Nach Roberts Rückzug

Warum es richtig war, Saatchi-Boss Kevin Roberts zu beurlauben

Ex-Saatchi-Boss Kevin Roberts
© Saatchi / Duncan Cole
Ex-Saatchi-Boss Kevin Roberts
Vier Tage nach seiner Beurlaubung hat der nun ehemalige Saatchi-Chef Kevin Roberts die Reissleine gezogen und von seinen Posten als Executive Chairman der Saatchi Fallon Group, "Head Coach" der gesamten Publicis-Gruppe und Mitglied des Management Boards zurückgetreten.  Der Verlauf der Debatte und ihre Konsequenz zeigt, dass sich etwas bewegt hat in der Debatte um die Gleichstellung von Frauen in Agenturen.
Was ist eigentlich der wichtige Punkt in der Debatte um die Äußerungen von nun Ex-Saatchi-Chairman Kevin Roberts? Dass Roberts der Meinung ist, die Gender-Debatte sei gelaufen und es gäbe kein Problem? Dass jetzt wieder die Argumente aufgetischt werden, wer etwas leiste, komme weiter; Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe und Religionszugehörigkeit sei nicht der Grund, dass es manche in Agenturen nach oben schaffen oder eben nicht? Oder gar die Verschwörungstheorie, egal was Roberts gesagt hat, Lévy habe seit Jahren auf seine „French Revenge“ gewartet, einen unliebsamen Mit-Manager zu feuern und die gebotene Gelegenheit nun genutzt (nachzulesen in den Kommentaren auf dem Facebook-Profil von Saatchi-Deutschland-Chef Christian Rätsch)? Nein. Der wichtige Punkt ist, dass die Äußerungen von Roberts nicht akzeptabel sind und es schnelle Konsequenzen gibt. Schließlich hat es mit Gustavo Martinez (JWT) erst vor kurzem einen Fall von Diskriminierung durch einen Top-Agenturmanager gegeben, der lange Zeit stillschweigend geduldet wurde. Nebenbei gesagt, wurde Roberts beurlaubt, nicht gefeuert. Die Konsequenz, seinen Job letztendlich zu verlassen, hat Roberts selbst gezogen. ems


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