NZZ-Mediengruppe

Weniger Ertrag, tiefere Kosten und höherer Gewinn im 2016

Die NZZ-Mediengruppe schliesst 2016 mit leicht höherem Gewinn ab.
Markus Knöpfli, knö.
Die NZZ-Mediengruppe schliesst 2016 mit leicht höherem Gewinn ab.
2016 erwirtschaftete die NZZ-Mediengruppe 8 Prozent weniger Werbeeinnahmen, der Lesermarkt gab 2 Prozent weniger her und der Druckbereich lag gar 15 Prozent tiefer als im Vorjahr. Dieser Rückgang um 23.4 Millionen Franken konnte teilweise mit Übrigen Erträgen (etwa über die neuen Tochterfirmen Bindexis, Zurich Film Festival und Architonic) abgefedert werden. Daraus resultierte ein betrieblicher Gesamtertrag von 442,7 Millionen Franken, 3 Prozent tiefer als 2015. Die Kosten sanken aber um 5 Prozent, weshalb doch eine Gewinnsteigerung um 7 Prozent auf 23.8 Millionen Franken drinlag.

Infolge der Strategie mit Fokus auf Publizistik verschiebt sich der Umsatz der NZZ-Mediengruppe kontinuierlich weg von den strukturell rückläufigen Bereichen Print-Werbung und Druck, hin zu Einnahmen aus dem Lesermarkt und neuen Geschäftsfeldern. Bei den digitalen Werbemarkterträgen wirkten sich vor allem neue Angebote sowie die Gründung der Werbevermarktungsgesellschaft Audienzz positiv aus, sodass die Einnahmen um 4 Prozent stiegen.

Etwas besser als der gesamte Printmarkt

Diese Entwicklung vermochte den um 11 Prozent rückläufigen Print-Werbemarkt nicht zu kompensieren. Gemäss Umsatzstatistik der Schweizer Presse entwickelte er sich damit besser als der vergleichbare Werbeumsatz der Schweizer Tages- und Sonntagspresse, der um 13 Prozent sank. Insgesamt belief sich der Werbemarktertrag auf 176,3 Millionen Franken. Im Lesermarkt stabilisiert die Gruppe die Erträge entgegen dem Markttrend und erwirtschaftete 155,9 Millionen Franken. Der gegenüber Vorjahr leichte Rückgang um 2 Prozent ist insbesondere auf die Zusammenführung dreier Zeitungen in der Ostschweiz und den Wegfall von Zeitschriftenobjekten zurückzuführen. Hauptsächlich wegen des Verkaufs der Appenzeller Druckerei und der Schliessung des Druckzentrums Schlieren 2015 ging der Druckertrag um 15 Prozent auf 37,3 Millionen Franken zurück. Die übrigen Erträge stiegen um 16 Prozent auf 73,2 Millionen Franken. Dies vor allem dank der neuen Tochtergesellschaften Bindexis und Zurich Film Festival sowie der seit Mitte 2015 berücksichtigten Architonic. Insgesamt erzielte die NZZ-Mediengruppe im Geschäftsjahr 2016 einen betrieblichen Gesamtertrag von 442,7 Millionen Franken gegenüber 456,4 Millionen Franken im Vorjahr.

EBIT-Marge neu bei 7,2 Prozent, Dividende unverändert

Trotz neuer Beteiligungen konnte die Gruppe den betrieblichen Gesamtaufwand gegenüber der Vorjahresperiode um 5 Prozent auf 415,2 Millionen Franken senken, dies durch tiefere Kosten aus dem Druckbereich und dank verschiedener gruppenweiter Optimierungsmassnahmen. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug in der Berichtsperiode 27,4 Millionen Franken und verbesserte sich damit gegenüber Vorjahr um 5,9 Mio. CHF oder 27 Prozent. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 4,7 Prozent im Vorjahr auf 6,2 Prozent. Auch das Gruppenergebnis konnte von 22,2 Millionen Franken auf 23,8 Millionen Franken gesteigert werden.
(© Knöpfli)
"Wir verbessern bestehende Angebote und lancieren neue, wir treiben das Wachstum bei den Business Medien unter anderem durch Akquisitionen und senken Kosten da, wo es den Kundennutzen nicht beeinträchtigt. So gelingt es uns erneut, unser Ergebnis zu verbessern", kommentiert Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe, den Jahresabschluss.
NZZ-CEO Veit Dengler.
NZZ-CEO Veit Dengler. (© knö.)
Der durchschnittliche Personalbestand nahm im Berichtsjahr um 4 auf 1650 Vollzeitstellen ab. Das Eigenkapital inklusive Minderheitsanteile ging wegen Goodwill-Verrechnungen aus Akquisitionen und Dividendenausschüttungen um 12,9 Millionen Franken auf 280,3 Millionen Franken zurück. Der Eigenfinanzierungsgrad bleibt mit 65,7 Prozent auf einem hohen Niveau. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine gegenüber Vorjahr unveränderte Dividende von 200 Franken pro Aktie.

