Roger Schawinski

"Die SRG sollte Radio SRF 1 und SRF 3 zusammenlegen und SRF 4 News streichen"

Roger Schawinski und Roger De Weck sind Freunde. De Weck ist zudem der Chef von Schawinski. Eine knifflige Ausgangslage vor einem Interview mit kritischen Fragen.
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Roger Schawinski und Roger De Weck sind Freunde. De Weck ist zudem der Chef von Schawinski. Eine knifflige Ausgangslage vor einem Interview mit kritischen Fragen.
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Wenn die SRG Radio SRF1 und SRF 3 zusammenlegt und SRF 4 News streicht, könnte man die freiwerdenden Kanäle privatisieren. Das schlägt der SRG-Monopol-Brecher Roger Schawinski in einem Interview mit der "Schweiz am Wochenende" vor. Weiter fordert er 25 Millionen Franken Gebühren für einen privaten, aber journalistischen TV-Sender für die ganze Deutschschweiz.
Der Besitzer von Radio 1 und Planet 105 tritt ferner vehement für ein Nein zu "No Billag" ein, unter anderem mit dem Buch "No Billag? Die Gründe und die Folgen", das morgen erscheinen wird. Sollte es am 4. März zu einem Ja zu "No Billag" kommen, würden die freiwerdenden Werbegelder primär ins Internet und zu den deutschen Sendern wie RTL, Pro Sieben und Sat 1 fliessen, wrnt Schawinski. "Deren Schweizer Werbefenster wären die grössten Profiteure."

Schon heute sei der Konsum ausländischer TV-Sender mit 60 TV sehr hoch. "Das sind beinahe koloniale Zustände!" Nötig seien deshalb nicht weniger, sondern mehr einheimische TV-Programme. Etwa indem man neben der SRG einem privaten sprachnationalen Sender eine Konzession mit journalistischem Leistungsauftrag erteile.

Doch selbst wenn es gelinge, "No Billag" an der Urne abzuwenden, sei damit noch nichts gerettet, meint Schawinski, der bei SRF die wöchentliche Talkshow "Schawinski" moderiert. Denn dann folge sofort die Initiative der SVP, die die Gebühren auf 200 Franken festlege. Das findet der Radiopionier zu wenig. "Aus meiner Sicht müsste man einen Gegenvorschlag mit 300 Franken vorbereiten, um das Schlimmste abzuwenden", sagt er.

Fast nebenbei lässt Schawinski auch einen Satz zu Admeira fallen: Die Gründung der Werbeallianz sei "taktisch ungeschickt" gewesen, sie hätte nicht passieren dürfen – "ganz abgesehen davon, dass Admeira nicht funktioniert". knö


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