Tamedia

"Ringier und Swisscom wussten, dass wir mit Goldbach verhandeln"

Tamedias Führung legt Wert darauf, den Artikel von HORIZONT Swiss mit dem Titel „Pietro Supinos Doppel-Verhandlungen mit Goldbach und Admeira“ (9. Januar 2018) in einigen Punkten zu korrigieren, zu ergänzen und zu präzisieren.

Zu den Gesprächen zwischen Tamedia und Admeira macht Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer folgende konkrete Angaben: Zwischen November und dem 8. Dezember hätten – allerdings in anderem Zusammenhang – ein Treffen zwischen Tamedia-CEO Christoph Tonini und Swisscom-CEO Urs Schaeppi stattgefunden, danach gab es dann eine Sitzung von Tonini, Schaeppi und Ringier-CEO Marc Walder sowie zwei Telefongespräche zwischen den Dreien und SRG-Generaldirektor Gilles Marchand. „Beim ersten Telefonat ist bekräftigt worden, dass als Voraussetzung für Gespräche zwischen Tamedia und Admeira zunächst die medienpolitischen Differenzen zwischen dem Verlegerverband und der SRG ausgeräumt werden mussten“, schreibt Zimmer. Beim zweiten Telefonat habe Marchand über „die konstruktiven Verhandlungen“ zwischen Verlegerverband und SRG informiert. „Von Verhandlungen mit Admeira, die in der letzten Woche vor Weihnachten kurz vor dem Abschluss standen, kann jedoch keine Rede sein“, schreibt Zimmer.



Weiter betont der Tamedia-Sprecher, dass Ringier und Swisscom während dieser Gespräche sehr wohl darüber informiert gewesen seien, dass Tamedia mit Goldbach Verhandlungen führte und dass diese kurz vor dem Abschluss gestanden haben. Fragen nach dem Stand der Verhandlungen von Schaeppi an Tamedia-Chef Pietro Supino habe es aber – anders als bei HORIZONT Swiss dargestellt – nie gegeben, und Supino habe, mit Ausnahme des erwähnten öffentlichen Podiumsgesprächs in Bern, auch überhaupt keinen Kontakt mit Schaeppi gehabt.

Zimmer erklärt zudem: „Bei den Gesprächen, die Pietro Supino als Verlegerpräsident mit der SRG führte, war die Klärung der medienpolitischen Differenzen zwischen dem Verlegerverband und der SRG das Thema und immer eine Vorbedingung für weitergehende Fragen.“ Grundlage dafür sei ein mit dem Präsidium des Verbandes Schweizer Medien abgestimmter Entwurf auf Grundlage des medienpolitischen Manifests des Verlegerverbandes. Darin werde vorgesehen, dass sich die SRG aus Admeira zurückziehe und nach einem allfälligen Austritt bei Admeira ihr Inventar während einer Übergangsfrist von zwei oder drei Jahren wieder zur Eigenvermarktung zurückkehren oder den Vermarktungsauftrag ausschreiben müsse. An dieser Ausschreibung könnte dann auch Admeira teilnehmen.


Zimmer legt zudem Wert darauf, dass die Initiative für die beschriebenen Verhandlungen von der SRG und nicht etwa von Tamedia ausgegangen sei: SRG-Generaldirektor Gilles Marchand habe Tamedia-Chef Pietro Supino am 26. Oktober überraschend gefragt, ob Tamedia die SRG-Anteile an Admeira übernehmen könnte. Supino habe aber spontan abgelehnt, einige Zeit später jedoch Marchand mitgeteilt, dass Gespräche darüber möglich seien, falls dies helfen würde, den Konflikt zwischen der SRG und den privaten Medien zu lösen. knö

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