SDA

Heute kommt es zum Streik

Heute wird bei der SDA gestreikt. Wie sich das genau auswirkt, blieb jedoch noch offen. Wird etwa eine minimale Grundversorgung aufrecht erhalten?
zvg.
Heute wird bei der SDA gestreikt. Wie sich das genau auswirkt, blieb jedoch noch offen. Wird etwa eine minimale Grundversorgung aufrecht erhalten?
An einer Vollversammlung beschloss gestern das SDA-Personal mit überwältigender Mehrheit, für heute Dienstag, 30. Januar, den Streik auszurufen. 

Damit zeige das Personal, dass es nicht bereit ist, den überrissenen Abbau und die sture Haltung der Geschäftsleitung zu akzeptieren, heisst es in einer Mitteilung. Die Kündigungen hätten trotz Warnstreik und massivem Widerstand aus der Redaktion stattgefunden. Dieses Vorpreschen der Geschäftsleitung werde einzig mit den Kosten begründet. Strategisch hingegen bleibe die SDA "kopflos". Die Mitarbeitenden fordern die Geschäftsleitung weiterhin zu Verhandlungen auf. Gleichzeitig wenden sie sich an den Verwaltungsrat, der es nun in der Hand hat, eine weitere Eskalation zu verhindern.

In ihrer Antwort auf die Resolution der Redaktion vom macht die SDA-Direktion deutlich, dass sie in den zentralen Punkten auf jegliches Entgegenkommen verzichtet. Das ist angesichts des massiven Widerstands der Mitarbeitenden mehr als verwunderlich. Zur Erinnerung: Am schweizweiten Warnstreik vom 23. Januar 2018 hat die gesamte Belegschaft für drei Stunden die Arbeit niedergelegt und damit ihre eindeutige Haltung gegenüber dem rücksichtslosen Vorgehen der Leitung zum Ausdruck gebracht. Die Direktion ist einzig auf kleine Verbesserungen des nach wie vor ungenügenden Sozialplans eingetreten. Und nach wiederholtem Insistieren der ReKo sowie Zusammenbrüchen von mehreren Mitarbeitern hat sie zugesagt, psychologische Betreuung zu organisieren. Die ReKo betrachtet das Anbieten psychologischer Unterstützung als selbstverständliche Aufgabe des Arbeitgebers im Rahmen der Fürsorgepflicht.

Kein Vertrauen mehr in die SDA-Geschäftsleitung

CEO Markus Schwab habe öffentlich in einem Interview gesagt, die SDA sei einzig ihren Aktionären etwas schuldig, schrieben die Mitarbeitenden weiter. "Nach den rücksichtslosen Kündigungen und der Verweigerung von Verhandlungen auf Augenhöhe hat die Geschäftsleitung mit solchen Aussagen in der Presse das letzte Vertrauen der Mitarbeitenden verspielt." Diese Aussagen zeigten offen, dass die SDA sich den Mitarbeitenden nicht mehr verpflichtet fühlt.



Die Mitarbeitenden fordern weiter, dass a
ngesichts der eskalierten Situation und des zerstörten Vertrauens jetzt der Verwaltungsrat einen Weg aus dem Konflikt zeigen müsse. "Letztlich trägt der Verwaltungsrat die strategische Verantwortung für den von der Geschäftsleitung eingeschlagenen Weg." Die Mitarbeitenden betonen weiterhin ihre Bereitschaft zu offenen, transparenten Gesprächen über die Zukunftsstrategie und den daraus folgenden Personalbedarf. Noch immer werden ihnen die notwendigen Informationen vorenthalten.

Abbau gefährdet mediale Grundversorgung und Bundesbeiträge

Der Abbau im geplanten Ausmass gefährde ausserdem die mediale Grundversorgung der Schweiz. Auf diese Leistungen der SDA seien insbesondere die kleineren und mittleren Medienunternehmen angewiesen, die nur über beschränkte Mittel verfügen. Weiter gefährde der massive Abbau die Beiträge des Bundes im Umfang von zwei Millionen Franken. Es stelle sich die Frage, wie nachhaltig der eingeschlagene Weg der Leitung ist, wenn sie damit ihre bisher gute Dienstleistung kaputtspare, das Betriebsklima vergifte und Millioneneinnahmen gefährde.


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