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Stefan Schärer verlässt Moneyhouse – weil der Traffic einbrach?

Stefan Scherer verlässt Moneyhouse schon nach knapp zwei Jahren.
zvg.
Stefan Scherer verlässt Moneyhouse schon nach knapp zwei Jahren.
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Der CEO von Moneyhouse Stefan Schärer verlässt das Unternehmen. Die Trennung erfolgt "in gegenseitigem Einvernehmen", dürfte aber mit dem einbrechenden Traffic auf der Wirtschaftsplattform zu tun haben. Ad interim wird Oliver Schibli das Unternehmen führen.

Nach nicht einmal zwei Jahren verlässt Stefan Schärer, CEO von Moneyhouse, die Wirtschaftsplattform und die NZZ-Mediengruppe – "in gegenseitigem Einvernehmen", wie es heisst. Doch das NZZ-Communiqué fällt bemerkenswert dünn aus. Zitiert wird Monica Dell'Anna, Leiterin Business Medien: "Stefan Schärer hat die Smart-Data-Strategie von Moneyhouse entwickelt und moneyhouse.ch im Sommer neu lanciert. Damit hat er den Grundstein für den weiteren Ausbau des Unternehmens gelegt. Ich danke ihm herzlich für seinen Einsatz und wünsche ihm viel Erfolg bei seinen nächsten Schritten."

Ganz anders hatte es geklungen, als Schärer vor bald zwei Jahren seinen CEO-Posten antrat. "Wir freuen uns, mit Stefan Schärer einen kompetenten, erfahrenen Online Manager gewonnen zu haben, der als Geschäftsführer von ImmoScout24 sehr überzeugend bewiesen hat, wie man ein Portal erfolgreich weiter entwickelt", stand damals im Communiqué.




Hintergrund für den Meinungsumschwung dürfte sein, dass Moneyhouse zwar weiterhin das mit Abstand grösste Wirtschaftsinformationsportal ist, aber dass es aber vor allem seit Beginn dieses Jahres deutlich an Traffic verloren hat. Wurde es im Januar 2016 noch von 1,769 Millionen Unique Clients aufgerufen, waren es im Juli nur noch 1.325 Millionen UC. Mit den Sommerferien hat dies wenig zu tun, der Abwärtstrend zeigte sich Monat für Monat. Und ein Jahr zuvor, im Juli 2015, wurde moneyhouse noch von 1,527 Millionen UC besucht. Ähnliche Rückgänge zeigen sich zudem auf der Ebene Page Impressions und Visits. Hinzu kommt: Der Traffic bei Moneyhouse ist so tief wie schon lange nicht mehr – und vor allem tiefer als zum Zeitpunkt, als Schärer den CEO-Posten angetreten hatte.
Was ist los bei Moneyhouse? So wenig Besucher (Unique Clients) hatte das Wirtschaftsportal schon seit Jahren nicht mehr.
Was ist los bei Moneyhouse? So wenig Besucher (Unique Clients) hatte das Wirtschaftsportal schon seit Jahren nicht mehr. (© knö.)
Möglich also, dass dies der Grund für die "einvernehmliche" Trennung ist. Im gestrigen Trennungs-Communiqué heisst es denn auch am Schluss fast trotzig: "Moneyhouse ist die grösste Plattform für Wirtschaftsinformationen in der Schweiz. ... Diese starke Position wird Moneyhouse sukzessive ausbauen."


Über die Nachfolge von Schärer wird in den nächsten Monaten entschieden. Interimistisch übergibt er die Geschäftsführung Anfang September an Oliver Schibli. Schibli verantwortet derzeit die Weiterentwicklung der Strategie und des Produktportfolios von Moneyhouse. Davor war er unter anderem CEO und CMO von OLX Schweiz und gründete und leitete verschiedene Medien- und Technologie-Startups.

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