Monocle

Was Tyler Brûlé mit dem Büro in Zürich vorhat

Winter Edition von Monocle
© Monocle
Winter Edition von Monocle
Im Frühjahr 2018 soll es soweit sein: Dann will Tyler Brûlé mit einer 9-köpfigen Mannschaft in Zürich am Start sein und mit seiner Medienmarke Monocle ein umfangreiches Programm auffahren.

Bislang ist der Firmensitz von Monocle in der Schweiz eine formale Sache: Angestellt sind dort Monocle-Gründer Tyler Brûlé und eine Assistentin. Bis zum Frühjahr, wohl März oder April, soll das ganz anders werden. Dann sollen bis zu 9 Mitarbeiter ein neues Quartier in Seefeld beziehen, ganz in der Nähe von Ringier und der NZZ. Zwei neue Kollegen hat Brûlé bereits verpflichtet - Details kann er noch nicht verraten.

Ein kompletter Brexit wird der Aufbau des Schweizer Offices nicht werden, die 125 Mitarbeiter in London hätten nichts zu befürchten, lacht Brûlé im Gespräch mit Horizont Swiss. Ein, zwei von ihnen könnten allerdings wechseln, um das Team für die Schweiz komplett zu machen. Ziel ist, zum offiziellen Start der Niederlassung "drei Mitarbeiter auf der Verlagsseite, zwei für die Redaktion, einen für unser Agentur-Geschäft und eine Assistenz zu besetzten", sagt Brûlé. Mittelfristig soll die Mannschaft auf 15 Beschäftigte ausgebaut werden.

Monocle brauche das neue Team, "um Anzeigenkunden und Kooperationspartner in der Schweiz, Deutschland und Italien besser betreuen zu können", erklärt der Herausgeber. Immerhin ist die Schweiz vor Italien, Japan und Deutschland der wichtigste Anzeigenmarkt für Monocle. "Dass wir von Grossbritannien aus arbeiten, schafft aktuelle eine distanzierte Wahrnehmung bei manchen Gesprächspartnern", sagt Brûlé. Bei manchem herrsche dank der Brexit-Thematik das Empfinden, Monocle gehöre nicht zu Europa. Das soll sich mit dem Start in Zürich ändern.

"Monocle"-Chefredaktor Tyler Brûlé.
© zvg.
"Monocle"-Chefredaktor Tyler Brûlé.
Zwar arbeite Monocle bereits mit Auftraggebern wie UBS, Rolex und Omega. Die vielen potenziellen Anzeigenkunden, die die Märkte in der Schweiz, Italien und Deutschland bieten würden, hätten aber noch keinen guten Kontakt zu Monocle, so Brûlé weiter.

Ihnen und den Lesern will Brûlé in Zukunft nicht nur weitere Winter beziehungsweise Sommer-Editions mit wöchentlicher Erscheinungsweise sowie das "normale" Monocle bieten, sondern auch eine neue radio-Show, die in Zürich produziert wird und täglich mit einer Morning Show auf Sendung geht. Gleiches plant Brûlé übrigens auch für den asiatischen Raum: Demnächst soll in Bangkok ein Team starten, das allmorgentlich nach dortiger Zeit Content erstellt und sendet.

Neben dem Start des Zürcher Offices steht auch der Relaunch von Monocle.com auf Brûlés Plan: Vor allem an der Übersichtlichkeit und Nutzerfreundlichkeit will er beim Relaunch arbeiten. Vier Schwerpunkte sollen den Auftritt in Zukunft dominieren: Meinung, die Radiostation, E-Commerce und Reise-Informationen. Welche dieser Inhalte in Zukunft noch kostenlos verfügbar sein werden, wird bei Monocle aktuell auch stark diskutiert. Ebenso wie das Dauerthema Social Media, das Brûlé konsequent ablehnt. "Ich glaube nicht, dass von Traffic, den beispielsweise Facebook mit Inhalten generiert, die die Verlage ihm kostenlos zur Verfügung stellen, wirklich zu ihnen zurückkommt. Von den Anzeigengeldern schon gar nicht", sagt er. ems




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