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"Ich bin ein überzeugter Verfechter des Service public"

Live-übertragene SRG-Pressekonferenz: (von links) Jean-François Roth, Präsident des Wahlausschusses, Viktor Baumeler, amtierender SRG-Präsident, sein Nachfolger Jean-Michel Cina, SRG-Generaldirektor Roger De Weck
© Screenshot srf.
Live-übertragene SRG-Pressekonferenz: (von links) Jean-François Roth, Präsident des Wahlausschusses, Viktor Baumeler, amtierender SRG-Präsident, sein Nachfolger Jean-Michel Cina, SRG-Generaldirektor Roger De Weck
An einer Pressekonferenz, an der seine Wahl zum SRG-Verwaltungsratspräsidenten bekanntgegeben wurde, hat Jean-Michel Cina auch einen ersten Positionsbezug vorgenommen.
Jean-Michel Cina, der von den Delegierten der SRG mit 36 zu 3 Stimmen überaus deutlich zum Verwaltungsratspräsidenten der SRG ab 1. Mai 2017 gewählt worden war, sagte an der Live über Internet übertragenen Pressekonferenz: "Ich bin ein überzeugter Vertreter des Service public." Weiter hob er hervor, dass er in Verwaltung und Politik gedient und auch in der Privatwirtschaft Erfahrungen gesammelt habe – als Inhaber diverser Verwaltungsratsmandate. Dem Amt des SRG-Präsident werde er sich "mit vollem Engagement und grossem Respekt widmen". Und dann nahm er auch Bezug auf den kürzlich veröffentlichten Service public-Bericht des Bundesrates, ohne allerdings diesen explizit zu erwähnen. Wörtlich sagte er: "Die SRG wird sich mit ihrem Know-how, ihrer Branchenkenntnis und ihrer Erfahrung konstruktiv in die Diskussion über einen digitalen Service public einbringen. Dies wird eine meiner Prioritäten sein."
„Die Diskussion über einen digitalen Service public wird eine meiner Prioritäten sein.“
Jean-Michel Cina, SRG-Verwaltungsratspräsident ab 1. Mai 2017,  Livestream und Pressetext


Auf die Frage eines Journalisten sagte Cina zudem, dass er die klare Absicht habe, sich bei den künftigen Diskussionen um Service public, Erneuerung der SRG-Konzession und die Abstimmung über die No Billag-Initiative voll zu enagieren und auch zeitlich intensiv einzubringen.

Viktor Baumeler, der noch amtierende SRG-Präsident erinnerte zudem daran, dass die Wahl des SRG-Präsidenten nicht Sache des Bundesrates sei, sondern der SRG-Delegiertenversammlung. Der Bundesrat entsende aber zwei Personen in den Verwaltungsrat der SRG, zur Zeit sind das Ursula Gut und Ulrich Gygi. Und: "Der Bundesrat hat auf das Auswahlverfahren und die Wahl keinen Einfluss genommen." Mit dem Vorschlag, Cina als SRG-Präsidenten zu wählen, wolle der Verwaltungsrat sicherzustellen, dass die publizistische Unabhängigkeit des audiovisuellen Service public und der SRG gewahrt bleibe. Der Verwaltungsrat sei der Auffassung, "dass den strategischen Risiken, die auf das SRG-Angebot zukommen, am besten durch einen unter anderem in Bundesbern und in den Kantonen gut verankerten Präsidenten begegnet werden kann."

An der Pressekonferenz ergriff auch SRG-Generaldirekto Roger De Weck das Wort: "Ich freue mich auf meinen neuen Chef." Als Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen (KDK) verkörpere Cina den schweizerischen Föderalismus. Und genau das tue auch die SRG. "Wir sind das föderalistisch aufgestellte Medienhaus in der Schweiz", sagte er. Und schloss mit den Worten: "Das ist ein guter Tag für die SRG."



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