Tamedia / Goldbach

Die Weko prüft vertieft

So schnell darf sich Tamedia nicht mit Goldbach erweitern. Die Weko will genauer hinschauen.
zvg
So schnell darf sich Tamedia nicht mit Goldbach erweitern. Die Weko will genauer hinschauen.
Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) wird die Übernahme der Goldbach Group durch Tamedia vertieft prüfen. Der Vollzug verschiebt sich damit auf September oder Oktober 2018.
Die Eidgenössische Wettbewerbskommission Weko hat entschieden, die geplante Übernahme der Goldbach Group durch Tamedia vertieft zu prüfen. Der Vollzug der Übernahme verschiebt sich damit auf September oder Oktober 2018.

Christoph Tonini, CEO von Tamedia, sagt dazu: "Wir nehmen den Entscheid der Weko, die Übernahme vertieft zu prüfen, zur Kenntnis. Wir gehen unverändert davon aus, dass die Weko der Übernahme zustimmen wird, da Goldbach und Tamedia in unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig sind. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass wir die Übernahme wie geplant in der zweiten Jahreshälfte vollziehen können."

Eine weitere Voraussetzung für die Übernahme der Goldbach Group durch Tamedia ist bereits erfüllt. Bis zum Ende der Angebotsfrist am 11. April 2018 wurden Tamedia 96.90 Prozent der maximalen Anzahl Goldbach-Aktien, auf die sich das Angebot bezieht, angedient. Nach dem Vollzug plant Tamedia, die Goldbach Group zu dekotieren.
Die Weko begründet
Gemäss Communiqué beabsichtigen Tamedia und Godbach, "zu einem der reichweitenstärksten Vermarkter in der Schweiz zu werden". "Es bestehen Anhaltspunkte, dass der Zusammenschluss eine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt."

Tamedia erreichte mit über 50 Medien und Digitalplattformen einen grossen Teil der Schweizer Bevölkerung in sämtlichen Sprachregionen. Goldbach besitzt in der Schweiz eine der führenden Positionen in der Vermarktung elektronischer Medien. Zusammen planen Tamedia und Goldbach, künftig reichweitenstarke 360-Grad-Angebote in den Bereichen TV, Radio, Print und Online sowie Plakat- bzw. Aussenwerbung anzubieten.

Die Weko kommt aufgrund der vorläufigen Prüfung zum Schluss, dass der Zusammenschluss über die einzelnen Werbekanäle (TV, Radio, Print, Online, Plakat- bzw. Aussenwerbung) hinweg zu Verbundeffekten führen könnte, die eine marktbeherrschende Stellung begründen oder eine bereits bestehende verstärken könnten. Daher wird die Weko vertieft prüfen, wie sich das geplante Zusammenschlussvorhaben auf den Wettbewerb auswirkt. Die Prüfung hat innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Monaten zu erfolgen.
Mit Blick auf den aufgeschobenen Vollzug wird in den nächsten Tagen eine zweite Handelslinie für die in das Kaufangebot angedienten Goldbach-Aktien eröffnet. Auf dieser zweiten Handelslinie können in das Kaufangebot angediente Goldbach-Aktien (Goldbach Namenaktien angedient, Valorennummer 40350274, ISIN CH0403502740) bis einige Tage vor dem Vollzug des Kaufangebots gehandelt werden.

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