Swissness

Zweifel verzweifelt an der Kartoffelernte

"Mit natürlichen Zutaten, aus Schweizer Kartoffeln" - der Chipshersteller Zweifel setzt die Swissness konsequent als Marketinginstrument ein. Jetzt hat er ein Problem: Wegen der miserablen Ernte im vergangenen Jahr muss er deutsche und italienische Kartoffeln verarbeiten.
Der Lebensmittelhersteller mit Sitz in Zürich geht mit seinem Problem kommunikativ in die Offensive. Deutlich sichtbar ist ein Aufkleber auf der Verpackung, der die Kunden darüber informiert, dass die Rohstoffe "vorübergehend aus ausländischer Ernte" stammen. Normalerweise kommen nur etwa 5 Prozent der verarbeiteten Kartoffeln aus dem Ausland, derzeit sind es aber etwa 15 Prozent. Der Marketingchef des Lebensmittelherstellers, Christoph Zweifel, sagte gegenüber dem "Tagi", man wolle den Fakt gegenüber den Kunden transparent machen, denn man habe nichts zu verbergen. Außerdem habe das Unternehmen aus Kommunikationsmängeln im letzten Jahr gelernt.

Damals hatte ein Zweifel-Mitarbeiter in einer Lieferung Kartoffeln eine Handgranate aus dem Ersten Weltkrieg gefunden. Im Laufe der Ermittlungen wurde bekannt, dass die Ware aus Frankreich stammte. Bis dahin war der Öffentlichkeit aber nicht vermittelt worden, dass bei unzureichendem Inlandsangebot auch Kartoffeln aus dem Ausland verarbeitet werden.


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