SDA

Belegschaft will Schlichtung

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Die Auseinandersetzung zwischen Mitarbeitern und der Führung der SDA geht wohl doch weiter – zumindest, wenn es nach der Belegschaft geht. Um die Verhandlungen nach dem eigentlichen Scheitern wieder aufzunehmen, schlägt die Belegschaft eine externe Vermittlung vor und verlangt die Aussetzung geplanter Kündigungen.  

An der heutigen Pressekonferenz hat die Belegschaft der SDA klargestellt, dass sie weiterhin Verhandlungen erwartet. Angesichts „der Verweigerung seitens des Verwaltungsrates“ begrüsse sie eine Schlichtung, wenn die Kündigungen während der Dauer des Verfahrens sistiert werden. „Ohne die Sistierung wäre die Schlichtung eine Farce“, heisst es. Die Belegschaft wird sich in einer Woche zu einer weiteren Vollversammlung treffen. Bis dahin soll weiter gestreikt werden.

Sollte es zu weiteren Verhandlungen kommen, dürften sie hart werden – denn die Fronten scheinen verhärtet zu sein. So hat SDA-Verwaltungsrat Matthias Hagemann im Interview mit Watson gesagt, er verstehe nicht, warum die bisherigen Verhandlungen gescheitert seien. Die SDA habe keinen Service-public-Auftrag, benötige aber vom Bund vier Millionen Franken.




Die Belegschaft hält dem Arbeitgeber entgegen, dass der geplante Abbau die dreisprachige mediale Grundversorgung unmöglich und eine Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung der SDA überflüssig mache. Ausserdem stelle er zahlreiche Personen vor existenzielle Probleme.


Auf die Äusserungen von Hagemann zum vom Verwaltungsrat formulierten Sozialplan reagieren die Arbeitnehmervertreter mit Kritik: „Verwaltungsrat Matthias Hagemann sprach in der Presse von einem grosszügigen Sozialplan und davon, dass in den Verhandlungen Zugeständnisse gemacht wurden. In den genannten 2,5 Millionen CHF verstecken sich Kosten, die nicht in einen Sozialplan gehören, die nicht soziale Härten abfedern, sondern die gemäss Gesetz vom Arbeitgeber geschuldet sind“, formulieren sie ihre Kritik. Ziehe Kosten etwa für Kündigungen ab, habe der bisher angebotene Sozialplan einen Umfang von 1,9 Millionen CHF und damit den gleichen Umfang wie vor den Verhandlungen. „Dabei sind mit den rund 20 Millionen Gewinnreserven genügend Mittel vorhanden, um einen tatsächlich grosszügigen Sozialplan auszugestalten und die Zukunft der SDA zu sichern.“

Um die Verhandlungen nach dem eigentlichen Scheitern wieder aufzunehmen, möchte die Belegschaft eine externe Vermittlung.  Sie fordert zugleich, dass während der Dauer der Schlichtung geplante Kündigungen ausgesetzt werden. Dies soll der Verwaltungsrat bis 28. Februar schriftlich bestätigen.ems

 

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