Serviceplan-CEO Christian Baertschi im Interview

"Nicht die Nationalität, das kulturelle Verständnis ist wichtig"

Inszenierung zum Start der Agentur 2012 (von links): Sacha Moser, Florian Haller und Christian Baertschi.
© Serviceplan Suisse
Inszenierung zum Start der Agentur 2012 (von links): Sacha Moser, Florian Haller und Christian Baertschi.

Wie schwierig ist es für deutsche Agenturen, die in der Schweiz eine Niederlassung aufbauen, Fachkräfte zu bekommen wie Kreative und Digitalspezialisten?
Die Schwierigkeit generell ist es gute und engagierte Fachkräfte zu rekrutieren. Auf der einen Seite kämpft man zu Beginn mit dem noch nicht vorhandenen Ruf in der Branche. Das hat allerdings allgemein mit der nicht bekannten Herkunft zu tun und nicht mit der Herkunft aus einem anderen Land. Zum anderen kämpft man zu Beginn mit der geringen kritischen Grösse der Agentur, was zur Folge hat, dass erfahrene und etablierte Fachkräfte nicht immer bereit sind in einer kleineren Struktur resp. Firmengrösse zu arbeiten.

Wie stark ist der Konkurrenzkampf zwischen den Agenturen?
Der Konkurrenzkampf zwischen den Agenturen ist ausgeprägt. Und zwar nicht nur im Kundenmarkt, sondern auch im Personalmarkt. Der Vorteil eines Newcomers liegt oft darin, dass die etablierten Agenturen die Konkurrenz oft erst mit einer gewissen Verzögerung wahrnehmen. Da hat auch mit einer gewissen Überheblichkeit der führenden Agenturen zu tun, welche nicht jeden Tag gegen neue Konkurrenten antreten müssen.

Haus der Kommunikation Zürich
Mehr als 100 Mitarbeiter sind seit Kurzem im Haus der Kommunikation in Zürich zu finden. Unter einem Dach vereint die Serviceplan Gruppe Schweiz alle Kommunikationsdiziplinen in einem frisch renovierten Gebäudekomplex im Zürcher Seefeld. Auf vier Etagen mit je 420 m2 haben die Agenturen Serviceplan Suisse AG (Werbung), Plan.Net Suisse AG (Digital), Serviceplan Public Relations Suisse AG (PR), sowie Solutions (Publishing) ein neues zuhause gefunden.
Welche relevanz hat für Schweizer Kunden, dass "Schweizer" in den Projekten sind?
Die Voraussetzung ist nicht die Nationalität, sondern das kulturelle Verständnis. Dazu muss man zwingend einige Jahre im Land leben und die Kultur von Land und Leuten kennen. Die Kunden (oftmals auch Nicht-Schweizer) legen kaum Wert auf die Nationalität, sondern auf das kulturelle und werbliche Verständnis des Landes.

 Serviceplan, Serviceplan Public Relations, Plan.Net und Solutions sind seit Kurzem am Kirchenweg 8 im Zürcher Seefeld zu finden
© Serviceplan Suisse
Serviceplan, Serviceplan Public Relations, Plan.Net und Solutions sind seit Kurzem am Kirchenweg 8 im Zürcher Seefeld zu finden
Und beim  Aufbau eines neuen Standorts in der Schweiz - ist es wichtig, dass Führungskräfte auch aus der Schweiz beziehungsweise mit Schweizer Hintergrund dabei sind? 
Es ist von zentraler Bedeutung bei einem Marktaufbau in der Schweiz. Der Markt ist im Vergleich zu Deutschland anders aufgebaut. Die Marktgrösse, die Kundenstruktur, die Branchensituation, die  Sprachvielfalt etc. sind nicht nur für das kommunikativ-inhaltliche Verständnis, sondern auch für das Verstehen des wertschöpfenden Geschäftsmodells von zentraler Bedeutung.

Zur Eröffnung des Schweizer Hauses der Kommunikation gibt's von Serviceplan Suisse ein paar Shopping-Tipps in der Umgebung gesammelt
© Serviceplan Suisse
Zur Eröffnung des Schweizer Hauses der Kommunikation gibt's von Serviceplan Suisse ein paar Shopping-Tipps in der Umgebung gesammelt
Greift Serviceplan Schweiz bei Bedarf auf Kollegen in Deutschland zurück, um bestimmte Projekte zu stemmen und bringt es einen Preisvorteil, auf Ressourcen in Deutschland zugreifen zu können?
In der Entwicklungsphase wird aus oben genannten Gründen kaum je auf Kollegen in Deutschland zurückgegriffen. Für gewisse Produktions- und Umsetzungsleistungen kann es sinnvoll sein auf Ressourcen im Ausland zuzugreifen. Das ist jeweils projektspezifisch und hängt auch von den Kundenbedürfnissen ab. Interview: Eva-Maria Schmidt

 




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