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Wer ist schuld am Verhandlungsabbruch?

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Die 4. Verhandlungsrunde zwischen SDA-Belegschaft und Verwaltungsrat scheiterte offenbar, weil die Arbeitnehmerseite merkte, dass die SDA-Direktion Kosten in den angeblich "aufgebesserten Sozialplan" einrechnet, die sowieso anfallen.
Die Verwaltungsratsdelegation teilte gestern Montag mit, es sei ein "grosszügiger" Sozialplan bereitgestellt worden, welcher in den Verhandlungen noch einmal aufgebessert worden sei. Dieser betrage nun 2,5 Millionen Franken - zudem sei ein mit 100.000 Franken dotierter Härtefallfonds in Aussicht gestellt worden. Weil SDA-Redaktionskommission (Reko) damit noch immer nicht zufrieden gewesen sei, habe man die Verhandlungen für gescheitert erklärt.

Die Reko ihrerseits betonte, dass die Verhandlungen von Bei der Ausgestaltung des Sozialplans habe es aber "unterschiedliche Vorstellungen" gegeben, weshalb die Verhandlungen von der Verwaltungsratsdelegation "einseitig abgebrochen und für gescheitert erklärt" worden seien. Sie, die Reko, hätte durchaus noch weiter verhandelt. Zu dem auf 2,5 Millionen Franken "aufgebesserten Sozialplan" stellt die Reko klar, dass die SDA-Direktion in die 2,5 Millionen Franken in Form von Lohnfortzahlungen auch Kosten dafür einrechne, dass manchen Mitarbeitern noch nicht gekündigt werden konnte, etwa aufgrund von Krankheit. "Dieser Posten ist massgeblich für die Differenz zwischen den 2 Millionen Rückstellungen für den Sozialplan im Geschäftsjahr 2017 und den nun kommunizierten 2,5 Millionen Franken verantwortlich." Die ReKo hält an dieser Stelle fest, dass diese Kosten dem Arbeitgeber aufgrund der Gesetze entstehen und nicht zum Sozialplan gezählt werden können, der per Definition alle über die gesetzlichen Pflichten hinausgehenden Leistungen umfasst.

Die ReKo anerkennt allerdings, dass es auch ein Entgegenkommen vom Verwaltungsrat gab. Dies betreffe unter anderem den Härtefallfonds. Weiterverhandeln wollte die ReKo aber bei einem Kernanliegen. Die Reko wollte insbesondere Verbesserungen für die über 60-/61-jährigen Betroffenen erreichen. Hier habe der Verwaltungsrat keine Zugeständnisse gemacht und berufe sich darauf, dass der Sozialplan bereits "gute Lösungen" biete. Dem hält die Reko entgegen, dass über 60-/61-Jährige bei einer erzwungenen Frühpensionierung weiterhin mit lebenslänglichen Renteneinbussen leben müssten. "Für diese Menschen, die zum Teil fast ihr ganzes Leben lang für die SDA gearbeitet und dabei viel Herzblut vergossen haben, möchte die Redaktionskommission im Auftrag der Redaktion anständige Bedingungen erreichen." pd/knö


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