SDA

Verleger bedrohen die journalistische Grundversorgung und plündern deren Reserven

Die Verleger unter den SDA-Aktionären drohten der Nachrichtenagentur den Aufbau einer Billigagentur an und wollen nun auch noch deren Reserven plündern.
© zvg.
Die Verleger unter den SDA-Aktionären drohten der Nachrichtenagentur den Aufbau einer Billigagentur an und wollen nun auch noch deren Reserven plündern.
Themenseiten zu diesem Artikel:
Der massive Stellenabbau von 40 der heute 150 Stellen bei der SDA hat einen Hintergrund: Die SDA gehört den Verlagen Tamedia, NZZ, AZ Medien, Ringier sowie der SRG. Doch die Verlage torpedieren nun die journalistische Grundversorgung, indem sie der SDA mit dem Aufbau einer Billigagentur drohten, falls sie ihre Tarife nicht senkt.
Dies berichtete der "Tages-Anzeiger", der selbst zu Tamedia gehört. Demnach waren AZ Medien und NZZ die treibenden Kräfte, die andern Verlage wurden jedoch informiert und ziehen offenbar mehr oder weniger mit. Die Rolle der SRG wird im Artikel nicht näher beleuchtet.

Gemäss SDA-CEO Markus Schwab schrieb die SDA im 2017 ein Defizit von 1 Million Franken, 2019 rechnet er mit 4,1 Millionen Verlust. Allerdings hat die SDA derzeit noch Reserven von knapp 19 Millionen  Franken.

Doch es kommt noch etwas dazu: Die SDA will bekanntlich mit ihrer bisherigen 50-Prozent-Tochter Keystone fusionieren. Die andern 50 Prozent von Keystone hält die Österreichische Presseagentur APA, die damit neu 30 Prozent an der SDA halten und zur grössten SDA-Aktionärin würde. Bevor dies so weit ist, wollen aber Tamedia, NZZ, AZ Medien und Ringier noch einen Grossteil der SDA-Reserven unter sich verteilen, schriebt der "Tages-Anzeiger": 15 Millionen Franken sollen davon ausgeschüttet werden, Tamedia würde 4,5 Millionen erhalten, die NZZ 1,6 Millionen.

Pikant daran: Ab 2019 soll die SDA jährlich 2 Millionen Franken Subventionen aus dem Gebührentopf erhalten. Ein solcher Vorschlag befindet sich in der Vernehmlassung. knö


stats