Nationen-Image

Die Schweiz ist unter den Top 10 – doch der gute Ruf hat gelitten

2016 haben viele Nationen an Ansehen verloren.
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2016 haben viele Nationen an Ansehen verloren.
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Den besten Ruf hat die USA, dann Deutschland. Die Schweiz folgt erst auf Platz 8. Das zeigt der Anholt-GfK Nation Brands Index. In dem Ranking, das der Marktforscher mit dem Image-Experten Simon Anholt durchgeführt hat konnte kein Top10-Land seinen Ruf verbessern.
Die Schweiz liegt in dem 50 Länder umfassenden Ranking zwar als Achtplatzierter vor Nationen wie Australien oder Schweden. Aber beispielsweise hinter Italien, Frankreich und Japan. Zudem: Das globale Ansehen der Schweiz hat im Vergleich zum vergangenen Jahr recht deutlich gelitten.

So weisen die Marktforscher einen Rückgang von exakt 0,64 Punkten aus, womit die Schweiz auf der Brands-Index-Skala ein "mittleres" Minus verzeichnet (siehe Legende Tabelle unten). Und es hätte vermutlich nicht viel gefehlt, und die Schweiz hätte den Platz mit dem neuntplatzierten Australien tauschen müssen, das nur 0,25 Punkte verloren hat.

Die 10 Nationen mit dem besten Image weltweit

RangLandVeränderung Punkte
1USA-1,04
2Deutschland-0,96
3Großbritannien-1,31
4Kanada-0,33
5Frankreich-0,81
6Italien-0,54
7Japan-0,88
8Schweiz-0,64
9Australien-0,25
10Schweden-0,64
Quelle: (GfK / Punkteveränderung: gering (+/-0.26-0.50), mittel (+/-0.51-1.00), groß(> +/-1.00))
Allerdings befindet sich die Schweiz in bester Gesellschaft. Grund: In diesem Jahr gibt es kein Land unter den Top 10, das keine Verluste im globalen Ansehen hinnehmen muss. Acht davon erleiden sogar einen deutlichen Rückgang im Punktestand. Im vorigen Jahr ging die Entwicklung noch in eine komplett andere Richtung. Damals konnten acht der zehn am besten bewerteten Länder einen Punktegewinn verbuchen.



Laut Anholt, der die Studie 2005 ins Leben rief, ist die weltweite Wahrnehmung eines Landes in der Regel äußerst stabil. Änderungen seien aber möglich und fänden auch statt. Ausgelöst werden diese allerdings in der Regel nicht etwa von nationalen Besonderheiten oder Erfolgen, sondern von dem wahrgenommenen Einfluss eines Landes auf die Welt. "Länder, denen ein starker Einfluss auf die Welt zugeschrieben wird, haben in einem Jahr, das von andauernden internationalen Konflikten und humanitären Krisen geprägt war, an Ansehen verloren", erklärt Anholt die diesjährigen Verluste der Top-Nationen. 


Trotz der teils herben Einbußen ändert sich am Nationenranking wenig. Die USA, Deutschland und Großbritannien behalten zwar jeweils ihre Plätze 1, 2 und 3, jedoch haben die USA jetzt einen geringeren Vorsprung vor Deutschland. Verschiebungen im Ranking gibt es nur außerhalb der Top 3. So ermöglicht Frankreichs Punkteverlust – ausgelöst vor allem durch Rückgänge in den Bereichen Regierung sowie Immigration & Investitionen – Kanada den Sprung auf Rang 4. Auch Italien macht im Vergleich zum Vorjahr einen Platz gut und verweist Japan auf Rang sieben.

Die jährliche Studie zum Anholt-GfK Nation Brands Index misst unter Berücksichtigung der Kategorien Exporte, Regierung, Kultur, Bevölkerung, Tourismus und Immigration/Investition, wie insgesamt 50 Länder weltweit wahrgenommen werden. Laut GfK zeigt die Analyse nicht nur, welches Image ein Land derzeit hat, sondern auch, in welche Richtung es sich entwickelt. Im Jahr 2016 wurden dafür vom 07. bis zum 25. Juli 2016 insgesamt 20.353 Online-Interviews mit Personen ab 18 Jahren in 20 Ländern durchgeführt. mas
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