Plakatpreise 2017

Der Tarif-Vergleich zwischen Clear Channel und APG

In Luzern zum Beispiel bietet Clear Channel Schweiz leistungsstarke Plakatstellen auf öffentlichem Grund günstiger an als früher die APG, schwächere Flächen dagegen massiv teurer.
© CCS.
In Luzern zum Beispiel bietet Clear Channel Schweiz leistungsstarke Plakatstellen auf öffentlichem Grund günstiger an als früher die APG, schwächere Flächen dagegen massiv teurer.
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Eine auf Stichproben basierende Analyse von HORIZONT Swiss zeigt: Die Plakatflächen von Clear Channel sind 2017 generell etwas teurer als jene der APG. Für VBZ-Stellen scheint CCS 2017 etwa 10 Prozent mehr zu verlangen als die APG heute. Anders in Luzern: Dort bezahlt man bei CCS für gute Stellen auf öffentlichem Grund 11 Prozent weniger als früher bei der APG. Leistungsschwächere Stellen hingegen sind jetzt massiv teurer.
Clear Channel Schweiz (CCS) hat, wie schon früher erwähnt, 2000 neue Stellen im Angebot, 800 in Luzern auf öffentlichem Grund, 1200 an Haltestellen der Verkehrsbetriebe Zürich VBZ. CCS kommuniziert denn auch ganz klar: Wegen dieser neu gewonnenen Top-Stellen hat der Aussenwerber ein neues Preissystem mit sechs statt bisher vier Kategorien geschaffen (einzig beim Format F200 Leuchter gab es schon bisher fünf Kategorien). In den zwei neuen Kategorien "5*" und "5*+" brachte CCS erklärtermassen die neuen Flächen unter.

CCS lässt tief blicken, die APG weniger

Gemäss der ebenfalls publizierten Verteilliste hat CCS aber nur etwa 1500 Stellen den obersten zwei Kategorien zugeordnet, das jedenfalls entspricht den dort angebebnen 7.1 Prozent von 21.000 CCS-Stellen (offiziell kommuniziert CCS schweizweit "mehr als 20.000 Stellen"). Zu den besagten 1500 Stellen gehören wohl primär VBZ-Stellen sowie knapp die Hälfte der Luzerner Plakate. 500 Flächen in Zürcher und Luzerner Aussenquartieren müssen folglich tiefer klassifiziert worden sein.
Was CCS mit dieser Neuklassifizierung im Umkehrschluss eingesteht: Die meisten seiner bisherigen F12-, F200- und F24-Stellen beurteilt der Aussenwerber selbst bloss als drittklassig oder tiefer, seine bisherigen F200 Leuchter als zweitklassig.

Da die APG schon bisher mit SPR+-Reichweiten arbeitete und sich darum den Totalumbau ihres Preissystems sparen konnte, lässt sie weniger tief blicken. Mit zwei Ausnahmen: Ganz offensichtlich lassen sich die aktuell höheren Preise in Genf (verglichen mit andern Städten) und für angeleuchtete Flächen F12E, F200E, F24E (verglichen mit geklebten) nicht wirklich rechtfertigen, jedenfalls nicht anhand der SPR+-MobNat-Werte. Sie wurden denn auch per 2017 auf das Niveau der jeweils andern Preisen gesenkt.

CCS provoziert den direkten Vergleich

An sich lassen sich die Preissysteme und ihre Kategorien der beiden Aussenwerber nicht vergleichen, weil die Kriterien für die jeweilige Einteilung nur teilweise offengelegt wurden. Da aber CCS ebenfalls sechs Preiskategorien eingeführt und zudem ihre obersten Preise jenen der APG stark angeglichen hat, suggeriert der US-Aussenwerber, dass ein direkter Preisvergleich mit dem französisch-belgischen Konkurrenten dennoch möglich, ja geradezu die Absicht ist.

Am deutlichsten nach der APG ausgerichtet hat sich CCS bei den Preisen für die F200 Leuchter (siehe Übersicht auf PDF). Bei diesem Format kostet die Kategorie "5*+" nahezu gleich viel wie das "Premium"-Segment der APG.

