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Konsumentenstimmung in der Schweiz steigt stark an

Glaubt man Nielsen, geben die Schweizer ihr Geld wieder wesentlich freigiebiger aus.
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Glaubt man Nielsen, geben die Schweizer ihr Geld wieder wesentlich freigiebiger aus.
Die Konsumentenstimmung in der Schweiz verzeichnet einen der stärksten Anstiege in Europa. Entsprechend geben die Schweizer ihr Geld wieder mehr aus, während im übrigen Europa weiterhin gespart wird.

Pünktlich auf das Weihnachtsgeschäft steigt die Konsumentenstimmung in der Schweiz stark an. Nach mehr als einem Jahr Durststrecke mit rückläufigen oder stagnierenden Werten kommen damit wieder positive Signale von den Konsumenten. Auffallend ist die Höhe des Anstiegs: Während Bewegungen um drei Punkte die Regel sind, verzeichnet das dritte Quartal 2016 einen Anstieg um ganze sechs Punkte. Die Schweiz fällt damit auch im internationalen Vergleich auf: Ein derartiger Anstieg wird nur noch von England, Ungarn und Estland übertroffen. Erfreulich ist dabei, dass sich die Stimmung in den meisten europäischen Ländern verbessert hat und nun im Durchschnitt zwei Punkte höher liegt als im letzten Quartal.

Mit dem aktuellen Wert von 97 Indexpunkten liegt die Schweiz 16 Punkte über dem europäischen Durchschnitt (81 Punkte) und hat sich im Ranking vom Platz neun im letzten Quartal auf Platz sechs verbessert. Höhere Werte verzeichnen nur noch Dänemark (107 Punkte), England (106 Punkte), Irland und England (je 100 Punkte) und Tschechien (99 Punkte). Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie zum Verbrauchervertrauen von Nielsen, einem globalen Performance Management Unternehmen, das Informationen und Erkenntnisse zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern liefert. Der Index bildet die Einschätzung der Verbraucher auf ihre Job-Aussichten, ihre persönliche finanzielle Situation und ihre Bereitschaft ab, Geld auszugeben – immer mit Blick auf die kommenden zwölf Monate. Weltweit untersucht Nielsen seit 2005 das Verbrauchervertrauen in 63 Ländern.

Ein Grund für die steigende Konsumentenstimmung ist die Beurteilung der Job-Aussichten für die nächsten zwölf Monate. Trotz regelmässigen Meldungen über Job-Kürzungen beurteilen die Schweizer ihre Jobaussichten deutlich besser als im letzten Quartal. Aktuell geben 56 Prozent an, dass die Aussichten gut oder sehr gut sind, was einem Anstieg von sieben Punkten entspricht. "Seit drei Quartalen verzeichnen wir einen Anstieg und gehören nun zu den Top-3-Ländern in Europa bezüglich Job-Aussichten", hält Judith Kuiper, Geschäftsführerin von Nielsen Schweiz, fest. Der europäische Durchschnitt liegt bei 32 Punkten, angeführt wird die Rangliste von Deutschland (60 Punkten) und Tschechien (57 Punkte).

Steigendes Vertrauen für die eigene finanzielle Lage

Ein weiterer Grund für die steigende Konsumentenstimmung ist die positive Beurteilung der eigenen finanziellen Situation. 58 Prozent der Schweizer schätzen ihre finanzielle Situation in den nächsten zwölf Monaten für gut oder sogar sehr gut ein. Während in Europa dieser Wert deutlich tiefer bei 42 Prozent liegt und sich nicht verbessert hat, konnte die Schweiz um acht Punkte zulegen. Nur noch Dänemark meldet bessere finanzielle Einschätzungen.

Während im letzten Quartal bei der Kauflaune noch Tiefstwerte verzeichnet wurden, hat sich diese nun deutlich verbessert. 43 Prozent der Schweizer sind der Ansicht, dass die nächsten zwölf Monate eine gute Zeit zum Geldausgeben sind, was einem Anstieg von fünf Prozentpunkten entspricht (Q2 2016: 38 Prozent). "Die steigende Kauflaune stimmt uns zuversichtlich, da der langfristige Trend eher zu einem Rückgang tendierte und die Konsumenten ihre Einkäufe aufschoben oder sparten", so Kuiper.

Unverändert werden die Prioritäten gesetzt, wie das Geld ausgegeben wird. Nach Deckung der Lebenshaltungskosten investieren die Schweizer am meisten in Ferien (46 Prozent), gefolgt von Sparen (35 Prozent), neuer Kleidung (32 Prozent) und Freizeitaktivitäten (28 Prozent).

Nicht-ökonomische Themen beschäftigen die Konsumenten mehr als ökonomische. "Der internationale Terrorismus gehört im dritten Quartal zu den Hauptsorgen der Schweizer und hat weiter stark an Bedeutung gewonnen", analysiert Kuiper. Für 40 Prozent der Schweizer ist dies die Hauptsorge (Q2 2016: 34 Prozent, Q1 2016:24 Prozent). Weitere folgen Jobsicherheit (18 Prozent, Rückgang von 2 Punkten gegenüber dem letzten Quartal) und Gesundheit (16 Prozent, Rückgang 1 Punkt). In Europa machen sich die Menschen am meisten Gedanken um Terrorismus (29 Prozent, plus 5 Punkte), gefolgt von der Wirtschaftsentwicklung (19 Prozent) und Jobsicherheit (18 Prozent).

Den vollständigen internationalen Report zur Konsumentenstimmung erhalten Sie hier.
Über die Nielsen Global Survey
Die Nielsen Global Survey über das Vertrauen der Konsumenten und ihre Einkaufsgewohnheiten wurde zuletzt im Zeitraum vom 10. August bis zum 2.September 2016 durchgeführt. Dabei hat Nielsen mehr als 30.000 regelmässige Internetnutzer in 63 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. Die Stichprobe ist nach Alter und Geschlecht für jedes Land basierend auf den jeweiligen Internetnutzern quotiert und gewichtet. Sie repräsentiert damit die Internetnutzer des Landes und hat eine maximale Abweichung von ±0,6 Prozent.

Diese Nielsen Onlineumfrage basiert ausschließlich auf dem Verhalten von Befragten mit Internetzugang. Die Internetverbreitung variiert je nach Land. Damit ein Land in die Umfrage aufgenommen wird, setzt Nielsen voraus, dass mindestens 63 Prozent der Bevölkerung oder zehn Millionen Menschen Internetzugang haben. Der Verbrauchervertrauensindex für China wird in einer separaten Umfrage mit kombinierter Methodik unter 3.500 Befragten erhoben. Die Nielsen Global Survey wird seit 2005 kontinuierlich durchgeführt.




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