Communications, Ricola

Lukas Eiselin, Head of Brand and Communications, Ricola
Lukas Eiselin, Head of Brand and Communications, Ricola (© Ricola)
Was ist für Sie die Besonderheit an der DACH-Region? Die Schweiz, Deutschland und Österreich sind Märkte mit langer Historie, in denen unser Konsument das erste Ricola Bonbon oft als Kind von der Grossmutter erhalten hat. In der DACH Region war auch die „Wer hat’s erfunden“ Kampagne am erfolgreichsten. Fast jeder kann sich noch an die TV Spots erinnern, die die Erfindung des Kräuterzuckers auf lustig-skurrile Art verteidigten. Dieses Konzept hat sich nicht nur in den Köpfen der Menschen verankert, sondern Eingang in den alltäglichen Sprachgebrauch gefunden.

Welche strategische Bedeutung hat die Region für Ihr Unternehmen? Die Schweiz ist die Heimat von Ricola. Der Bäckermeister Emil Richterich hat 1930 das Unternehmen in Laufen bei Basel gegründet und zehn Jahre später den bekannten Schweizer Kräuterzucker erfunden. Die Ricola Kräuter kommen aus dem Schweizer Berggebiet und die gesamte Bonbonproduktion ist nach wie vor in Laufen. Nirgends auf der Welt werden so viele Bonbons pro Mund gelutscht wie in der Schweiz. Deutschland war in den 1960er Jahren unser erster Exportmarkt. Nachdem unser Schweizer Kräuterzucker dort zunächst als unverkäuflich bezeichnet wurde, ist Deutschland heute einer unserer Top 5 Märkte weltweit.

Wie hoch ist der prozentuale Anteil der DACH-Region am Gesamtumsatz? Deutschland und die Schweiz zählen zu unseren Top 5 Märkten. Insgesamt macht der Umsatz der DACH-Region über ein Drittel vom Gesamtumsatz aus.

Welche Orte in der DACH-Region muss man unbedingt gesehen haben? Zermatt - nicht umsonst wird das Matterhorn von Ricola und anderen Schweizer Marken immer wieder in der Werbung eingesetzt. Dieser Berg hat etwas Magisches, das zum Beispiel bei einer Wanderung rund um den Gornergrat erlebt werden kann. In Zermatt befindet sich auch einer der sechs Ricola Kräutergärten, in denen Besucher die Welt der Ricola Kräuter erleben können.

Was darf man einem Schweizer, Österreicher oder Deutschen nie sagen? Dass sie ohnehin alle gleich sind.

Thomas Schönen, Head of Brand, Communications, Digital & Marketing, Philips

Thomas Schönen, Head of Brand, Communications & Digital DACH Philips
Thomas Schönen, Head of Brand, Communications & Digital DACH Philips (© Philips)
Was ist für Sie die Besonderheit an der DACH-Region? Die DACH Region steht für höchste Qualität und Qualifikation in der Produktion, in der Ausbildung und im Bildungswesen, im Management und in der Firmenkultur. Hohe Kauf- und Innovationskraft und höchste Sicherheit in Planungs- und allen Rahmenbedingungen sind Faktoren, die gerade in heutigen Zeiten wieder zu neuer Intensität heranwachsen. Alles in allem ein extrem interessanter, entwickelter und wichtiger Markt mit globaler Impulskraft.

Welche strategische Bedeutung hat die Region für Ihr Unternehmen? Es ist der wichtigste und größter Markt für Philips weltweit nach den USA und China.

Wie hoch ist der prozentuale Anteil der DACH-Region am Gesamtumsatz? Das weisen wir nicht separat aus.

Welche Orte in der DACH-Region muss man unbedingt gesehen haben?

Hamburg, nicht nur weil es für mich die schönste Stadt der Welt und das Headquarter von Philips DACH ist. Dazu gesellt sich jetzt auch noch eine Attraktion wie die neue Elbphilharmonie  - ein weltweiter Hotspot für klassische Musik  und als Ikone der moderene Architektur ein Ort in DACH, den man gesehen haben muss.

Was darf man einem Schweizer, Österreicher oder Deutschen nie sagen? Dem Schweizer: "Ihr seid doch auch eine deutschsprachiges Land…"

Dem Österreicher: "Könnt Ihr nicht einfach den deutschen TV Spot so übernehmen?" (ohne lokales Voice-Over)

Dem Deutschen: "Warum sind Eure Preise nicht so schön hoch wie in der Schweiz?"

