Stadtvertrag Genf

APG verliert 3000 Genfer Plakatflächen auf öffentlichem Grund an Neo Advertising

Christian Vaglio-Giors und Alexandre de Senger, die zwei Gründer von Neo Advertising
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Christian Vaglio-Giors und Alexandre de Senger, die zwei Gründer von Neo Advertising
Vor einem Jahr hat die APG schon den Aussenwerbevertrag mit dem Flughafen Genf an Neo Advertising verloren, jetzt verliert der Marktführer auch den Stadtvertrag von Genf per 2017 an den kleinen Herausforderer. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin "Bilan". Die Rekursfrist läuft aber noch.
Noch ist die "Bilan"-Meldung nicht von offizieller Seite bestätigt. Der Genfer Baudirektor Rémy Pagani war heute für HORIZONT Swiss nicht erreichbar. Christian Vaglio-Giors, CEO von Neo Advertising, bestätigte aber von seiner Seite her den Zuschlag der Stadt Genf, betonte aber, dass der Entscheid zwei Tage alt ist und die Rekursfrist erst nach 30 Tagen abläuft.
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Clear Channel Schweiz (CCS), der ebenfalls an der Ausschreibung in Genf teilgenommen hatte, stellte die "Bilan"-Information auf Anfrage nicht in Abrede. CCS-CEO Christoph Marty liess jedoch offen, ob sein Unternehmen den Genfer Entscheid akzeptieren oder Rekurs einreichen wird. Das könne man erst nach Ablauf der Rekursfrist sagen. Von der APG war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme erhältlich.

Der Genfer Stadtvertrag umfasst 3000 analoge Flächen auf öffentlichem Grund, 50 Prozent davon sind für kulturelle Veranstaltungen reserviert. "Bilan" schätzt den Jahresumsatz auf 10 Millionen Franken.
Werbeflächen von Neo Advertising am Flughafen Genf.
Werbeflächen von Neo Advertising am Flughafen Genf. (© zvg.)
Für Neo Advertising, das 2003 gegründet worden ist, heute 35 Mitarbeitende zählt und ursprünglich auf digitale Werbeflächen spezialisiert war, ist der Stadtvertrag mit ausschliesslich analogen Flächen zweifellos eine grosse Herausforderung, muss doch erst eine entsprechende Logistik aufgebaut werden – und die Zeit bis Januar 2017 kurz! Man sei sich dieser Tatsache bewusst, sagte Vaglio-Giors gegenüber HORIZONT Swiss. "Aber wir arbeiten hart darauf hin – wir sind zwar klein, aber agil." Eine gewisse Infratruktur für anloge Flächen bestünden überdies schon – am Flughafen Genf: Dort vermarkte Neo Advertising derzeit rund 400 Flächen, 66 Prozent von ihnen analog.

Sollte der Genfer Entscheid offiziell bestätigt und sollten schliesslich allfällige Rekurse abgewiesen werden, dann wäre dies ein schwerer Schlag für Marktführerin APG, der in den letzten zwei Jahren ein zunehmend steifer Wind entgegen geblasen hat: Zuerst verlor sie den Stadtvertrag von Luzern und die 1200 Haltestellen der Verkehrsbetriebe Zürich (beide an CCS), vor einem Jahr dann den Flughafen Genf (an Neo Advertsing) und jetzt auch noch die Stadt Genf, Sitz der UNO und anderer internationaler Organisationen.

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