SDA

Agentur-Direktion zieht offenbar Kündigungen bis Ende Januar durch

zvg.
Gemäss einer Mitteilung der Gewerkschaften Syndicom und Impressum verweigert die SDA-Direktion um CEO Markus Schwab "jeglichen Kompromiss". Die während des ersten Streiks in der über 123-jährigen Geschichte der SDA beschlossene Resolution lehnt die Direktion ab. Eine Verwaltungsrätin ist inzwischen zurückgetreten.

Die Direktion lehnte die in einer Resolution festgehaltenen Forderungen der Mitarbeitenden am Donnerstagabend ab – einen Tag nach der Antwortfrist. Demnach soll der Grossteil des Abbaus von 35,6 Vollzeitstellen weiterhin bis Ende Januar vollzogen werden. Die Einzelgespräche mit den Mitarbeitenden wurden nicht gestoppt. Die Direktion will die Kündigungen, nicht vorteilhaften Frühpensionierungen und Pensumsreduktionen unbeeindruckt fortsetzen. In der Redaktion führt dieses brutale und übereilte Vorgehen zu grossem Druck und bringt einzelne Personen in eine kritische Situation. Auch an den Abbauzahlen soll nichts geändert werden, zudem wird an der Neuorganisation festgehalten. Dies hat zur Folge, dass die Ausland-, die Kultur-, und die Wirtschaftsredaktion (ausgelagert an die AWP) verschwinden sollen.


Die Redaktionskommission der SDA zeigt sich von der am Donnerstagabend erhaltenen Antworten enttäuscht und empört. Nicht nur von der Direktion der SDA, sondern auch vom Verwaltungsrat, der offenbar kein Interesse zu haben scheint, eine weitere Eskalation zu verhindern.

Auch die Nationalräte Gerhard Pfister (CVP), Thierry Burkart (FDP) und Nathalie Rickli (SVP), Matthias Aebischer (SP) und Regula Rytz (Grüne) haben inzwischen die Führung der SDA kritisiert.

SDA-Verwaltngsrätn tritt zurück

Sandra Jean hat mittlerweile ihren Rücktritt aus dem Verwaltungsrat der SDA bekannt gegeben, weil sie die gewählten strategischen Optionen des Verwaltungsrats zur SDA nicht mittragen kann. Die Direktorin der Redaktionen der Walliser Zeitung „Nouvelliste“ und Verantwortliche der Magazine der ESH-Gruppe teilte dem Verwaltungsrat ihren Rücktritt am Mittwoch, 24. Januar, mit. Gemäss "Tages-Anzeger" lehnt sie die vom Verwaltungsrat ergriffenen strategischen Optionen zur Restrukturierung der SDA ab.

Der Verband Schweizer Medien taf sich offenbar am Freitag zu einer Sitzung, gemäss Medienberichten soll es dabei eine „Aussprache“ zur SDA gegeben haben. Vom VSM selbst wurde dazu bisher jedoch nichts kommuniziert. Das Trauerspiel geht also weiter. Dabei verlnagt die vom verheerenden Abbau schwer getroffene Redaktion Antworten, wie das zerstörte Vertrauen zwischen den Angestellten und der Direktion wieder hergestellt werden kann.

Statt das Vertrauen der Mitarbeitenden vor der anstehenden Fusion mit der Bildagentur Keystone zu stärken und sie bei der Umsetzung der Fusion zu motivieren, lösen sie einen Braindrain und innere Kündigungen bei ihren Journalisten aus. Damit riskieren sie, dass der Dienst der SDA massiv leiden und an Qualität einbüssen wird. Die einzige Nachrichtenagentur der Schweiz wird damit aufs Spiel gesetzt.



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