Suizidprävention:

SBB und Kanton Zürich starten nationale Kampagne

Flyer zur Kampagne Suizidprävention: Wenn jemand sich das Leben nimmt, fehlt er hernach andern.
Flyer zur Kampagne Suizidprävention: Wenn jemand sich das Leben nimmt, fehlt er hernach andern.
"Reden kann retten": Unter diesem Slogan starten die SBB und der Kanton Zürich eine gemeinsame Kampagne zur Verhinderung von Suiziden. Angesprochen werden gefährdete Personen und ihr Umfeld. Sie sollen ermuntert werden, über Suizidgedanken zu sprechen und Hilfsangebote zu nutzen. Unterstützt wird die Kampagne von der Dargebotenen Hand und weiteren Partnern.

126 Personen haben sich letztes Jahr in der Schweiz vor einen Zug gestürzt, also durchschnittlich jeden dritten Tag eine Person. "Die SBB ist in hohem Grad von Schienensuiziden betroffen. Aufgrund der Entwicklung bei Schienensuiziden und ihrer sozialen Verantwortung engagiert sich die SBB aktiv in der Prävention", schreibt deshalb die SBB in der heutigen Pressemitteilung zur neuen dreijährigen und nationalen Suizidpräventionskampagne, die sie zusammen mit dem Kanton Zürich lanciert hat. Suizide und Suizidversuche führten zu grossem menschlichem Leid bei Betroffenen und deren Angehörigen, aber auch bei weiteren Kreise, wie beispielsweise Kunden und Mitarbeitende von tangierten Unternehmen wie der SBB , heisst es weiter. Sowohl die SBB wie auch der Kanton Zürich setzen bereits Präventionsprogramme um.

Die Kampagne steht unter dem Motto "Reden kann retten". 2016 wird diese zentrale Botschaft vor allem online und medial in Erscheinung treten. Wichtiges Element ist die Website www.reden-kann-retten.ch mit Hintergrundinformationen zum Thema, Gesprächsanleitungen für Betroffene und ihr Umfeld sowie Adressen mit Hilfsangeboten. Die Kampagne soll die Enttabuisierung fördern. Sie bezweckt, dass über Suizidgedanken gesprochen wird und Menschen in Lebenskrisen rascher Hilfe finden.

Wer für die Kampagne zuständig ist:
Verantwortlich bei SBB AG: Reto Meissner, Leiter Marketing-Kommunikation), Marco Serratore, Kommunikations-Manager, Michelle Rothen, Leiterin Kommunikationsberatung, Tobias Ebinger, Projektleiter, Sabine Walther, Media, Christina Brändli, Koordinationsstelle Suizidprävention; bei Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich: Annett Niklaus, Verantwortliche Kommunikation und Kampagnen; bei Havas Worldwide: Frank Bodin, Gesamtverantwortung, Folker Wrage, Chief Creative Officer, Michael Kathe, Creative Director, Bruno Manser, Digital Creative Director, Peter Schäfer, Lukas Bossart, Strategie, Priska Meyer, Art Director, Mathias Bart, Text, Caroline Ronzani, Nuria Büchi, Beratung.
Menschen in suizidalen Krisen oder mit Suizidgedanken fällt es oft schwer, über ihre Situation zu sprechen. Auch das Umfeld ist häufig unsicher, ob und wie es Suizidalität thematisieren kann. Betroffene Personen sollen mit der Kampagne ermuntert werden, das Thema offen anzusprechen und sich Hilfe zu suchen. Bereits ein Gespräch über Suizidgedanken kann wichtige Entlastung bringen. Falsch ist, dass man damit jemanden erst recht auf die Idee zum Suizid bringt.



Die SBB und der Kanton Zürich führen die Kampagne "Reden kann retten" in einer Kooperation gemeinsam durch. Sie können so wichtige Synergien nutzen. Es besteht zudem ein enger Austausch mit dem Bundesamt für Gesundheit welches aktuell einen Aktionsplan Suizidprävention erarbeitet. Mit der Dargebotenen Hand, der Föderation Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP, dem Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband SEV und der BLS konnten zudem wichtige Partner gefunden werden. Weitere Organisationen sind an einer Zusammenarbeit in den Folgejahren interessiert.


stats