SRG SSR

Weniger Umsatz, trotzdem Gewinn

SRG-Führungsmannschaft: Jean-Michel Cina, Ladina Heimgartner, Gilles Marchand und Bakel Walden (v.l.)
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SRG-Führungsmannschaft: Jean-Michel Cina, Ladina Heimgartner, Gilles Marchand und Bakel Walden (v.l.)
Die Situation auf dem TV-Werbemarkt hat sich verschärft, auch die öffentlich-rechtliche SRG SSR muss deshalb im Jahresergebnis einen Umsatzrückgang verkraften. Doch trotz des Minus von 46,1 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr schliesst die SRG das Geschäftsjahr 2017 mit einem Jahresgewinn von 29,5 Millionen Franken ab, 4,4 Millionen mehr als 2016.



Der Grund: Die Einnahmen der SRG aus Empfangsgebühren blieben stabil und haben die Rückgänge bei den Werbeeinnahmen aufgefangen.  Insgesamt 15,4 Millionen Franken ging der Ertrag bei dem öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehgesellschaft zurück.  Der seit Jahren anhaltende Trend, Werbung in den digitalen Medien zu platzieren und Werbebudgets zu kürzen, spielte dabei eine erhebliche Rolle. Der restliche Umsatzrückgang erklärt sich durch einen höheren Umsatz im 2016 als Folge eines Immobilienverkaufs. Auch der Personalaufwand präsentiert sich 2017 höher, dies vorwiegend aufgrund der Auflösung von Rückstellungen im Vorjahr.

Die Unternehmensführung wurde im vergangenen Jahr mit dem Amtsantritt des Präsidenten Jean-Michel Cina und des Generaldirektors Gilles Marchand neu aufgestellt. Die zeigen sich mit dem Ergebnis zufrieden: Die SRG habe auch das Jahr 2017 mit einem soliden Ergebnis abgeschlossen. Auch programmlich sei es der SRG gelungen, mit zahlreichen Eigenproduktionen neue Akzente zu setzen. Die Krimiserie „Wilder“ und der Zweiteiler „Private Banking“ von SRF von SRF, sowie „Quartier des banques“ von RTS gehören dazu. Das Angebot für junge Zielgruppen konnte mit der nationalen Einführung des News-Video-Formats „Nouvo“ weiterentwickelt werden. Weiter konnte die SRG mehrere Kooperationsprojekte mit privaten Medienunternehmen umsetzen. So stellt die SRG zum Beispiel für die Onlineportale mehrerer Medienhäuser und für die SDA Videos mit News-Inhalten zur Verfügung.

2018 muss die SRG nichtsdestotrotz den Gürtel enger schnallen und sich auf die neuen finanziellen Rahmenbedingungen ab 2019 vorbereiten. Der  Bundesrat hat am 19. Oktober 2017 entschieden, den Anteil aus den Empfangsgebühren an die SRG zu senken und zu plafonieren. Ab 2019 wird die SRG deshalb 50 Millionen Franken weniger aus der Abgabe für Radio und Fernsehen zur Verfügung haben. Gleichzeitig hält  die rückläufige Entwicklung der Werbeeinnahmen an. 2017 war nicht zuletzt geprägt von der Abstimmungsdebatte rund um die „No Billag“-Initiative. Generaldirektor Gilles Marchand hat im Nachgang zur Initiative Massnahmen zur Effizienzsteigerung und ein erstes, dreiteiliges Reformpaket präsentiert, über das bereits berichtet wurde.

Cina und  Marchand haben folgende Prioritäten gesetzt: weiterhin qualitativ hochstehende Programme in allen vier Landessprachen bieten, die Unabhängigkeit und Professionalität der Redaktionen sichern, den digitalen Wandel innerhalb der SRG vorantreiben, den Kontakt zum jungen Publikum stärken und weiterhin in die Kultur investieren. Ladina Heimgartner, Direktorin von RTR, übernahm die Funktion der stellvertretenden Generaldirektorin SRG. Die Geschäftsleitung wurde um die neue Direktion "Entwicklung und Angebot" unter der Leitung von Bakel Walden ergänzt. vg




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