The Walker Agency

Wie Amnesty mit Selfies für die Freilassung eines inhaftierten Journalisten kämpft

Amnesty projizierte die Gesichter von Pendlern auf die Live-Poster, um auf den inhaftierten Mahadine aufmerksam zu machen
© Amnesty International
Amnesty projizierte die Gesichter von Pendlern auf die Live-Poster, um auf den inhaftierten Mahadine aufmerksam zu machen
Amnesty International Schweiz macht sich für die Freilassung des unschuldig inhaftierten Journalisten Mahadine stark, indem es Aktivisten aufruft, Gesicht zu zeigen. Das Kalkül: Selfies sollen den Druck auf die Regierung im Tschad erhöhen. Teil der Kampagne "I'm here" von Walker Zürich war auch eine Live-Poster-Installation am Berner Bahnhof, mit der sich Pendler spontan für Mahadine einsetzen konnten.
Zum Hintergrund: Tadjadine Mahamat Babouri, auch bekannt als Mahadine, ist Blogger im Tschad. Nachdem er regierungskritische Videos auf Facebook postete, wurde er laut Amnesty International auf offener Straße festgenommen und anschließend im Gefängnis gefoltert. Nun droht ihm lebenslange Haft. Amnesty International Schweiz machte am Internationalen Tag der Menschenrechte auf diesen Fall aufmerksam und errichtete Live-Poster am Berner Hauptbahnhof.

Auf die Poster wurden für jeweils eine Minute die Selfies von Pendlern projiziert, um auf diese Weise ihre Unterstützung auszudrücken. Neben dem Gesicht erschien der Satz und Kampagnentitel "I'm here". Wie Fabienne Jaconet, Verantwortliche für Programm-Kampagnen bei der NGO, im Video erklärt, sollen vor allem Digital Natives durch die Aktion darauf aufmerksam gemacht werden, wie einfach es ist, sich für Menschenrechte einzusetzen - und dass man dafür nicht zwangsläufig Briefe unterzeichnen muss. Aus allen Selfies wurde ein Mosaik zusammengefügt, das Amnesty Schweiz an die Regierung im Tschad senden will.

Die "I'm here"-Kampagne wird online auf einer Microsite weitergeführt. Hier können sich die Website-Besucher ebenfalls für die Freilassung Mahadines einsetzen, indem sie ein Foto von sich hochladen und die Aktion unterstützen. Seit dem Launch am 27. November haben bereits mehr als 1.000 Menschen ihr Bild geteilt. Darüber hinaus weisen Offline-Poster sowie ein Teaserfilm im TV und in den sozialen Medien auf die Kampagne hin.

Grundsätzlich sollen die Kampagne und der zugehörige Film verdeutlichen, was man alles mit seinem Gesicht machen kann. Nicht nur ein Telefon entsperren oder die Zukunft ablesen - sondern auch einen unschuldigen Mann befreien, so die Message von Amnesty International.

Die Kampagne wurde von Walker Zürich kreiert, wo Cornelia Nünlist, Stefanie Huber, Catherine Elf, Roger Beckett, Pius Walker, Delia Guerriero, Emma Hoti, Marina Cassado und Marjeta Morinc mit dem Projekt betraut waren. Die Produktion übernahmen Patman, Patrick Stoll sowie Moritz Schuler von Station Zürichbre


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