"Republik"

Immer mehr Geld, Abonnenten und Stellen für die "Journalismus-Rebellion"

Die heute 10köpfige Crew des Journalismus-Projekts "Republik".
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Die heute 10köpfige Crew des Journalismus-Projekts "Republik".
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Schon im Laufe des Starttages am 26. April erreichte das Journalismus-Projekt "Republik" das gesteckte Ziel: 3000 zahlende Abonnenten. Seither gaben die Initianten immer neue Ziele bekannt: 5000, 7000 – und aktuell 9000 zahlende Abonnenten. 7000 hatten sie gestern Nachmittag schon, der oder die 8022ste hat soeben eingezahlt. Offenbar ein Weltrekord für journalistisches Crowfunding.

Das ursprünglich gesteckte Ziel von 3000 Personen, die mittels Crowfunding je 240 Franken für ein Jahres-Abo der künftigen Onlinezeitung "Republik" bezahlen, haben die Initianten um die Journalisten Christof Moser und Constantin Seibt schon vorgestern, am Starttag, um 15 Uhr erreicht. Kurz vor 20 Uhr brach dann die "Republik" nach nur 13 Stunden den bisherigen Crowdfunding-Rekord in der Schweiz: 4600 Menschen zahlten insgesamt über 1,2 Millionen Franken.


Gestern Donnerstag früh gaben die Initianten dann ein neues Ziel aus: 7000 Abonnenten. Diese waren bis 14.30 Uhr beisammen – stündlich gingen knapp 200 Zahlungen ein. Logisch wurde die anzupeilende Abo-Schar erneut aufgestockt: Die Devise lautet nun: 9000 Abonnenten. Der aktuelle Stand heute früh um 8.30 Uhr: 8022 Abonnenten und 2,038 Millionen Franken.

Doch die Initianten steckten sich nicht nur immer höhere Ziele, sondern gaben parallel auch immer neue Versprechen ab: Bei 5000 Mitgliedern würden sie die Ausbildungsplätze von 2 auf 4 verdoppeln. Bei 7000 Abonnenten zu den zehn bestehenden Stellen in Redaktion, Geschäftsführung, Technik eine weitere Redaktionsstelle schaffen. Und ab 9000 Abonnenten und Genossenschaftsmitgliedern will die Redaktion "jährlich vier Monsterrecherchen eröffnen: Jede Story im Schnitt 60000 Franken teuer."
"Republik" gelingt ein Weltrekord
Noch nie so viel und noch nie so schnell – mit mittlerweile über 2 Millionen Franken Crowdfunding-Einnahmen brach die "Republik" den Weltrekord für journalistische Projekte. "Den Rekord hielt bisher unser holländisches Vorbild 'De Correspondent' mit 1,7 Millionen Dollar", schreiben die Initianten gestern um 20 Uhr auf ihrer Website. "Wir gemeinsam haben ihn geschlagen, bei Redaktionsschluss mit 1 844 000 Franken."
Auf ihrer Website reagierten die Initianten geradezu euphorisch: "Seit heute ist klar: Journalismus, konzentriert auf das Wesentliche, ohne Bullshit, hat ein Publikum", schrieben sie gestern. Weiter heisst es: "Die 'Republik' ist eine kleine Rebellion. Für den Journalismus. Und gegen die Medienkonzerne. Denn die grossen Verlage verlassen die Publizistik: Sie bauen sich in hohem Tempo in Internet-Handelshäuser um." Ferner ist auf der Website auch ein Manifest der "Republik" zu finden. knö



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