EBU-Studie

Starke Service-public-Medien sind Stützen der Demokratie

Die EBU-Studie "PSM Correlations" schreibt den öffentlich-rechtlichen Meidenhäusern eine wichtige Rolle für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu.
Die EBU-Studie "PSM Correlations" schreibt den öffentlich-rechtlichen Meidenhäusern eine wichtige Rolle für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu.
Gemäss einer Studie der European Broadcasting Union (EBU) geniessen Länder mit starken Service-public-Medien mehr Pressefreiheit und zeichnen sich auch durch eine höhere Wahlbeteiligung aus als Länder mit schwächeren öffentlich-rechtlichen Medienhäusern.

Für die Studie hat die EBU-eigene Abteilung Media Intelligence Service (MIS) internationale Daten von 2014 ausgewertet – und wo solche nicht vorhanden waren, auch von früheren Jahren. Dabei griff der MIS sowohl auf eigene, über die Jahre erhobene Daten zurück, als auch auf externe Studien – etwa solche der Europäischen Kommission oder der Weltbank. "Wir wollten herausfinden, ob es tatsächlich eine Beziehung gibt zwischen dem politischen, sozialen und wirtschaftlichen Wohlbefinden eines Landes und der Leistungsfähigkeit seiner öffentlich-rechtlichen Medien – und falls ja, ob wir ihn mit Daten belegen können", heisst es in der Studie.

Und der MIS wurde fündig. Die wichtigsten Resultate: Je mehr die Bevölkerung der Service-Public-Medien mitfinanziert, desto grösser ist auch die Pressefreiheit im Land. Und je grösser die Pressefreiheit, desto stärker ist auch das Vertrauen in die Medien. "
In Europa geht eine höhere Pressefreiheit in der Regel mit Vertrauen in die Medien einher, und die öffentlich-rechtlichen Medien scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen", heisst es in der Studie. Dabei fällt auf, dass das Vertrauen in das Medium Radio dort hoch ist, wo auch der Marktanteil des öffentlich-rechtlichen Radio hoch ist. Beim TV hingegen war dieser Zusammenhang weniger klar auszumachen.

Zwei weitere zentrale Erkenntnisse der Studie: 
In Ländern, in denen der Marktanteil des öffentlich-rechtlichen Fernsehens höher ist, ist der Rechtsextremismus tendenziell kleiner. Auch neigen diese Länder stärker dazu, die Korruption unter Kontrolle zu haben. Auch stellt dort die Studie einen höheren Zusammenhalt unter den verschiedenen Gesellschaftsgruppen sowie eine höhere Wertschätzung gegenüber der Demokratie und der behördlichen Arbeit fest.

Sie hält allerdings fest, dass zwischen diesen Korrelationen keine kausalen Zusammenhänge beweisbar seien. So lasse sich beispielsweise nicht belegen, dass ein starkes öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen direkt zu mehr Demokratie und weniger Korruption führe. Die Studie zeige aber – offenbar zum ersten Mal – auf, "dass starke Service-public-Organisationen beitragen können zum Aufbau gesunder Gesellschaften, die stark verbunden sind mit Demokratie, sozialem Zusammenhalt und dem Vertrauen der Bürger in das Mediensystem."




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