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Streik bleibt sistiert, doch der Ton wird härter: Der Verwaltungsrat soll sich bewegen

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An einer Versammlung der SDA-Redaktion von gestern wurde entschieden, den Streik weiterhin sistiert zu lassen. Sie beschloss aber fast einstimmig "alternative Massnahmen", um den Kampf fortzusetzen.
Worum es sich bei den alternativen Kampfmassnahmen handeln könnte, liess die SDA-Redaktion in ihrer Mitteilung zwar offen. Gemäss Communiqé behaftet sie aber den SDA-Verwaltungsrat auf einer Zusicherung, die er offenbar abgegeben hatte. Demnach will der VR am Gang vor die Einigungsstelle EES festhalten und bis zum Ende eines solche Einigungsverfahrens keine neuen Kündigungen vornehmen. Die Redaktion verlangt allerdings, dass auch die Kündigungsfristen für bereits ausgesprochene Kündigungen während des Verfahrens unterbrochen bleiben. Sie erwartet ferner, "dass sich der Verwaltungsrat im Rahmen des Einigungsverfahrens bewegen wird".

Dass bis zum Ende des Verfahrens keine neuen Kündigungen ausgesprochen werden, erachtet die Redaktion ohnehin als selbstverständliche Voraussetzung, um eine Vermittlung zu ermöglichen. Mit der fortgesetzten Pause des Streiks leistet die Redaktion ihrerseits ihren Beitrag für das Vermittlungsverfahren. Die Redaktion erwarte vom Verwaltungsrat einen gleichwertigen Beitrag, hiess es weiter. Darum fordert sie weiterhin, dass die Kündigungsfristen für bereits gekündigte Arbeitsverhältnisse ab sofort bis zum Ende des Einigungsverfahres ruhen.

Die SDA-Redaktion weist darauf hin, dass all jenen, welche die Kündigung schon erhalten haben, mit dem Einigungsverfahren ohne Sistierung der Kündigungen eine existenzbedrohende Ungewissheit drohen würde: "Sie würden ihre Arbeitsstelle verlieren, ohne den Inhalt des Sozialplans zu kennen." Die Redaktion erwartet weiter, dass der Sozialplan in den Verhandlungen substantiell verbessert wird und dass die vorhandenen Gewinnreserven von etwa 19 Millionen Franken in das Personal und die Weiterentwicklung der Agentur investiert werden, anstatt den Aktionären als Gewinn ausbezahlt zu werden.

Generell hält die 
SDA-Redaktion an ihren bisherigen Forderungen fest. Dazu gehören, dass die bereits ausgesprochenen Kündigungen und Änderungskündigungen bis zum Vorliegen einer tragfähigen und verantwortungsvollen Zukunfts-Strategie zu sistieren seien, dass SDA-Direktion und -Verwaltungsrat auf ernsthafte Verhandlungen mit der Redaktionskommission und ihren gewerkschaftlichen VertreterInnen einsteigen sollen und dass für die betroffenen älteren Mitarbeitenden eine Lösung gefunden wird, die sie finanziell nicht in die Misere stürzt – dies mittels eines "guten Sozialplans".


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