Olympiarechte

SRG: "In der Vergangenheit hatten wir die kompletten Exklusivrechte, die besitzt nun Eurosport."

Roland Mägerle verhandelte für die SRG die Olympia-Übertragungsrechte 2018 und 2020.
Oscar Alessio, SRG / Oscar Alessio
Roland Mägerle verhandelte für die SRG die Olympia-Übertragungsrechte 2018 und 2020.
Roland Mägerle, bei der SRG Leiter der Business Unit Sport, verhandelte mit Discovery Communications über die Olympia-Übertragungsrechte 2018 und 2020. Er berichtet von einer neuen Ausgangslage.

Stimmt der Eindruck, dass die Verhandlungen mit Discovery Communications um die Übertragungsrechte für Olympia 2018 und 2020 schwierig waren? Sicherlich war es für uns eine neue Situation, nachdem wir die Olympiarechte zunächst während Jahrzehnten über die European Broadcasting Union (EBU) und die letzten zwei Mal über den Sportrechtevermarkter Sportfive in Hamburg erhalten hatten. Jetzt hatten wir es bei Discovery Communications mit einem Programmanbieter zu tun. Die Ausgangslage war also neu. Und ja, es waren intensive Verhandlungen.

Was bezahlt die SRG nun für die nächsten zwei Olympischen Spiele? Darüber gebe ich keine Auskunft. Wir haben über den Preis Stillschweigen vereinbart.




Können Sie einen Anhaltspunkt geben? Das Einzige, was ich sagen kann: Die SRG muss in den nächsten fünf Jahren bekanntlich 40 Millionen Franken jährlich sparen, das trifft auch den Sport. Anders gesagt: Wir haben tendenziell weniger Geld zur Verfügung. Auch der Erwerb der Rechte muss im Rahmen unseres reduzierten Budgets liegen.


Wenn ich die Pressemitteilung richtig verstanden habe, verfügt die SRG künftig über geschmälerte Rechte. In der Vergangenheit hatten wir die kompletten Exklusivrechte, die besitzt nun Eurosport. Für das Publikum ändert sich kaum etwas: Das, was es von der SRG gewohnt ist, erhält es von ihr auch weiterhin – gegebenenfalls Doppelübertragungen auf SRF zwei und SRF info, Radio, Streamings, Video on Demand, das Einbinden von Olympia in Apps. Aber neu kann ab 2018 auch Eurosport die Olympischen Spiele in der Schweiz übertragen, parallel zu uns.

War es für die Verhandlungen hilfreich, dass ARD und ZDF sich bisher nicht mit Discovery Communications auf die Übertragungen in Deutschland geeinigt haben?Nein, das kann man so nicht sagen. Den Markt in Deutschland kann man von seiner Grösse und Bedeutung her nicht mit der Schweiz vergleichen. Es ist vielmehr so, dass die Grösse der Schweiz und unsere Vielsprachigkeit bei den Verhandlungen eine Rolle spielten.

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