Das Beispiel zeigt ferner, dass die APG einzig in der zweithöchsten Kategorie teurer ist, sonst aber kostet sie gleichviel oder ist günstiger. Das ist bei allen Formaten so: Die APG ist in der obersten Kategorie bis zu 4 Prozent billiger als ihre Konkurrentin, kostet aber in der zweithöchsten Kategorie 4 bis 9 Prozent mehr, in der dritten Kategorie ist sie wieder bis zu 4.6 Prozent günstiger, in den untersten drei Kategorien sind die APG-Preise gar 10 bis 26.4 Prozent tiefer als bei CCS.

Konkrete Vergleiche in Luzern und bei den VBZ

Kommen wir noch zu ganz konkreten Vergleichen von VBZ-Stellen und solchen in Luzern. Dabei ist aber zu beachten, dass uns etwa bei den VBZ von der APG nur die Preise 2016 und von CCS nur die Preise 2017 vorliegen. Wäre der VBZ-Vertrag bei der APG geblieben, hätte diese vielleicht (auch) Preiserhöhungen vorgenommen. Man kann also die Anbieter nicht 1:1 vergleichen. Dennoch:

Der klarste Vergleich ist am Luzerner Seebecken möglich (eine Tabelle dazu finden Sie hier): Hier bot die APG bis Mitte 2016 ein Netz von 19 F200-Stellen auf öffentlichem Grund für 14 Tage an – zu einem Preis von insgesamt 42.121 Franken. Diese Stellen gingen im Juli an CCS über, die (vermutlich dieselben) 19 Stellen für 42.716 Franken anbietet. Der Preisaufschlag beträgt 1.4 Prozent.

Anders ist es beim 7-Tage-Preis für dieselben 19 Stellen: Hier war die APG vorher teurer. CCS hat den Tarif um 1.9 Prozent oder 433 Franken reduziert.

Ein ganz anderes Beispiel, ebenfalls in Luzern: Die APG hatte vier Netze à 15 F4-Stellen der Kategorie "Premium" im Angebot. 13 dieser Stellen standen jeweils auf öffentlichem Raum, zwei nicht. Pro Netz und während 7 Tagen bezahlte der Kunde 2333.50 Franken (155.50 Franken / Fläche).

CCS bietet unter dem Titel "Top" ebenfalls Netze à 15 F4 an, allerdings alle auf öffentlichem Grund. Ein solches Netz kostet 2085 Franken (189 Franken / Fläche), es ist also 10.6 Prozent günstiger.

Die APG bot in Luzern ferner unter dem Titel "mobility" auch einzelne F4-Stellen an, sowohl auf öffentlichem als auch privatem Grund. 45 von ihnen kosteten während 7 Tagen 2340 Franken (52 Franken / Stelle). CCS seinerseits hat neu das Netz "Pop" im Angebot, das 45 F4-Stellen ausschliesslich auf öffentlichem Grund umfasst. Es kostet exakt 3000 Franken (66.70 Franken / Stelle). Hier ist CCS somit deutlich teurer, nämlich um 28.2 Prozent.

Auch bei den VBZ lässt sich kein lupenreiner Vergleich anstellen: So bot die APG 120 F200-Stellen während 7 Tagen für 63.500 Franken an (529.16 Franken / Stelle). Allerdings waren nur 91 davon eigentliche VBZ-Stellen, der Rest waren zum Beispiel Telecabs oder Stellen auf privatem Grund.

CCS hingegen hat ein Angebot mit 85 F200-Stellen ausschliesslich an VBZ-Haltestellen, zu 50.760 Franken (597.18 Franken / Stelle). Die Preisdifferenz: CCS verlangt für das nicht ganz identische Angebot 12.9 Prozent mehr pro Stelle.

Fazit: Am Luzerner Seebecken ist CCS preislich in etwa gleich geblieben, bei “Top“-Stellen in der Stadt Luzern senkte der Aussenwerber den Preis um 11 Prozent und bei den tiefer klassifizierten Stellen hob er ihn deutlich um fast ein Drittel an. Bei den VBZ-Stellen schliesslich dürfte der Preisaufschlag übers Ganze gesehen rund 10 Prozent betragen. knö


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