Segmentinformationen: NZZ Medien

Der Umsatz des Geschäftsbereichs NZZ Medien nahm im Berichtsjahr um 11,8 Millionen Franken auf 164,5 Millionen Franken ab. Dieser Rückgang ist auf die Entwicklung im Print-Werbemarkt und zudem auf die Schliessung des Druckzentrums Schlieren zurückzuführen. Die Anzahl der zahlenden Kunden stieg dagegen und die Lesermarkteinnahmen entwickelten sich stabil. Dank der Variabilisierung der Druckkosten sowie weiterer Einsparungen etwa durch Optimierungen beim Einkauf konnten die NZZ Medien den Umsatzrückgang überkompensieren und wieder Gewinne erzielen. Sie steigerten das Betriebsergebnis (EBIT) deutlich um 9,3 Millionen Franken auf 6,8 Millionen Franken.

NZZ-Mediengruppe in Zahlen (in Mio. Franken)

20162015+/- in %
Betrieblicher Gesamtertrag442.7456.4-3
Betriebsergebnis (EBIT)27.421.6+27
Gruppenergebnis23.822.2+7
Personalbestand165016540
Quelle: NZZ (NZZ)

Segmentinformationen: Regionalmedien

Bei den Regionalmedien führte im Berichtsjahr vor allem der strukturell rückläufige Print-Werbemarkt zu einem Umsatzrückgang um 7,2 Millionen Franken auf 239,6 Millionen Franken. Die Lesermarkteinnahmen gingen im Wesentlichen aufgrund der Zusammenführung dreier Zeitungen zurück. Auch die im Vorjahr veräusserte Appenzeller Druckerei trug zu tieferen Einnahmen bei. Hingegen konnte der Umsatz aus dem Veranstaltungsgeschäft der Reichweitenmedien gesteigert werden. Die Kosten konnten die Regionalmedien dank verstärkter Zusammenarbeit und verschiedenen Optimierungen senken und mit 16,7 Millionen Franken ein um 1,1 Millionen Franken besseres Betriebsergebnis als im Vorjahr erwirtschaften.

Segmentinformationen: Business Medien

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Business Medien konnte im Berichtsjahr erneut um 9,1 Millionen Franken auf 49,9 Millionen Franken gesteigert werden. Das Umsatzwachstum ist hauptsächlich auf Akquisitionen in den Bereichen Veranstaltungen und Informationsdienste zurückzuführen. Um das Wachstum im noch jungen Geschäftsbereich zu stützen, wurden Investitionen getätigt und Organisationsanpassungen vorgenommen, was zu einem um 4,5 Millionen Franken tieferen Betriebsergebnis (EBIT) von 3,9 Millionen Franken führte.

Wechsel im Verwaltungsrat

An der kommenden Generalversammlung vom 22. April 2017 läuft die ordentliche Amtszeit von Isabelle Welton ab. Isabelle Welton gehört dem Gremium seit 2013 an. Sie stellt sich zur Wiederwahl und wird vom Verwaltungsrat für eine weitere vierjährige Amtszeit vorgeschlagen. Joachim Schoss hat sich aus persönlichen Gründen entschieden, aus dem Verwaltungsrat zurückzutreten. Der Verwaltungsrat bedauert dies sehr, respektiert diesen Entscheid aber selbstverständlich. Joachim Schoss hat als Unternehmer und Experte im Bereich digitaler Medien viel Fachwissen und Erfahrung in den Verwaltungsrat eingebracht. Der Verwaltungsrat dankt ihm herzlich für seinen engagierten Einsatz.
Lucy Küng
Lucy Küng (© zvg.)
Als Nachfolgerin schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung Prof. Lucy Küng vor. Lucy Küng (1959) ist Professorin für Medieninnovationen an der Universität Oslo und Google Digital News Senior Research Fellow am Reuters Institute for the Study of Journalism der Universität Oxford. Ihr Forschungsgebiet liegt in der Strategie- und Organisationsentwicklung mit dem Schwerpunkt Innovation von Geschäftsmodellen. Sie verfügt über fundierte Erfahrungen in der Medienindustrie, besonders im Zusammenhang mit der digitalen Transformation. Geboren in London und seit 1992 wohnhaft in der Schweiz, promovierte und habilitierte Lucy Küng an der betriebswirtschaftlichen Abteilung der Universität St. Gallen. Sie ist Mitglied des publizistischen Beirats der NZZ-Mediengruppe und seit 2008 Verwaltungsrätin der SRG SSR. Für den Fall einer Wahl würde sie aus dem SRG-Verwaltungsrat zurücktreten.





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