Perlen kauft Utzenstorf

Nur noch ein Schweizer Hersteller von Zeitungspapier am Markt

In luzernischen Perlen ist künftig die Schweizerische Zeitungs- und Magazinpapierproduktion konzentriert
© CPH Chemie + Papier Holding AG
In luzernischen Perlen ist künftig die Schweizerische Zeitungs- und Magazinpapierproduktion konzentriert
Der Berner Papierhersteller Utzenstorf macht dicht. Die Perlen Papier AG kauft den Konkurrenten zum Jahresende. Damit wird es nur noch eine Papierfabrik für Zeitungsdruck- und Magazinpapiere in der Schweiz geben.

Bei Zeitungsdruckpapier in der Schweiz halten die beiden Hersteller nach Angaben von Christian R. Weber, Unternehmenskommunikationschef der CPH-Gruppe, der Muttergesellschaft der Perlen Papier AG, je rund ein Drittel Marktanteil. Und beide Produzenten würden bislang alle grossen Schweizer Verlagshäuser beliefern. Um welche Kunden es sich handelt, dazu wollte sich Weber nicht äußern.

Die Papierfabrik Utzenstorf hat bislang jährlich 200.000 Tonnen Altpapier für den Werbe- und Zeitungsdruck recycelt. 60 Prozent davon sind ins Ausland gegangen. Hintergrund der Schließung, von der 200 Mitarbeiter betroffen sind, ist nach Unternehmensangaben zum einen der schrumpfende Zeitungsmarkt, zum anderen die Aufhebung des Euro-Mindestkurses für den Franken Anfang 2015, die die Exporte teurer gemacht habe.

Perlen Papier bei Luzern ist nach eigenen Angaben der grösste Hersteller von Zeitungsdruckpapier und der einzige Produzent von Magazinpapieren in der Schweiz. 80 Prozent der 513.000 Tonnen Pressepapiere werden exportiert. Der Bereich Papier der CPH-Gruppe übernimmt unter anderem die Kunden- und Altpapierlieferanteverträge der Utzenstorfer und geht davon aus, dank der Übernahme künftig weniger Altpapier importieren zu müssen und so die Rohstoffpreise senken zu können. "Ab 2018 kann Perlen Papier für die Verlage in der Schweiz die gesamten Mengen zur Verfügung stellen, die Utzenstorf bisher geliefert hat", ist sich Weber sicher. Man hoffe, dass sich möglichst viele Schweizer Verlage dazu entscheiden, die Mengen auch in Zukunft im Inland zu beziehen.




stats