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Berner SRG-Belegschaft will nicht nach Zürich

Das SRG-Radio-Studio soll in Bern bleiben
© Screenshot Pro Radio Studio Bern
Das SRG-Radio-Studio soll in Bern bleiben
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Das SRG-Radiostudio Bern soll nach Zürich ziehen. Doch die betroffene Belegschaft wehrt sich gegen die geplante Verlegung. Über 160 Angestellte fordern den SRG-Verwaltungsrat in einem Schreiben auf, die Pläne zu überdenken.


Die Betroffenen haben  sich in der Arbeitsgruppe Pro Radiostudio Bern zusammengeschlossen, die ihre Bedenken in einem Brief an den Verwaltungsrat zum Ausdruck gebracht hat. Die Umzugs-Pläne gefährdeten demnach nicht nur die föderalen Strukturen der SRG, sondern auch die Medienvielfalt. Die Belegschaft glaubt, dass mit der Verlegung nach Zürich die Eigenständigkeit der reichweitenstarken und glaubwürdigen Informationssendungen von Radio SRF bedroht wäre. Unterzeichnet hätten den Brief an den Verwaltungsrat die grosse Mehrheit der Mitarbeitenden des Radiostudios Bern sowie die Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten.

Bern soll weiterhin seine wichtige Rolle als Brückenkopf zwischen der Deutschschweiz und der Romandie behalten, fordert die Belegschaft. Die Berichterstattung der meisten nationalen Medien werde inzwischen aus Zürich gesteuert. Ziehe Radio SRF nun ebenfalls noch nach Zürich, wachse der viel kritisierte „Wasserkopf Zürich“ weiter.

Anfang April hatte die SRG bekanntgegeben, sie erwäge aus Kostengründen, die meisten Redaktionen aus dem Radiostudio Bern zum Fernsehen nach Zürich-Leutschenbach zu verlegen. Bis im Juni will SRF die Entscheidungsgrundlagen für den Verwaltungsrat der SRG erarbeiten. Laut internen Informationen von SRF könnte ein Umzug der Abteilung Information nach Zürich 3 bis 3,5 Millionen Franken einsparen.

Die Angestellten fordern den SRG-Verwaltungsrat, die SRG-Generaldirektion und die Geschäftsleitung von SRF nun auf, nicht nur finanzielle Überlegungen zu machen, sondern auch die oben genannten föderalistischen und medienpolitischen Argumente zu gewichten. Unterstützung im Widerstand gegen die Umzugspläne erhalten die SRG-Mitarbeiter von den Berner Kantonalparteien sowie Wirtschaftsverbänden. vg


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