"TagesWoche"

Nach 5 Jahren wird die Anschubfinanzierung reduziert / Printausgabe ist auf dem Prüfstand

Offen kommuniziert: Die "TagesWoche" baut fünf Stellen ab und setzt künftig auf ein Mitgliedermodell.
Offen kommuniziert: Die "TagesWoche" baut fünf Stellen ab und setzt künftig auf ein Mitgliedermodell.
Fünf Jahre lang war die Basler "TagesWoche" zu einem grossen Teil durch die Stiftung für Medienvielfalt unterstützt worden. Nun will diese die Subventionen kürzen. Sie ist aber bereit, die "TagesWoche" weiterhin und "langfristig mit einem festen Betrag zu unterstützen", wie es auf der Website heisst.
Das Jahr 2016 sei ein erfolgreiches für die "TagesWoche" gewesne, heisst es auf tageswoche.ch. Es sei ihr gelungen, die Besucherzahlen online im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 40 Prozent auf über 230.000 Unique Clients zu erhöhen, und sie habe auch mit der gedruckten Ausgabe mehr Aufmerksamkeit erzielen können. Unerwähnt blieben hingenen die Leserzahlen: Die "TagesWoche", die wöchentlich 9787 Exemplare verteilt (davon eine verkaufte Auflage von 3827 Exemplaren) und alle 14 Tage eine Grossauflage von 35.784 Exemplaren streut, kommt auf 27.000 Leser pro Ausgabe.

Für die Stiftung scheint das Erfolg genug zu sein. Jedenfalls heisst es weiter: "Die positive Entwicklung der 'TagesWoche' hat die Stiftung für Medienvielfalt ermutigt, die 'TagesWoche' langfristig mit einem festen Betrag zu unterstützen."


Vor diesem Hintergrund haben nun Verwaltungsrat und Geschäftsleitung ein neues Geschäftsmodell ausgearbeitet. Der Vorschlag wurde am 13. Dezember verabschiedet. Die TagesWoche setzt künftig auf ein neues Mitgliedermodell, um ihren Betrieb auf eine breitere und nachhaltig finanzierbare Organisation abzustützen; andererseits muss die TagesWoche ihre Ausgaben deutlich senken. Dabei müssen fünf Stellen abgebaut werden.

Gegenüber dem Regionaljournal Basel von SRF sagte Chefredaktor Christian Degen, man habe das bisher siebenköpfige Leitungsteam reduziert, unter anderm, indem die Print- und Online-Redaktion unter eine Leitung gestellt würden. Drei Personen sei gekündigt worden, eine Person habe von sich aus gekündigt und eine Person werde pensioniert und nicht mehr ersetzt. Ferner tönte er an, dass die Printausgabe eingestellt weden könnte. Pläne gebe es zwar nicht, man werde dies Frage genau analysieren.

Die Redaktion gesteht auf der Website, dass sie mit dieser Reduktion nicht dieselbe Leistung erbringen wird wie bisher. "Wir möchten jedoch nicht bei der Qualität sparen. Wir fokussieren uns deshalb stärker auf Recherche und Hintergründe."

Punkto Finanzierung appelliert sie ferner an die Leser: "Bis heute wird die 'TagesWoche' grösstenteils durch die Stiftung für Medienvielfalt finanziert. Künftig wird sich das Verhältnis nahezu umkehren und die 'TagesWoche' muss den Grossteil ihrer Einnahmen selbst verdienen. Die Stiftung garantiert in Zukunft aber langfristig einen festen Beitrag, auf dem wir aufbauen können, der aber bei Weitem nicht ausreicht, um die 'TagesWoche' zu finanzieren. Dafür sind wir nun viel stärker auf Sie, liebe Leserinnen und Leser, angewiesen." Genauere Angaben machte die "TagesWoche" nicht. Details zum neuen Mitgliedermodell und der neuen Organisation würden voraussichtlich im Januar bekannt gegeben, hiess es. Fest steht einzig: Das neue Mitgliedermodell wird keine Paywall sein. "Die Beiträge der 'TagesWoche' werden auch künftig kostenlos zur Verfügung stehen." knö


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