Tamedia-Bilanz

Pendlermedien sowie Marktplätze und Beteiligungen wachsen / Print verliert

Pietro Supino, Verleger und Verwaltungsratspräsident von Tamedia
zvg
Pietro Supino, Verleger und Verwaltungsratspräsident von Tamedia
Der Betriebsertrag von Tamedia ist  im vergangenen Geschäftsjahr um 3 Prozent oder 30.6 Millionen Schweizer Franken (CHF) auf 974.2 Millionen CHF zurückgegangen. Grund sind sinkende Werbeumsätze im Kerngeschäft Publizistik, die Tamedia auf ein Minus von 35 Millionen CHF im Vergleich zum Vorjahr beziffert. Allerdings kann Tamedia beispielsweise im neu geschaffenen Geschäftsfeld Pendlermedien die aus Print fehlenden Umsätze mit Digitaleinnahmen kompensieren.

“Mit der neuen Organisation unserer Tageszeitungen sind wir sehr gut aufgestellt, um in einer sich wandelnden Medienwelt weiterhin guten Journalismus leisten zu können. Das ist und bleibt der Kern unseres Familienunternehmens. Gleichzeitig haben wir die Grundlage für neue Angebote und ein zukünftiges Wachstum gelegt“, kommentiert Pietro Supino, Verleger und Verwaltungsratspräsident von Tamedia, die Entwicklung. Im Geschäftsjahr 2017 habe man die Weichen gestellt, um das Angebot von Tamedia weiter auszubauen: „Dank den Investitionen der letzten Jahre können wir heute bezüglich Reichweite in der Schweiz mit den internationalen Wettbewerbern mithalten. Darauf wollen wir aufbauen und unseren Werbekunden in Zukunft gemeinsam mit Neo Advertising (Out-of-Home) und Goldbach (TV, Radio und Digital) ein 360-Grad-Angebot bieten“, sagt Christoph Tonini, CEO von Tamedia.

Bezahlmedien: rückläufiger Print-Werbung und steigende Digital-Abos




Das Ergebnis des Geschäftsfeldes Bezahlmedien, in dem die bezahlten Medien sowie die Zeitungsdruckereien zusammengefasst sind, ist durch den deutlichen Rückgang des Print-Werbemarkts geprägt. Erfreulich entwickelten sich hingegen die digitalen Bezahlangebote. Der Umsatz (Betriebsertrag) des Geschäftsfeldes Bezahlmedien gegenüber Dritten sank 2017 insgesamt um 5.0 Prozent auf 586.0 Millionen CHF (Vorjahr 616.8 Millionen CHF). Als Folge davon sank das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) um 12.2 Prozent auf 82.6 Millionen CHF (Vorjahr 94.1 Millionen CHF), was sich auch auf die EBITDA-Marge auswirkte, die neu bei 13.7 Prozent liegt (Vorjahr 14.7 Prozent).


Zahlenwerk
Der Betriebsertrag von Tamedia sank im vergangenen Geschäftsjahr um 3.0 Prozent oder 30.6 Mio. CHF auf 974.2 Mio. CHF. Der Rückgang des Betriebsertrages ist auf den strukturellen Rückgang im Kerngeschäft Publizistik zurückzuführen. Die Print-Werbeumsätze gingen im Vorjahresvergleich um 35 Mio. CHF zurück. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg, insbesondere aufgrund eines tieferen versicherungsmathematischen Vorsorgeaufwandes nach IAS 19 um 44.2 Millionen CHF oder 22.0 Prozent auf 245.2 Millionen CHF. Die EBITDA-Marge erhöhte sich von 20.0 Prozent im Vorjahr auf neu 25.2 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg in der Folge um 59.3 Prozent oder 67.3 Millionen CHF und liegt neu bei 180.7 Millionen CHF. Ein Teil der Zunahme ist auf tiefere Abschreibungen aufgrund einer verlängerten Nutzungsdauer der Druckzentren zurückzuführen. Auf Goodwill wurden 2017 keine Wertminderungen berücksichtigt (Vorjahr 11.0 Millionen CHF). Die EBIT-Marge stieg von 11.3 Prozent im Vorjahr auf neu 18.6 Prozent. Das Ergebnis 2017 liegt mit 170.2 Millionen CHF um 39.1 Prozent oder 47.9 Millionen CHF über dem Vorjahreswert von 122.3 Millionen CHF. Ohne Berücksichtigung dieser Sondereffekte liegt das Ergebnis 21.5 Prozent oder 24.0 Millionen CHF über dem Niveau des Vorjahres. Die bezugsberechtigten Mitarbeitenden von Tamedia partizipieren mit einer Gewinnbeteiligung von 6.5 Millionen Franken am Ergebnis (Vorjahr 5.8 Millionen Franken).
Pendlermedien: Digitaleinnahmen kompensieren Print-Werberückgang

Das neu geschaffene Geschäftsfeld Pendlermedien umfasst die nationalen Medienmarken 20 Minuten, 20 minutes, die Beteiligung an 20 minuti im Tessin sowie die Beteiligungen an BT und Metroxpress in Dänemark, L’essentiel in Luxemburg und Heute sowie heute.at in Österreich. Wie bei den Bezahlmedien entwickelte sich die Print-Werbung auch bei den Pendlermedien rückläufig. Die deutlich steigenden Werbeeinnahmen im Digitalbereich konnten den Rückgang der Print-Werbung allerdings in der Schweiz mehr als kompensieren. Der Umsatz (Betriebsertrag) des Geschäftsfeldes Pendlermedien gegenüber Dritten sank aufgrund eines Konsolidierungseffektes (Einbringung der dänischen Pendlerzeitung Metroxpress in ein Joint-venture mit einer Tamedia-Minderheitsbeteiligung) um 5.6 Prozent auf 153.2 Millionen CHF (Vorjahr 162.3 Millionen CHF). Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg um 30.0 Prozent auf 50.7 Millionen CHF (Vorjahr 39.0 Millionen CHF). Die EBITDA-Marge nahm entsprechend auf 32.8 Prozent (Vorjahr 24.0 Prozent) zu.

Marktplätze und Beteiligungen: Fokussierung auf Weiterentwicklung

Das Geschäftsfeld Marktplätze und Beteiligungen erwirtschaftete im Berichtsjahr erneut ein starkes Ergebnis. Nach der mehrjährigen starken Wachstumsphase stand im vergangenen Jahr die Weiterentwicklung der Plattformen im Vordergrund. Der Umsatz (Betriebsertrag) des Geschäftsfeldes Marktplätze und Beteiligungen gegenüber Dritten stieg 2017 um 4.1 Prozent auf 235.0 Millionen CHF (Vorjahr 225.6 Millionen CHF). Zum Umsatzwachstum trugen insbesondere das organische Wachstum der Plattformen der JobCloud AG und homegate.ch bei, während von FashionFriends aufgrund der  Veräusserung  2016 keinen Umsatz mehr enthalten ist. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg um 7.6 Prozent auf 91.8 Millionen CHF (Vorjahr 85.3 Millionen CHF). Die EBITDA-Marge stieg weiter auf 39.0 Prozent (Vorjahr 37.4 Prozent).

stats