Total Audience 2016-1, Teil IV

Unter den 14-täglichen Titeln ist nur "Bilan" wirklich erfolgreich

Bilanz, der "Benjamin" unter den 14-täglich erscheinenden Titeln, kann sich dank Reichweitenzuwachs als einziger positiv abheben.
Knöpfli
Bilanz, der "Benjamin" unter den 14-täglich erscheinenden Titeln, kann sich dank Reichweitenzuwachs als einziger positiv abheben.
Die in der Total Audience 2016-1 ausgewiesenen 14-täglich und monatlich erscheinenden Titel geben ein eher trauriges Bild ab: Sie verlieren bei der Gesamtreichweite. Einzig das Westschweizer Magazin "Bilan" kann bei allen Nutzerkategorien leicht zulegen.
Auf der einen Seite weisen die Monatstitel und die 14-täglich erscheinenden Zeitschriften dank der Onlinenutzung überaus hohe Reichweitengewinne aus, andrerseits verlieren einige von ihnen recht klar – sowohl im Print- als auch im Onlinebereich. Und einmal mehr weisen diese Titel einzig bei den Doppelnutzern Zuwachs auf.

Doch der Reihe nach: Den höchsten Reichweitengewinn dank Onlineangebot erreicht das "NZZ Folio" mit einem Plus von sage und schreibe 246 Prozent! Doch weil auf nzz.ch auch die Zugriffe auf Inhalte in "NZZ" und "NZZ am Sonntag" zusammenlaufen, kann man die Gesamtreichweite des NZZ-Monatstitels nicht für bare Münze nehmen. Die Zugriffe lassen sich halt nicht eindeutig einem der drei an nzz.ch beteiligten Titeln zuordnen.
Die Gesamtreichweite der "Saisonküche" büsst 8 Prozent ein, jene des "NZZ Folio" 5 Prozent.
Die Gesamtreichweite der "Saisonküche" büsst 8 Prozent ein, jene des "NZZ Folio" 5 Prozent. (© Knöpfli)
Klar ist hingegen die Situation bei der dreisprachigen "Saisonküche": Sie kann ihre Reichweite gegenüber der der Printreichweite zwar "nur" um 28 Prozent steigern. Doch das sind 191.000 Nutzer, also ein deutlicher Gewinn.

Erstaunlich ist auch die Steigerung, die der Westschweizer Wirtschaftstitel "Bilan" an den Tag legt: Dank Onlinenutzern überragt seine Gesamtreichweite jene von Print um 190 Prozent! Doch hier muss man ebenfalls relativieren. Denn die Onlinenutzung ist in Monatswerten ausgewiesen, der Printtitel erscheint aber 14-täglich. Korrekterweise müsste man deshalb die Printreichweite doppelt rechnen, wodurch sich die Onlinenutzung anteilsmässig natürlich vermindern würde. Das gilt auch für die andern zweiwöchentlich erscheinenden Titel. Insofern sind auch die Onlineanteile bei "Bilanz" (+74 Prozent), "Annabelle" (+56 Prozent) und "Beobachter" (+43 Prozent) überhöht. Solange man sie aber nur unter einander vergleicht, stellt dies kein Problem dar.

Ob Monats- oder 14-tägliche Titel – eines ist den meisten von ihnen gemeinsam: Ihre Gesamtreichweite ist rückläufig, weil sie sowohl bei den reinen Print- als auch bei den reinen Onlinenutzern verlieren. Am deutlichsten geht die Gesamtreichweite bei der "Saisonküche" zurück (-7 Prozent oder 68.000 Nutzer), gefolgt vom "NZZ Folio" zurück (-5% oder 66.000 Nutzer) und beim "Beobachter" (-3 Prozent).

Zuwächse gibt es einzig bei den Doppelnutzern. Doch weil es sich dabei meist nur um Verschiebungen von einer Nutzerkategorie zur andern handelt, bewirken diese keinen Gesamtreichweitengewinn. Kurz: Auch die Verleger der monatlich und 14-täglich erscheinenden Magazine müssen sich längerfristig etwas einfallen lassen.

Die einzige löbliche Aussnahme bildet "Bilan", ausgrechnet der kleinste der hier aufgeführten Titel: Das Magazin kann seine Gesamtreichweite um immerhin 13 Prozent steigern, indem er nicht nur seine Printreichweite (inklusive Doppelnutzer) leicht erhöht, sondern auch bei den reinen Onlinenutzern um 13.000 Personen auszubauen vermag.

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