Tamedia

Trotz starkem Rückgang der Print-Werbung ein mormalisiertes Ergebnis auf Vorjahresniveau

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Die Mediengruppe Tamedia erreichte im ersten Halbjahr einen Betriebsertrag von 475.1 Millionen Franken (-5.7 Prozent). Das Ergebnis stieg auf 76.6 Millionen Franken (+37.1 Prozent). Das normalisierte Ergebnis nach Steuern ohne Berücksichtigung von Sondereffekten liegt mit 54.5 Millionen Franken (-2.5 Prozent) fast auf dem Niveau des Vorjahres.
Der Umsatz (Betriebsertrag) der Schweizer Mediengruppe ging im ersten Halbjahr 2017 um 5.7 Prozent auf 475.1 Millionen Franken (Vorjahr 503.6 Millionen Franken) zurück. Hauptgrund ist der Rückgang des Print-Werbemarktes um 12 Prozent gegenüber Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg, aufgrund eines tieferen Vorsorgeaufwandes nach IAS 19, um 27.7 Prozent auf 127.3 Millionen Franken (Vorjahr 99.7 Millionen Franken). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs um 55.3 Prozent auf 95.2 Millionen Franken (Vorjahr 61.3 Millionen Franken), wobei diese Zunahme unter anderem auf tiefere Abschreibungen aufgrund einer verlängerten Nutzungsdauer der drei Druckzentren von Tamedia zurückzuführen ist. Das normalisierte Ergebnis nach Steuern ohne Berücksichtigung von Sondereffekten, insbesondere aus Vorsorgeaufwand nach IAS 19, liegt mit 54.5 Millionen Franken fast auf dem Niveau des Vorjahres (55.9 Millionen Franken). Das Eigenkapital stieg um 58.6 Millionen Franken auf 1’814.7 Millionen Franken. Der Anstieg ist unter anderem auf versicherungsmathematische Veränderungen nach IAS 19 (Bewertung Vorsorgeverpflichtungen) in Höhe von 57.9 Millionen Franken zurückzuführen. Der Eigenfinanzierungsgrad liegt bei soliden 75.8 Prozent, gegenüber 72.5 Prozent per Ende 2016.

Christoph Tonini, Vorsitzender der Unternehmensleitung von Tamedia, kommentiert das Zwischenergebnis wie folgt: "In einem weiterhin stark rückläufigen Print-Werbemarkt ist es uns gelungen, das erste Halbjahr mit einem guten Ergebnis abzuschliessen, das normalisiert auf Vorjahresniveau liegt. Die Entwicklung des Werbemarktes bleibt eine Herausforderung, unsere digitale Angebote, sowohl in der Publizistik als auch die Marktplätze und Beteiligungen, entwickeln sich aber positiv. Wir werden in den kommenden Jahren weiter in diese Wachstumsfelder investieren."

Geschäftsfelder werden neu aufgeteilt

Insgesamt trugen die Angebote aus dem Geschäftsfeld Marktplätze und Beteiligungen und die digitalen publizistischen Medien von Tamedia 174.8 Millionen Franken (Vorjahr: 155.4 Millionen Franken) oder 37.1 Prozent zum Gesamtumsatz bei (pro forma). Der Anteil aller digitalen Angebote am EBITDA erreichte 63.3 Millionen Franken (Vorjahr: 49.7 Millionen Franken) oder 49.7 Prozent, der EBIT-Anteil 46.8 Millionen Franken (Vorjahr: 32.2 Millionen Franken) oder 49.2 Prozent. Ohne Berücksichtigung des Vorsorgeaufwandes nach IAS 19 läge der Anteil der digitalen Angebote am EBITDA weiterhin über 50 Prozent. Neue Segmentierung

Zur Abbildung der neuen Unternehmensorganisation wurde eine Anpassung der Segmentberichterstattung vorgenommen. Die angepasste Darstellung folgt der internen Berichterstattung. Die Geschäftsfelder Publizistik Regional und National werden neu aufgeteilt in die Geschäftsfelder "Bezahlmedien" und "Pendlermedien". Beide Geschäftsfelder umfassen sowohl Print- als auch Digitalumsätze. Das Geschäftsfeld Digital bleibt unverändert, wird jedoch in "Marktplätze und Beteiligungen" umbenannt.

Bezahlmedien: Geprägt vom rückläufigen Print-Werbemarkt

Der Betriebsertrag des Geschäftsfeldes Bezahlmedien, das alle bezahlten Tages- und Wochenzeitungen sowie Zeitschriften umfasst, sank um 7.4 Prozent auf 296.2 Millionen Franken. Der Rückgang ist mehrheitlich auf rückläufige Print-Werbeerlöse zurückzuführen, die um 12 Prozent zurückgingen. Die digitalen Abonnementsumsätze entwickelten sich hingegen deutlich besser als erwartet. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) des Geschäftsfeldes Bezahlmedien ging von 46.9 Millionen Franken auf 37.1 Millionen Franken zurück. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 12.5 Prozent (Vorjahr 14.7 Prozent). Das Ergebnis auf Stufe EBIT liegt bei 22.9 Millionen Franken (Vorjahr 27.3 Millionen Franken). Die EBIT- Marge liegt mit 7.7 Prozent um 0.8 Prozent tiefer als im Vorjahr.

Pendlermedien: Vorjahresniveau auf Ergebnisstufe erreicht

Das Geschäftsfeld Pendlermedien, in dem der Medienverbund "20 Minuten" sowie die Beteiligungen an "L’essentiel", "Heute" und heute.at sowie "Metroxpress" und BT zusammengefasst sind, weist im Vorjahresvergleich mit 71.8 Millionen Franken einen um 9.6 Prozent tieferen Betriebsertrag aus. Auch hier ist der Rückgang auf rückläufige Print-Werbeerlöse zurückzuführen. Durch das Einbringen des dänischen Titels Metroxpress in eine gemeinsame Herausgebergesellschaft mit Berlingske Media konnten die Verluste bei der Pendlerzeitung weitestgehend eliminiert werden. Nach Abschluss der Restrukturierung in diesem Jahr wird die Herausgebergesellschaft voraussichtlich bereits 2018 die Gewinnzone erreichen. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) des Geschäftsfeldes Pendlermedien erreicht den Vorjahreswert von 18.9 Millionen Franken. Die EBITDA-Marge liegt bei 26.4 Prozent (Vorjahr 23.8 Prozent). Auch das Betriebsergebnis (EBIT) blieb unverändert auf den Vorjahreswert von 17.5 Millionen Franken. Die EBIT-Marge erreicht neu 24.3 Prozent und liegt über dem Vorjahreswert von 22.0 Prozent.

Marktplätze und Beteiligungen: Weitere Ergebnissteigerung

Das Geschäftsfeld Marktplätze und Beteiligungen, das dem bisherigen Geschäftsfeld Digital entspricht und sämtliche nicht-publizistischen Angebote umfasst, erreicht einen Betriebsertrag von auf 117.2 Millionen Franken. Insbesondere die JobCloud AG sowie das Immobilienportal homegate.ch entwickelten sich erfreulich und bauten ihr Ergebnis deutlich aus. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) des Geschäftsfeldes Marktplätze und Beteiligungen stieg in der Folge auf 47.6 Millionen Franken (Vorjahr 44.9 Millionen Franken) an. Die EBITDA- Marge erreichte erfreuliche 40.6 Prozent (Vorjahr 38.4 Prozent). Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich von 27.4 Millionen Franken im Vorjahr auf 31.1 Millionen Franken. Die EBIT-Marge erreicht 26.5 Prozent (Vorjahr 23.4 Prozent).




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