Suisse-EMEX

"Unsere Besucher suchen stark nach professioneller Information"

Geschäftsführerin Ewa Ming kann dieses Jahr bereits die 10. Suisse-EMEX durchführen – zum zweiten Mal zusammen mit der Topsoft.
zvg.
Geschäftsführerin Ewa Ming kann dieses Jahr bereits die 10. Suisse-EMEX durchführen – zum zweiten Mal zusammen mit der Topsoft.
Heute öffnet die Suisse-EMEX in Zürich. Die zweitägige Marketing-Messe erwartet 500 Aussteller und rund 15.000 Besucherinnen und Besucher. HORIZONT Swiss sprach mit Ewa Ming, Mitbegründerin und Geschäftsführerin der Suisse-EMEX, über die 10. Messe-Ausgabe.
Letztes Jahr haben Suisse-EMEX und Topsoft ihre Messen erstmals gleichzeitig und unter demselben Dach durchgeführt. Man präsentierte sich als Marktplatz für digitale Transformation. Das diesjährige Motto lautet nun: "Meet the Future". Wird die Messe nun mehr zur Zukunftswerkstatt? Nein. Wir unterstreichen damit lediglich, dass auch die unternehmerischen Tätigkeiten für die Marktbearbeitung die Themen der digitalen Transformation aufnehmen müssen. Ich persönlich bin zudem der Meinung, dass die Schweizer KMUs hier noch einen grossen Nachholbedarf haben. Deshalb will die Messe mit ihrem 360°-Spektrum  den Besuchern Orientierung und einen gewissen Wissenstransfer bieten. Aber die Suisse-EMEX bleibt eine Messe über das ganze Marketing: Haptische Werbung, Kommunikation, Promotion, Event, Livekommunikation – das alles wird weiterhin stark inszeniert.

Die Suisse-EMEX begeht dieses Jahr ihr 10-Jahr-Jubiläum, die Topsoft wird doppelt so alt. Wie bekommen die Besucher dieses Doppeljubiläum zu spüren? Ich kann zwar nicht für die Topsoft sprechen: Aber da Marketing ja mit allen Sinnen gelebt werden muss, versuchen wir das umzusetzen, indem wir das Multisens-Erlebnis steigern: Die Besucher sollen das Gefühl bekommen, an einen speziellen Anlass zu sein. Das beginnt mit Musik beim Empfang, reicht über Happenings und Afterworks bis zu einer speziellen EMEX-Night – alles, was eine Begegnungsplattform halt ausmacht. Die Leute  sollen schauen und sich austauschen, aber das Ganze soll ihnen auch Spass machen.
Am 20. und 31. August geht die Suisse-EMEX 2016 über die Bühne.
Am 20. und 31. August geht die Suisse-EMEX 2016 über die Bühne.
Wenn jetzt noch ein Firmen-CEO zögert, ob er die Suisse-EMEX besuchen soll – welche Highlights der diesjährigen Messe würden Sie ihm empfehlen? Ich würde ihm empfehlen, heute Dienstag um 10 Uhr an die Eröffnungsrunde zu kommen, die die digitale Transformation in Marketing und Kommunikation direkt aufnimmt. Dort spricht Ständerat und Unternehmer Ruedi Noser, Sunnie J. Groeneveld, Managing Director von DigitalZurich2025, Jean-Marc Hensch, Geschäftsführer der Swico, und Marcel Kohler, Leiter des Bereichs 20 Minuten bei Tamedia. Weitere Highlights hängen dann stärker vom individuellen Gousteau und Interessent der Besucher ab. Es treten ja fast 100 Referenten und Talkgäste auf.



Sowohl Topsoft als auch Suisse-EMEX zeigten sich letztes Jahr mit dem Ergebnis der ersten gemeinsamen Messe "sehr zufrieden". Erstaunlich, denn gemäss Ihrer Publikumsbefragung wurde die Topsoft nur von gut der Hälfte aller Messebesucher besucht. Weil wir zwei getrennte Veranstalter sind, macht jeder seine eigene Kommunikation, bindet aber den jeweils anderen quasi mit ein. Unsere Besucher sind Unternehmer, die wissen wollen, was es Neues rund ums Thema Marktbearbeitung gibt. Sie erhalten nun die Möglichkeit, sich auch mit den Themen IT, Software oder CRM auseinander zu setzen. Letztes Jahr haben das viele von ihnen erstmals festgestellt, dieses Jahr dürfte es schon stärker in den Köpfen präsent sein. Solche Veränderungen brauchen eine gewisse Zeit. Wir arbeiten aber daran, dass die Leute diesen Zusatznutzen erkennen. Trotzdem ist aber die Topsoft nicht jedermanns Thema: Ein  Eventmanager kauft nun einmal kaum eine Buchhaltungssoftware.


Ihre Besucherstatistik zeigt: Die Suisse-EMEX-Besucher kommen primär aus Zürcher und der Nordschweiz – Westschweizer dagegen kommen noch seltener als Besucher aus Deutschland und Österreich. Ist die Messe damit richtig positioniert? Wir haben in der Vergangenheit starke Anstrengungen unternommen – auch mit dem Namenteil "Suisse" – um uns national zu positionieren. Auch haben wir jeweils alles übersetzt. Dennoch haben wir – was das Interesse aus der Romandie angeht – keinen Unterschied erfahren, auch nicht punkto Zusammenarbeit mit Westschweizer Medien. Es ist sehr schwierig, Westschweizer Besucher an eine Deutschschweizer Fachmesse zu locken. Auf der Ausstellerseite ist das etwas anders. Darum fokussieren wir nun mit der Kommunikation auf den DACH-Raum. Auch die Aussteller sprechen übrigens eher Englisch als Französisch.

Apropos "Meet the future": Wo geht die Reise für die Suisse-EMEX selbst hin? Angekündigt haben Sie bereits, dass 2017 parallel zu Suisse-EMEX und topsoft  ein "Digital Marketing Summit Switzerland" für KMU stattfinden wird. Die Suisse-EMEX bleibt als Messe und Brand, und sie soll weiterhin ein starker Marktplatz mit Festivalerlebnis. Aber wir merken, dass die Besucher stark nach professioneller Information suchen. Diese wollen wir ihnen in professionellem Rahmen bieten. Das heisst, dass wir neben der Messe mit ihren Foren und Speakers Cornern einen separaten Kongress mit Fokusssierung auf die KMUs bieten wollen.
An der Suisse-EMEX 2016 präsentieren rund 500 Aussteller ihre Waren und Dienstleitungen.
An der Suisse-EMEX 2016 präsentieren rund 500 Aussteller ihre Waren und Dienstleitungen. (© zvg.)
Könnte dies zu einer Verlängerung der heute zweitägigen Messe führen? Das wissen wir noch nicht. Der Kongress soll aber parallel zur Messe stattfinden. Wir suchen derzeit Partner und Veranstalter, die ihre bereits spezialisierte Fachtagung an die Suisse-EMEX verlegen wollen und so den Gedanken von Synergie und Cluster umsetzen. Die Messe aber bleibt eine Messe. Den Digital Marketing Summit Switzerland verstehen wir als Ergänzung.
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