Tim Berners-Lee

Erfinder des WWW fordert Umdenken

Auftritt einer Legende: Sir Tim Berners-Lee
© WWF
Auftritt einer Legende: Sir Tim Berners-Lee
Der Auftritt von Sir Tim Berners-Lee, Erfinder von HTML und WWW, MIT-Professor, beim World Web Forum in Zürich stimmt nachdenklich - vor allem die Legende selbst, die mit dem, was aus seiner Idee geworden ist, unzufrieden ist.
Freie Kommunikation von einem Firmenstandort zum anderen hatte Sir Berners-Lee zunächst vor Augen, als er bei seinem damaligen Arbeitgebern CERN in der Schweiz seine Idee vom World Wide Web entwickelte. Die utopische Vorstellung einer weltumspannenden, grenzenlosen, aber demokratischen Kommunikation ist Geschichte - im doppelten Wortsinn. Denn sie ist inzwischen der Desillusion gewichen "Ein absurder Zustand" herrscht laut Berners-Lee, Zensur, Silos, Hate-Speech dominieren aktuell die Debatte um das WWW.


"Netzwerke wie Facebook, Twitter und LinkedIn haben Silos aufgebaut. Ein Austausch von Daten zwischen ihnen ist mindestens umständlich, wenn nicht gar unmöglich", kritisiert Berners-Lee. Auch der Mechanismus, dass mit negativen Schlagzeilen mehr Geld zu verdienen sei, als mit der Wahrheit, weil diese weniger Klicks provozieren, die Verantwortlichen das aber einfach akzeptieren würden, ärgert ihn: "Es bringt mehr Werbegeld, ist aber nicht kreativ - aber wer heute mit dem Web arbeitet, sollte sich überlegen, was er Gutes bewirken kann", fordert er. 

Mit seinem Team am MIT arbeitet er deshalb daran, das WWW noch einmal neu zu erfinden. Mehr Kontrolle über die eigenen Daten sollen die Nutzer haben, das Web soll dezentralisiert werden. ems






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