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Sky übernimmt Homedia und tritt als VoD-Anbieter in den Schweizer Markt ein

Sky stösst nun auch in die Schweiz vor - indem es die Neuenburger Firma Homedia mit 35.000 Streamingkunden übernimmt.
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Sky stösst nun auch in die Schweiz vor - indem es die Neuenburger Firma Homedia mit 35.000 Streamingkunden übernimmt.
Sky hält ab sofort 100 Prozent des Schweizer Videostreaming-Unternehmens Homemedia, das mit der Marke HollyStar der größte unabhängige Anbieter im Markt ist.

Sky Deutschland hat 100 Prozent an Homedia SA, der größten unabhängigen Schweizer OTT-Plattform, erworben. Das unter der Marke HollyStar firmierende, in Neuchatel ansässige Unternehmen bietet seinen Kunden verschiedene Streaming-Dienste via Web, Smart TV, mobil und über diverse Kooperationen an.

HollyStar hat sich mit über 10.000 Film- und Serientiteln als der leistungsstärkste Video-on-Demand-Service in der Schweiz etabliert, der auch Partnern wie Sunrise, Quickline, Samsung, Ex Libris, Sony oder LG Dienstleistungen und Know-how zur Vermarktung der eigenen VoD-Angebote zur Verfügung stellt.

Über Homedia
Homedia wurde 2003 als DVD-Vermieter gegründet. 2009 trat Eric Grignon (heute 45) in die Firma um und krempelte sie um zum führenden und bisher unabhängigen Schweizer VoD-Anbieter – dies unter der Marke Hollystar. Seit 2013 ist er CEO und Verwaltungsratsmitglied der Homedia SA. Grignon ist Netzwerkingenieur und absolvierte ein MBA an der American Graduate School of Business, Switzerland. Vor seinem Eintritt bei Homedia war Grignon von 2006 bis 2009 bei Orange Schweiz für die Entwicklung und Umsetzung der Tripleplay-Strategie (IPTV, VoIP, Glasfaser-Breitbandinternet) verantwortlich.

Neben Homedia Schweiz existiert auch noch eine weitere Firma namens Homedia France, die allerdings ausschliesslich als DVD-Vermieterin fungiert und kein Streaming-Angebot hat. Homedia France ist denn auch nicht Teil der Transaktion an Sky.
Holger Ensslin, Geschäftsführer Legal, Regulatory & Distribution bei Sky Deutschland: "Mit der Übernahme von Homedia bauen wir gezielt unsere Präsenz in der Schweiz aus, werden mit der Expertise dieses starken Players zusätzlich attraktive Potenziale in einem sehr vielversprechenden Markt ausschöpfen und so ein weiteres Wachstumskapitel im deutschsprachigen Markt aufschlagen."

Eric Grignon, CEO von Homedia: "Teil von Sky Deutschland zu sein, ist für uns und alle Schweizer Sport-, Film- und Serienfans eine hervorragende Nachricht. HollyStar wird vom hochklassigen Rechteportfolio, der Kompetenz und Innovationskraft von Sky massgeblich profitieren. Unsere starke lokale Präsenz eröffnet uns im Verbund des führenden europäischen Entertainmentkonzerns nun ganz neue Möglichkeiten."
Eric Grignon, CEO von Homedia, ist stolz auf die Marke HollyStar, das Streamingangebot des Unternehmens.
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Eric Grignon, CEO von Homedia, ist stolz auf die Marke HollyStar, das Streamingangebot des Unternehmens.

Homedia hat 35.000 direkte Streaming-Kundnenkontakte für Sky

Auf Anfrage von HORIZONT Swiss führte Eric Grignon aus, dass Homedia heute zwei Standbeine im Schweizer Markt hat: Zum einen den direkten Kontakt zu rund 35.000 Streaming-Abonnenten, die pro Monat durchschnittlich etwa drei Filme konsumieren (Serien nicht eingerechnet). Der zweite Teil des Homedia-Business sind Kooperationen mit Distributionspartnern wie Sunrise, Quickline oder ExLibris, denen Homedia aber nicht nur seine grosse VoD-Videothek zur Verfügung stellt, sondern für sie im Sinne eines Fullservice-Dienstleisters auch die technische Plattform betriebt und je nachdem sogar das Marketing besorgt. Umsatzzahlen aber will Grignon keine nennen.
Über Sky Deutschland:
Mit über 4,9 Millionen Kunden und einem Jahresumsatz von 2 Milliarden Euro gehört Sky in Deutschland und Österreich zu den führenden Entertainment-Unternehmen. Das Programmangebot besteht aus Live-Sport, Spielfilmen, Serien, Kinderprogrammen und Dokumentationen. Sky Deutschland mit Hauptsitz in Unterföhring bei München ist Teil von Europas führender Unterhaltungsgruppe Sky plc. Mehr als 22 Millionen Kunden in fünf Ländern sehen die exklusiven Programme von Sky, wann immer und wo immer sie wollen (Stand: 31.03.2017). In der Schweiz ist Sky indirekt präsent: Über eine Partnerschaft mit der Swisscom-Tochter Teleclub, wo allerdings nur linear ausgestrahlte Sky-Angebote empfangbar sind. Bisher hatte Sky in der Schweiz keine direkten Kontakte zu Streamingkunden.
Was aber waren die Gründe für den vollständigen Verkauf der Firma an Sky Deutschland? "Als wir 2009 mit dem Streaming-Angebot anfingen, waren unsere Konkurrenten lokal oder national. Heute aber sind unsere Konkurrenten mit Netflix oder Amazon global", erklärt Grignon. Hinzu komme, dass Homedia zwar eine grosses VoD-Angebot habe. "Doch dieses haben wir nicht exklusiv – es ist auch anderswo erhältlich." Man sei deshalb zum Schluss gekommen, dass Homemedia einen Partner benötige, der auch exklusiven Content zu bieten habe. "Sky ist eine contentgetriebene Firma und der grösste Produzent von eigenen Inhalten, darum haben wir dort zwecks Partnerschaft angeklopft", berichtet Grignon weiter. Man sei dann übereingekommen, Sky die Firma gleich zu verkaufen. Er und seine ganzes Team blieben aber an Bord, versicherte Grignon.

Sky kam das Angebot von Homedia in doppelter Hinsicht entgegen: Zum einen, weil Homedia – im Gehensatz zu Sky – mit seiner OTT-Plattform HollyStar über dirkete Beziehungen zu Schweizer Streaming-Kunden verfügt, zum andern, weil Sky in Europa ohnehin mit Distributionspartnern zusammenarbeitet. Somit werde sich auch an den bestehenden Kooperationen beispielsweise mit Sunrise und Quickline nichts ändern. Im Gegenteil: "Unsere Partnerschaft mit Sky ist gut für sie", zeigt sich Grignon überzeugt. Denn ab sofort verfüge Homedia dank Sky über zusätzliche und eigenständige Inhalte, nicht zuletzt im Sport, ein Bereich, in dem das Neuenburger Unternehmen bisher gar nichts anzubieten hatte. knö

 




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