Regional-TV

Insgesamt stabile Reichweite - einige Sender verlieren aber gegen 20 Prozent

Die Schweizer Regional-TVs (ohne Tele Züri), hier auch mit den Regionalradios.
Die Schweizer Regional-TVs (ohne Tele Züri), hier auch mit den Regionalradios.
Betrachtet man die Zuschauerleistung der 15 bei Mediapulse ausgewiesenen Schweizer Regional-TVs (inkl. zweisprachige Dienste von Canal9 und TeleBielingue), blieb diese über die letzten drei Jahre insgesamt stabil. Einzelne Sender aber weisen stetige und teils starke Zuschauerverluste aus. Andere wiederum können etwas zulegen.
Den Zuschauerzahlen vom 2. Halbjahr 2017, die die TV-Forschung Mediapulse letzten Freitag publizierte, sind auch die Leistungen der einzelnen konzessionierten Regional-TVs (15 Sender, ohne Tele Züri) in den jeweiligen Sprachregionen zu entnehmen. Demnach haben die 15 Sender zusammen ihre tägliche Reichweite gegenüber dem 2. Halbjahr 2016 um 30.000 Personen oder 3 Prozent auf insgesamt 973.400 Personen steigern können. Das heisst: Schweizweit schalten fast eine Million Personen einen (oder mehrere) dieser Sender einmal täglich ein – im Durchschnitt allerdings nur gerade während 7,3 Minuten - ein Wert, der sich kaum verändert hat (+0.2 Minuten).

Betrachtet man jedoch die Entwicklung seit 2015 und im Ganzjahresschnitt, schneiden die 15 Privatsender weniger gut ab: 2015 erreichten sie noch insgesamt 987.000 Personen täglich, seither sank die Reichweite kontinuierlich um 10.000 Personen oder 1 Prozent. Das ist nicht signifikant, zeigt aber, dass der mehrjährige Trend derzeit leicht nach unten zeigt.

Durchzogener sieht es bei den einzelnen Sendern aus: Auf Semesterebene am meisten Reichweite zugelegt hat der deutschsprachige Teil von Canal9, nämlich um 4.000 Zuschauer oder +18 Prozent. An zweiter Stelle folgt TeleBasel, das sich um 8.000 Zuschauer oder +15 Prozent steigern konnte. Ebenfalls ein zweistellige Plus weisen Tele Top (+14 Prozent) und TVO (+12 Prozent) auf. Den grössten Verlust weist dagegen Tele Südostschweiz mit -9 Prozent, gefolgt von Canal Alpha und Tele Bielingue (deutsch) mit je -6 Prozent auf.

Betrachtet man diese Zahlen wiedeurm über die letzten drei Jahre und im Ganzjahresschnitt, schneidet der deutschsprachige Dienst von Canal9 mit Abstand am besten ab: Seine Tagesreichweite legte um sagenhafte 47 Prozent zu, von 17.700 auf 26.1.100 Zuschauer. Und auch die Sehdauer konnte sich von 5,7 auf 6,1 Minute steigern. Ebenfalls einen guten Zuwachs, aber deutlich tiefer, ist jener von Canal Alpha: Der Sender konnte sich um 8.400 tägliche Zuschauer oder +16 Prozent steigern.

Den grössten Verlust fuhr der deutsche Zweig von Tele Bielingue ein: Er hat heute 9.900 Zuschauer oder 16 Prozent weniger als noch 2015. Auch der Verlust beim französischsprachigen Dienst ist im zweistelligen Prozentbereich: -12 Prozent oder -1.700 Personen.

Ebenfalls recht deutlich Zuschauer verloren hat TeleBasel, das anfangs 2016 sein Konzept völlig umgestellt hat und seither stark auf Online setzt. Doch die Onlinenutzungszahlen sind bei Mediapulse nicht ausgewiesen. Bei der reinen TV-Nutzung verlor TeleBasel deshalb gegenüber 2015 16.400 tägliche Zuschauer oder 17 Prozent, wobei positiv zu vermelden ist, dass die Reichweite 2017 gegenüber 2016 fast exakt stabil geblieben ist (81.500 gegenüber 81.300 Zuschauer). Auch die Nutzungsdauer ist mit 8.4 Minuten pro Tag stabil.

Ebenfalls einen zweistelligen Prozentverlust muss TeleSüdostschweiz hinnehmen: Der Sender wird heute von 5.700 Personen weniger eingeschaltet, ein Rückgang um 10 Prozent gegenüber 2015. Beachtlich ist aber die Zunahme der Sehdauer: Sie stieg um mehr als eine Minute von ehemals 4.4 auf heute 5.6 Minuten.

Bei der Sehdauer am meisten zulegen konnte aber teleticino - er steigerte sich in drei Jahren von exakt 12 auf heute 13,8 Minuten. knö

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