Thomas D. Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture Schweiz

Thomas D. Meyer, Geschäftsführer von Accenture Digital in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture Schweiz
Thomas D. Meyer, Geschäftsführer von Accenture Digital in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture Schweiz (© Accenture)
Was ist für Sie die Besonderheit an der DACH-Region?
Die Stärke – aber auch die gegenwärtige Verwundbarkeit – des industriellen Sektors. Unsere Leitindustrien im Maschinen- und Anlagenbau, dem Automobilbereich sowie der Pharma- und Chemieindustrie sind weltweit führend. Sie waren stets Wachstumsmotor und werden das auch in Zukunft sein, wenn die Unternehmen die Digitalisierung als derzeit größte Herausforderung zielstrebig und mutig angehen. Mit unserer eng vernetzten Forschungsinfrastruktur, vielen stark aufgestellten Industrieclustern und hervorragend ausgebildeten Fachkräften befinden wir uns in einer starken Position, bei der Digitalisierung ganz vorne mit dabei zu sein. Daneben machen die zentrale geographische Lage in Europa, die vergleichbar sicheren und ruhigen sozialen Rahmenbedingungen und das unglaublich vielfältige touristische Potential die DACH-Region einmalig.

Welche strategische Bedeutung hat die Region für Ihr Unternehmen? Die Region ist der weltweite Wachstums- und Innovationstreiber in der vierten industriellen Revolution. Von dieser Digitalisierung der klassischen Leitindustrien profitiert Accenture als Unternehmen, indem wir unsere Kunden bei der digitalen Transformation, dem Aufbau von vernetzten Geschäftsmodellen und Innovationsökosystemen unterstützen.

Wie hoch ist der prozentuale Anteil der DACH-Region am Gesamtumsatz? Die Region ist für uns eine der dynamischsten weltweit, in denen wir am stärksten wachsen. Das liegt vor allem an den vielen international und global tätigen Klienten, die wir hier haben, und mit denen wir signifikantes Geschäft auch über den lokalen Beitrag hinaus generieren.

Welche Orte in der DACH-Region muss man unbedingt gesehen haben? Stoos, ein kleines Dorf in der Zentralschweiz, hoch über dem Vierwaldstätter See gelegen. Die Verbindung aus Wasser, Bergen und Stille ist einmalig, denn der Ort ist autofrei. Stoos ist nicht nur ein wichtiger Teil meiner Kinder- und Jugendzeit, sondern auch Austragungsort eines winterlichen Wettrennens der etwas anderen Art. Hier brettern Gäste aus nah und fern einmal im Jahr mit Badewannen statt mit Skiern die Piste herunter. Was darf man einem Schweizer, Österreicher oder Deutschen nie sagen? Als Deutscher in der Schweiz nie „Ich kriege ein Bier!“ an der Bar rufen. Als Schweizer vor einem Deutschen sich auf keinen Fall mit „Wir haben es erfunden!“ brüsten. Als Österreicher in der Schweiz bloß nicht „Wir sind die besseren Skifahrer!“ sagen. Und als Schweizer in Österreich…ganz genau: Die Aussage „Wir sind die besseren Skifahrer!“ ist hier ebenfalls tabu.

Stefan Kuhlow, CEO Weischer Media

Stefan Kuhlow, CEO Werbe Weischer
Stefan Kuhlow, CEO Werbe Weischer (© Werbe Weischer)
Was ist für Sie die Besonderheit an der DACH-Region? Die einheitliche Sprache… (lacht). Man denke nur an das lupenreine Schwitzerdütsch und das glasklare Niederbayrisch. Achten Sie mal drauf, was Sie bekommen, wenn sie in südlichen Gefilden eine Frikadelle bestellen. In der Regel nur fassungslose Gesichter. Nein im Ernst, eine ganze Reihe von Kunden denken in ihren Kampagnen mittlerweile in übergreifenden DACH-Strategien, somit ist unsere Präsenz in allen drei Ländern von strategischem Vorteil.


Welche strategische Bedeutung hat die Region für Ihr Unternehmen? Die DACH-Region ist natürlich wirtschaftlich eine sehr zentrale Region innerhalb Europas. Wir haben in den letzten Jahren viel getan, um diesen Markt für uns zu erschließen. Heute können wir sagen, dass wir mit deutlichem Abstand der führende Kinovermarkter in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind.

Wie hoch ist der prozentuale Anteil der DACH-Region am Gesamtumsatz? Gefühlt 200 Prozent. Nein im Ernst, wir liegen tatsächlich im Kinobereich bei 100 Prozent und freuen uns täglich darüber.

Welche Orte in der DACH-Region muss man unbedingt gesehen haben? Buxtehude – weil ja jeder weiß, dass Buxtehude im GfK Test-Panel ist. Unter Kinogesichtspunkten ist Locarno absolut sehenswert. Überhaupt gibt es in der DACH Region beeindruckende Lichtspielhäuser. Zum Beispiel in Berlin den Zoopalast oder in Wien das Breitenseer Lichtspielhaus - im Übrigen das älteste dauernd bespielte Kino der Welt.

Was darf man einem Schweizer, Österreicher oder Deutschen nie sagen? Wir alle leben und lieben deutschsprachiges Kino, aber die kulturellen Unterschiede findet man überall. Die erste Hürde ist ja bereits das Begrüßungszeremoniell zu überstehen, während man in der Schweiz das andere Geschlecht nicht unter drei Bussis begrüßt, ist in Hamburg jeder über einen ordentlich Händedruck hinausgehende Körperkontakt definitiv zu viel.

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