RJ-Romain Jerome

Die Schweizer Pokémon-Uhr kostet 20.000 - egal ob Franken, Dollar oder Euro

Pikachu - hier noch ohne Uhr
Pikachu - hier noch ohne Uhr
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Nein, Pokémon ist nicht nur etwas für Teenager und infantile Erwachsene, und das Pokémon-Business ist mehr als Merchandising im Low-cost-Segment. Die Luxusuhren-Marke RJ-Romain Jerome bringt jetzt die Pikachu-Uhr auf den Markt. Limitierte Edition, unglaublicher Preis.

Die Genfer Uhrenmanufaktur hat schon Pacman, Tetris und Super Mario als Markenpartner gehabt. Jetzt hat der Nischen-Hersteller angekündigt, dass im Herbst die Pikachu-Uhr folgt. Das hat - angeblich - gar nichts, jedenfalls wenig mit dem aktuellen Hype um Pokémon-Go zu tun, sondern ist seit fast zwei Jahren geplant: Die Uhr erscheint zum 20. Jubiläum des japanischen Computerspiels.

Und weil das Ganze ja auch ein Spiel ist, spielt Monsieur Emch, le Patron von RJ-Romain Jerome, ein wenig mit der Zahl 20. Es wird überhaupt nur eine kleine Serie von 20 Uhren hergestellt, die werden in 20 verschiedenen Shops verkauft, für jeweils 20.000 - Franken in der Schweiz, Euro in Deutschland oder Frankreich, Dollar in den USA, Pfund Sterling in England. Nein, in Russland wird es sie nicht geben, sagt Monsieur Emch der Genfer Tageszeitung "Le Temps", er macht doch nicht jeden Scherz mit. 20.000 Rubel wären nicht einmal 300 Franken (oder Euro oder Dollar oder Pfund, so genau kommt es ja nicht darauf an).




„Wir haben festgestellt, dass unsere Kundschaft jünger geworden ist.“
Jaquet Droz
Die Pikachu-Uhr ist keine Smartwatch, mit der man eventuell auch Monster fangen könnte. Sie ist einfach ein Chronometer, für Experten und Amateure: mit einem modifizierten Valjoux-7750-Uhrwerk und einem emaillierten Gehäuse. Immerhin zeigt sie die Zeit an.


Bisher hat die Uhren-Manufaktur auf Phänomene zurückgegriffen, mit denen Jugendliche in den 70er und 80 er Jahren aufgewachsen sind. Wie Super Mario, von dessen Modell im vergangenen Jahr 85 Stück produziert wurden. "Wir haben festgestellt, dass unsere Kundschaft jünger geworden ist", sagt Jaquet Droz, Directeur bei Monsieur Emch, ein erfahrener Manager, der von der Swatch Group kam. "Das erlaubt es uns, jetzt in die 90er Jahre zu gehen."

Das Modell Super Mario ist natürlich längst ausverkauft. Und die 20 Pikachu-Uhren werden auch nicht lange auf dem Markt sein. Sie sind jetzt schon Sammlerstücke - für Uhrensammler, nicht für Pokémon-Jäger.

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