Syndicom und Impressum

An Tamedia-GV Antrag gestellt, Boni statt für Konzernleitung fürs Personal einzusetzen

Die Gewerkschaften Syndicom und Impressum haben angekündigt, an der ordentlichen Generalversammlung der Tamedia AG, die aktuell in Gang ist, einen Antrag zu stellen. Demnach sollen die Boni für die Unternehmensleitung gestrichen, die Dividende halbiert und das Geld für mehr Personal eingesetzt werden.

Heute Freitag um 15 Uhr hat im Lake Side in Zürich die Generalversammlung der Tamedia AG begonnen. Zuvor hatten die Gewerkschaften Syndicom und Impressum in einer Mitteilung die Tamedia-Konzernleitung wegen der "ständigen Sparmassnahmen" heftig kritsiert. Damit höhle sie den Journalismus aus. Auch kündigten sie einen Antrag an, den sie an der GV einreichen werde. Syndicom und Impressum beantragen die Halbierung der Dividende und die Ablehnung der variablen Vergütungen (Boni) für die Unternehmensleitung. Das würde 28 Millionen einsparen, Geld, das stattdessen in das Personal investiert werden soll, "zum Beispiel um die angespannte Personalsituation in den Redaktionen zu verbessern", wie es in einer Mitteilung heisst.

Weiter rechnen die GEwerkschaften vor, dass in den vergangenen zehn Jahren die Angestellten von Tamedia einen kumulierten Gewinn von gegen 1,5 Milliarden Franken erarbeitetet hätten. Über 400 Millionen Franken davon seien an die Aktionäre, 100 Millionen Franken an den Verwaltungsrat und die Konzernleitung gegangen. Insgesamt seien also 500 Millionen Franken so dem Unternehmen entzogen statt investiert worden, schrieben die Gewerkschaften. Und weiter: "Der Gegensatz zwischen öffentlichem Bekenntnis zum Qualitätsjournalismus und tatsächlicher Aushöhlung der publizistischen Ressourcen zeigt sich auch in der Verwendung der erwirtschafteten Gelder. Statt in das Personal, die journalistische Kompetenz und Entwicklung zukunftsträchtiger publizistischer Formate zu investieren, zieht es die Tamedia-Besitzerfamilie vor, sich selbst, die Aktionäre und die Unternehmensleitung zu bedienen."

Was die GV zum Gewerkschafts-Antrag meint, ist noch nicht bekannt.




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