Swiss Radio Day

Über 700 Streaming Media-Angebote in der Schweiz

Quelle: Streaming Media Monitor 2017 im Auftrag des Bakom, Stand Juli 2017
Goldmedia
Quelle: Streaming Media Monitor 2017 im Auftrag des Bakom, Stand Juli 2017
Das Bakom hat die deutsche Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia mit einer Studie zum Schweizer Onlineaudio- und Onlinevideo-Markt beauftragt. Heute wurden die Ergebnisse beim Swiss Radio Day in Zürich vorgestellt. Mit über 700 Angeboten gibt es ein breites Angebotsspektrum.
Basis der grossangelegten Explorativstudie zum Schweizer Onlineaudio- und Onlinevideo-Markt ist eine Befragung unter allen Anbietern, durchgeführt von der Goldmedia (www.Goldmedia.com). Damit hat die deutsche Beratungs- und Forschungsgruppe im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) sozusagen eine Bestandesaufnahme der Schweizer Streaming Media-Angebote (Audio und Video) gemacht und kommt im neu erstellten "Streaming Media Monitor 2017" zu folgenden Ergebnissen: Das Angebots-Spektrum ist mit 490 Onlineaudio- und 227 Onlinevideo-Angeboten inhaltlich und sprachlich äusserst vielfältig. Damit ist die Angebotsdichte gemäss Goldmedia pro Einwohner in der Schweiz höher als in Deutschland oder Österreich. Allein auf Youtube konnte die Marktfoschungsfirma zudem 1042 Schweizer Channels erfasst, die je mehr als 500 Abonnenten aufweisen.

Rund 720 Angebote von insgesamt 335 Anbietern

Knapp zwei Drittel der 490 Onlineaudio-Angebote (64 Prozent) stammen von klassischen UKW/DAB+-Marken. 22 Prozent aller Webradios senden auch über DAB+, 14 Prozent bieten auch Podcasts bzw. Audio-on-Demand-Inhalte an und 6 Prozent zusätzlich Videos. Im Schweizer Onlineaudio-Markt gibt es eine grosse Sprachenvielfalt: 46 Prozent senden in deutscher Sprache, 30 Prozent in Französisch, 17 Prozent in Englisch, rund 4 Prozent in Italienisch.

Die 227 Onlinevideo-Angebote werden von 188 Anbietern betrieben. Mehr als die Hälfte sind Submarken klassischer TV-, Radio- oder Printmarken. Die anderen sind Online-Only-Web-TV-Sender, Corporate TV sowie TV-Streaming-Portale und Mediatheken. Mehr als ein Drittel der Onlinevideo-Angebote (36 Prozent) wird als Livestream bereitgestellt. 64 Prozent senden auf Deutsch, 17 Prozent in Französisch und 14 Prozent in Italienisch. Ein Drittel der Schweizer Onlinevideo-Angebote informieren breit, 16 Prozent haben einen überwiegend regionalen Fokus.
Quelle: Streaming Media Monitor 2017 im Auftrag des Bakom, Stand Juli 2017
Quelle: Streaming Media Monitor 2017 im Auftrag des Bakom, Stand Juli 2017 (© Goldmedia)
Für den Streaming Media Monitor 2017 wurden zusätzlich insgesamt 1.042 Schweizer YouTube-Channels mit mehr als 500 Abonnenten erfasst.

Anbieter mit Nutzungszahlen zufrieden, mobiler Abruf steigt

Knapp zwei Drittel der Onlineaudio-Anbieter sind mit der Nutzung ihrer Angebote zufrieden oder sehr zufrieden. Stark zunehmen wird nach Anbietermeinung die mobile Nutzung. Auch gehen die Anbieter von einer Verdopplung der durchschnittlichen Nutzungsdauer pro Abruf aus, von heute 80 Minuten auf 150 Minuten im Jahr 2019.

Bei den Onlinevideo-Anbietern ist rund die Hälfte mit der Nutzung zufrieden oder sehr zufrieden. Auch hier sehen die Anbieter eine Zunahme der mobilen Nutzung. Für die durchschnittlichen monatlichen Videoabrufe erwarten die Anbieter bis 2019 ein jährliches Wachstum von mehr als 16 Prozent.

Optimistische Werbeumsatzprognosen

Für den Streaming Media Monitor 2017 wurde auch nach den Werbeprognosen bis 2019 gefragt. Die Onlineaudio-Anbieter, die geantwortet haben, gehen für den Onlineaudio-Bereich von einem starken jährlichen Wachstum des Netto-Werbeumsatzes um durchschnittlich 37 Prozent aus, von 719.000 Franken (2017) auf 1,13 Millionen Franken (2019).

Verhaltener sind die Prognosen der Onlinevideo-Anbieter. Sie sehen für ihren Bereich ein durchschnittliches jährliches Netto-Werbemarktwachstum von 13 Prozent und eine Steigerung von 13 Millionen Franken (2017) auf 16 Millionen Franken (2019).

Wachstumsfaktoren und Potenziale

Befragt nach wichtigen Wachstumsfaktoren, ist für 31 Prozent der Onlineaudio-Anbieter die unbegrenzte Nutzung der Audio-Streams der entscheidende Punkt. 20 Prozent sehen Audio-Streaming im Auto als wichtigsten Treiber.

Bei den Onlinevideo-Anbietern sagen 40 Prozent, dass unbegrenztes Streamen das Allerwichtigste für eine positive Marktentwicklung sei. 21 Prozent sehen die weitere Verbreitung von Smartphones als besonders relevant und 19 Prozent die stärkere Verbreitung öffentlichen WLANs.



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